Zeitumstellung von 2.00 Uhr auf 3.00 Uhr Foto: Bettina Bocskai
Zeitumstellung von 2.00 Uhr auf 3.00 Uhr Foto: Bettina Bocskai

Zeitumstellung: Warum sie immer noch nicht abgeschafft wurde

Am Wochenende ist es tatsächlich wieder so weit und die Zeit wird umgestellt. Doch wie war das noch gleich? Eigentlich sollte die Zeitumstellung 2021 abgeschafft werden, so wurde es zumindest 2019 vom Europäischen Parlament beschlossen. Aber offenbar ist eine Abschaffung schwieriger als gedacht, denn alle Mitgliedstaaten der EU müssten sich darauf einigen, was anscheinend ein schwer lösbares Unterfangen darstellt.

Uhren auf „Sommerzeit“

Bis dahin heißt es auch bei uns in Ansbach weiterhin: „Wer hat an der Uhr gedreht?“ An diesem Wochenende in der Nacht von Samstag, 27. März, auf Sonntag, 28. März, wird die Uhr von 2:00 Uhr auf 3:00 Uhr vorgestellt. Da uns eine Stunde unseres kostbaren Schlafes „geklaut wird, nennt man die Umstellung auf die im Volksmund sogenannte Sommerzeit auch die „schlechte Zeitumstellung“.

Wo liegt das Problem?

Doch wo liegt nun eigentlich das Problem für eine Abschaffung? Anna Cavazzini von den Grünen ist Abgeordnete im Europaparlament und Vorsitzende des Binnenmarktausschusses und erklärt gegenüber der Süddeutschen Zeitung, dass eben jedes EU-Land selbst entscheiden könne, welche Zeit bei ihm gelten solle – doch dadurch drohe natürlich ein Flickenteppich. Man müsse sich zumindest regional auf eine gemeinsame Zeit verständigen, da sonst Chaos bei Terminen, Reisen oder Fernsehübertragungen entstehen könne. Laut Cavazzini sei es aber in der Praxis schwieriger als gedacht, alles zu koordinieren. Es gibt Länder, die die Sommerzeit abschaffen möchten, andere wiederum wollen das nicht. Griechenland beispielsweise freue sich über die Sommerzeit und das längere Hell bleiben im Sommer, weil sich dies positiv auf den Tourismus auswirke, heißt es.

Somit wird uns das Thema Zeitumstellung wohl doch noch länger als gedacht beschäftigen.

Mittag ist, wenn die Sonne am höchsten steht

Die Zeitumstellung gibt es seit 1980 in Deutschland. Zweimal im Jahr – im Sommer und Herbst – werden sämtliche Uhren in Deutschland um eine Stunde verstellt. Das sind nicht gerade wenige. Neben den Uhren in privaten Haushalten, gibt es welche an Kirchtürmen, Bahnhöfen, Flugplätzen, öffentlichen Gebäuden und viele mehr. Die alle umzustellen, ist umständlich und nicht gerade billig. Da die Zeitumstellung also nicht nur zu einer inneren Unruhe führt, sondern auch noch Kosten mit sich bringt, ist sie umstritten und es kam zum Vorschlag der Abschaffung.

Aber warum macht man das Ganze überhaupt? Weil der Tagesablauf der Menschen gegenüber der Sonne recht verspätet ist. Viele stehen erst auf, nachdem es schon lange hell ist, gehen aber erst nach Sonnenuntergang ins Bett. Steht man nun eine Stunde früher auf, kann man die Sonnenenergie nutzen, spart Strom für Licht und hat man mehr Freude am Tag, weil es länger hell ist.

Übrigens: In Deutschland wurde erstmalig 1916 mit der Sommerzeit experimentiert.

Wer hat an der Uhr gedreht … aber in welche Richtung?

Ob gute oder schlechte Zeitumstellung, mit dieser Eselsbrücke vergisst man nie mehr, ob man jetzt die Uhr vor- oder zurückstellen muss: Im Sommer stellt man die Gartenmöbel VOR die Tür, also stellt man auch die Uhr VOR. Im Winter holt man die Gartenmöbel ZURÜCK ins Haus, also stellt man die Uhr auch ZURÜCK. Jetzt kann also nichts mehr schiefgehen! Aber wusstest Du, dass nicht nur Menschen von der Zeitumstellung betroffen sind? Auch unseren geliebten Vierbeinern macht die Umstellung auf die Sommerzeit zu schaffen. Besonders Kühe leiden, wenn der Bauer plötzlich eine Stunde früher zum Melken kommt und geben in der Woche nach der Zeitumstellung weniger Milch als normal.

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