Schokolade. Symbolfoto: Pascal Höfig
Schokolade. Symbolfoto: Pascal Höfig

1.400 Tonnen: Pandemie lässt Appetit auf Süßes steigen

Offenbar hat die Pandemie den Hunger auf Schokolade & Co. deutlich in die Höhe getrieben. Wie die die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) in einer aktuellen Meldung berichtet, wurden im vergangenen Jahr allein in Ansbach rein rechnerisch rund 1.400 Tonnen Süßwaren gegessen – davon 400 Tonnen Schokoladenwaren, 230 Tonnen Knabberartikel und 190 Tonnen Speiseeis.

Verbrauch angestiegen: 33,4 kg pro Kopf

Diese Zahlen hat die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) anhand von Angaben des Bundesverbandes der Deutschen Süßwarenindustrie ermittelt (Stand: März 2021). Demnach stieg der Verbrauch süßer und salziger Snacks im vergangenen Jahr um 2,6 Prozent auf durchschnittlich 33,4 Kilo pro Kopf. Laut Statistischem Bundesamt setzte die deutsche Süßwarenindustrie 2020 rund acht Prozent mehr um als noch im Jahr zuvor, heißt es.

Für Naschkatzen: Royal Donuts in Ansbach

Pandemie macht Hunger auf Süßes

„Vom Eis, das zu Hause gegessen wird, wenn die Eisdiele zu hat, über das Stück Schokolade als Nervennahrung im Homeoffice bis hin zu den Chips vorm heimischen Fernseher – in der Pandemie greifen viele Menschen verstärkt zu Süßwaren“, sagt Regina Schleser, Geschäftsführerin der NGG-Region Nürnberg-Fürth. Die steigende Nachfrage gerade im Lebensmitteleinzelhandel führe zu wachsenden Umsätzen bei den Herstellern, an denen nun auch die Beschäftigten der Branche beteiligt werden sollen.

Map: Eisdielen in Ansbach

Mehr Lohn für Beschäftigte in Süßwarenindustrie

In der laufenden Tarifrunde für die bayerische Süßwarenindustrie fordere die Gewerkschaft deshalb ein Einkommensplus von fünf Prozent, mindestens jedoch 150 Euro mehr pro Monat. Azubis sollen in allen Ausbildungsjahren 100 Euro im Monat zusätzlich bekommen. Mit bayernweiten betrieblichen Aktionen und Warnstreiks ab dieser Woche wolle die Gewerkschaft NGG den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen.

Von Krise keine Spur

„Von einer Krise kann in der Branche, anders als in anderen Wirtschaftszweigen, keine Rede sein“, betont Schleser. Zwar habe es im Zuge weltweiter Lockdowns leichte Rückgänge beim Exportgeschäft gegeben. Aber „unterm Strich“ stünden die Firmen wirtschaftlich gut da. Nach Unternehmensangaben gab es im vergangenen Jahr die stärksten Zuwächse im Bereich der Knabberartikel (Salzstangen, Chips, gewürzte Erdnüsse usw.). 2020 stieg hier der Pro-Kopf-Verbrauch um 8,4 Prozent auf 5,6 Kilo.

Bayern: Rund 5.000 Beschäftigte

In Bayern arbeiten rund 5.000 Menschen in der Süßwarenindustrie. Zu den Unternehmen zählen Brandt-Schokoladen (Landshut), die Schoko-Produzenten Piasten (Forchheim) und Frankonia (Würzburg), der Eishersteller Froneri Schöller, die Lebkuchen-Marken Schmidt und Wolff (alle Nürnberg), Lebkuchen Weiss (Neu-Ulm) sowie der Snack-Spezialist Lorenz und die Fruchtgummi-Marke Trolli (beide Landkreis Schwandorf).

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