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Wer einen Ausbildungsplatz anbietet, benötigt einen Ausbilderschein. Das sind die Voraussetzungen. Foto: Pixabay
Wer einen Ausbildungsplatz anbietet, benötigt einen Ausbilderschein. Das sind die Voraussetzungen. Foto: Pixabay

Der Ausbilderschein – Definition, Kosten und Voraussetzungen

In jedem Unternehmen, das Lehrlingen einen Ausbildungsplatz anbietet, muss mindestens ein Mitarbeiter mit Ausbilderschein arbeiten. Diesen bekommt man nicht einfach so, schließlich ist es eine große Aufgabe, Verantwortung für die Auszubildenden eines Betriebes zu übernehmen. Mit dem Ausbilderschein (AdA) soll gewährleistet werden, dass Ausbilder dieser Herausforderung gewachsen sind. Gleichzeitig wird so die Qualität einer Ausbildung sichergestellt. Wir zeigen, wie man den Ausbilderschein erhält, welche Voraussetzungen man erfüllen muss und wie hoch die Kosten sind.

Was ist die Ausbildereignungsprüfung?

In Deutschland gibt es eine einheitliche Regelung zur Ausbildereignungsprüfung. Laut Berufsbildungsgesetz (§ 28 Absatz 1 BBiG) ist klar definiert, welche Grundkriterien Ausbilder erfüllen müssen: „Auszubildende darf nur ausbilden, wer persönlich und fachlich dafür geeignet ist.“ Eine persönliche Eignung kann ausgeschlossen werden bei bestimmten Vorstrafen, bei pädophilen Neigungen und Auffälligkeiten sowie bei rechtsradikalen Sichtweisen. Die fachliche Eignung lässt sich nachweisen, wenn man Kenntnisse in den Bereichen Pädagogik, Recht, Organisation, Psychologie und Methodik besitzt.

Der Alltag als Ausbilder besteht dann aus folgenden vier Handlungsfeldern:

  1. Ausbildungsvoraussetzungen der Azubis prüfen und deren Ausbildung planen
  2. Vorbereitung der Ausbildung und Mitorganisation der Einstellung von Azubis
  3. Durchführung und Überwachung der Ausbildung
  4. Abschlussprüfungen planen, durchführen und Zeugnisse ausstellen

Mittlerweile kann man sich auf den Ausbilderschein online vorbereiten. Im Ausbilderkurs erhalten Teilnehmer alle notwendigen Informationen, die auf den aktuellsten Empfehlungen des Berufsbildungsgesetzes für den Rahmenplan der Ausbilderprüfung beruhen.

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Diese Voraussetzungen gelten für den Ausbilderschein

Wie erwähnt, kann prinzipiell jeder den Ausbilderschein machen, sofern keine persönlichen oder fachlichen Gründe dagegen sprechen. Darüber hinaus muss man volljährig sein. Eine abgeschlossene Ausbildung oder ein absolviertes Studium braucht man nicht. Wichtig ist jedoch, das eigene Berufsfeld zu kennen und die Tätigkeit zu beherrschen. Dies setzt mehrere Jahre Berufserfahrung voraus.

Die Prüfung selbst wird bei der zuständigen IHK abgelegt. Um diese zu bestehen, ist es ratsam, sich bestmöglich auf die Prüfungsinhalte vorzubereiten. Das kann man mittlerweile auch online tun. Je nach Kursart sollte man hierfür einige Tage bis hin zu wenigen Wochen einkalkulieren. Als Richtwert gilt eine Lehrgangsdauer von 115 Unterrichtsstunden.

Wissenswertes zur Prüfung

Wer den Ausbilderschein IHK machen möchte, sollte wissen, dass sowohl eine schriftliche als auch eine praktische Prüfung absolviert werden muss. Der schriftliche Teil der Prüfung dauert etwa 180 Minuten. Hier müssen Prüfungsfragen zu verschiedenen Handlungsfeldern der Ausbildereignungsverordnung (AEVO) beantwortet werden. Ergänzend gibt es einige Wochen später noch eine zweiteilige praktische Prüfung von ca. 30 Minuten. Bei dieser werden die arbeits- und berufspädagogischen Fähigkeiten und Kenntnisse geprüft.

Was kostet der Ausbilderschein?

Um sich zur AdA-Prüfung anzumelden, muss man sich an die IHK des Wohnortes oder Arbeitgebers anmelden. Wie hoch die Prüfungsgebühren sind, hängt von der jeweiligen Industrie- und Handelskammer ab. In der Regel kostet die Prüfung 80 bis 200 Euro. Wer die AdA-Prüfung wiederholen muss, sollte mit Zusatzkosten von 50 bis 100 Euro rechnen. Hinzu kommen Kosten in Höhe von ca. 50 bis 80 Euro für Lehrgangsmaterialien und Hilfsmittel sowie die Kosten für einen Vorbereitungskurs. Diese belaufen sich je nach Anbieter auf 400 bis 600 Euro.

Hinweis: Bei diesem Artikel handelt es sich um einen Gastbeitrag.
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