Bücher über Bücher. Foto: Lilli Müller
Bücher über Bücher. Foto: Lilli Müller

Warnung vor Betrugsmasche: Kaufangebot für Lexikotheken

In den vergangenen Wochen verzeichnete die Kriminalpolizei Ansbach vermehrt Fälle einer Betrugsmasche, bei der älteren Menschen zunächst ein Kaufangebot für ihre Lexikotheken unterbreitet wird. Die Polizei warnt zur Vorsicht bei diesen vermeintlich lukrativen Angeboten.

Angebliche Käufer für Lexikotheken

Besitzer von Lexikotheken renommierter Buchhandelsketten werden von angeblichen Mitarbeitern dieser Firmen aufgesucht, um ihnen angebliche Käufer für ihre Sammlungen zu präsentieren. Diese seien angeblich stark im Wert gestiegen.

Nachdrucke für überteuerte Preise

Um den Verkauf der Sammlung zu realisieren, bittet der vermeintliche Interessent den Betroffenen allerdings darum, vorher noch einen Nachdruck einer „Mittelalterlichen Schrift“ zu einem völlig überteuerten Preis zu kaufen. Dies würde den Wert der Lexikotheken nochmals deutlich erhöhen. Für den Kauf dieser Nachdrucke werden dann gerne auch Finanzierungen zu völlig überhöhten Zinsen angeboten oder vermittelt.

Senioren sollen Bücher ankaufen

Betroffene, die tatsächliches Interesse am Verkauf ihrer Sammlung zeigen und bereits den ersten Nachdruck erworben haben, werden dann oft zum Spielball weiterer Vertreter anderer Firmen. Diese präsentieren wiederum neue Kaufinteressenten mit höheren Angeboten für die vorhandene Sammlung. Auch hier, wie nicht anders zu erwarten, müssen natürlich vor dem Verkauf nochmals „wertvolle Faksimile“ zugekauft werden. Vor dem versprochenen Verkauf ihrer Sammlung werden dann von den Senioren überteuerte Bücher im mittleren fünfstelligen Bereich angekauft.

Dubiose Verkaufsmaschen

In einem Fall sei es „coronabedingt“ sogar nötig gewesen, die zum Verkauf stehenden Bücher zu desinfizieren. Hierfür wurde großzügig entsprechendes Material zur Verfügung gestellt. Auf diese dubiose Art und Weise wurden dem Geschädigten einfache „Wasserstaubsauger“ verkauft.

Abschließend unterschreiben die Geschädigten noch eine verklausulierte Erklärung, dass es nie irgendwelche Versprechungen gegeben habe.

Am Ende bleiben die Betroffenen auf den neu dazugekauften und völlig überteuerten Büchern, ihrer Lexikothek und zum Teil auf Finanzierungen zu überhöhten Zinsen sitzen.

Dieser Artikel beruht auf einer Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Mittelfranken.

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