Fahrrad. Symbolfoto: Pascal Höfig
Fahrrad. Symbolfoto: Pascal Höfig

VCD organisiert Fahrrad-Demo in der Bahnhofstraße

Der VCD – der ökologische Verkehrsclub von Deutschland – setzt sich bundesweit für das Fahrrad ein. Die Kreisgruppe Ansbach fordert daher vor Ort, dass die strukturellen Maßnahmen, die im Radverkehrskonzept der Stadt Ansbach bereits im Jahre 2009 beschlossen wurden, umgesetzt werden. „Das Straßenverkehrsamt der Stadt Ansbach muss seine Blockade-Haltung aufgeben!“, so der Kreisverband. Am Freitag, dem 21. Mai, findet daher von 17.30 bis 18.00 Uhr eine Rad-Demo mit dem Motto „Verwaltung aufwachen!“ in der Bahnhofsstraße Ansbach statt.

Ansbach nicht fahrradfreundlich

„Damit wir eine Zukunft haben, brauchen wir eine umwelt- und menschenfreundliche Mobilität.“, heißt es. Der VCD plädiert für eine nachhaltige Verkehrsmittelwahl. „Man kann diese nicht mit dem erhobenen Zeigefinger durchsetzen. Wirkungsvoller ist, wenn Politik und Verwaltung die richtigen Rahmenbedingungen schaffen, denn viele Menschen würden von sich aus gerne Rad fahren, wenn die Wege für das Rad für sie sicherer und komfortabler wären.“

Radfahrende bewerten die Fahrradfreundlichkeit der Stadt Ansbach nach Aussagen des VCD jedoch immer wieder mit einem besonders schlechten Zeugnis. Zuletzt vergaben sie im ADFC-Fahrradklimatest 2020 die Gesamtnote 4,3. Damit erreichte die Stadt Platz 350 von 415 Städten. Dabei wollen Stadtrat und Oberbürgermeister den Radverkehr erklärtermaßen fördern. „Die Politik hat die Richtung also schon längst vorgegeben“, so der VCD Ansbach.

Mehr gesonderte Radwege

Gesonderte Radwege wären dem VCD nach das beste Mittel. „Ohne Zweifel: Ein gutes Radwegenetz ist der am meisten genannte Wunsch unter den Menschen, die radeln wollen. Dafür tritt der VCD auch ein. In Ansbach allerdings ist dafür meist zu wenig Platz. Wir müssen uns also damit abfinden, dass der Radverkehr sich den Platz entweder mit Fußgängern oder mit Autos teilen muss. So müssen sich die Aktivitäten darauf konzentrieren ein gutes Miteinander zu fördern. Für die Förderung des Fahrrads heißt das: Will man für die Fahrradfahrer nicht etwas auf Kosten der Fußgänger tun, muss man deren Position auf der Straße stärken“

Verwaltung sei gefragt

Gefragt sei hierbei nun die Verwaltung „Sie hat es in der Hand, durch einfache Maßnahmen dafür zu sorgen, dass klargestellt wird, dass die Straße allen Fahrzeugen gehört, nicht nur den Autos. Menschen auf dem Rad sind Teil des Verkehrs – so auch die gesetzliche Konzeption. In Ansbach aber werden sie durch Maßnahmen oder bewusste Untätigkeit des Straßenverkehrsamtes – an den Rand gedrängt, behindert und gefährdet.“ Dies wollen die Initiatoren am Beispiel der Radfahrstreifen in der Bahnhofstraße zeigen.

Im Abschnitt 2.1 des Radverkehrskonzepts der Stadt Ansbach heißt es zu Schutz- und Radfahrstreifen:
„Allerdings werden Schutzstreifen zunehmend von Radfahrerverbänden kritisch gesehen, weil sie dem Autofahrer suggerieren, sie könnten am Rand der Markierung die Radfahrer ohne Beachtung des vorgeschriebenen Sicherheitsabstandes von 1,5 Metern überholen. Andererseits machen sie aber den Autofahrer darauf aufmerksam, dass sie mit Radfahrern auf der Fahrbahn rechnen müssen. Die Streifen sollen aber nicht so eng angelegt werden, dass nach rechts zu parkenden Autos ein zu geringer Abstand entsteht, wie bei dem Radstreifen in der Bahnhofstraße. Dadurch ergibt sich eine große Unfallgefahr durch unachtsam geöffnete Fahrzeugtüren, bei beengten Platzverhältnissen sollte auf solche Radverkehrsanlagen verzichtet werden.“

Breitere Schutzstreifen gefordert

Hier habe sich nichts getan und auch in der Fischerstraße sei derselbe Fehler wiederholt worden. Mit der Verwaltung habe der VCD immer wieder in Gesprächen an das Problem in der Bahnhofstraße erinnert „Zuletzt wurde definitiv 2019 in einem Vorschlag des Stadtplanungsamtes in Aussicht gestellt, man würde die Radfahrstreifen durch breitere, von den Parkbuchten abgesetzte Schutzstreifen ersetzen. Aber es tut sich nichts.“ Ärgerlich sei auch, dass sich Verwaltung und Polizei stoisch weigern, Verkehrsschauen auf dem Rad zu machen. So können die Beamten nicht nachempfinden, was es heißt, nicht genug Platz zu haben, so der VCD.

„In der Bahnhofstraße jedenfalls müssen die bestehenden Radfahrstreifen weg und entweder durch breitere Schutzstreifen oder – kostengünstiger und womöglich sogar wirksamer – durch eine Piktogrammkette ersetzt werden. Bleiben können sie nicht. Sie marginalisieren den Radverkehr und provozieren Dooring-Unfälle, an denen die Stadtverwaltung mitschuldig wäre.“, so der VCD Ansbach abschließend.

Artikel beruht auf eine Pressemitteilung der VCD-Kreisgruppe Ansbach. 

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