Symbolbild Fahrrad. Foto: Pascal Höfig.
Symbolbild Fahrrad. Foto: Pascal Höfig.

Fahrradklima-Test 2020: Ansbach erhält sehr schlechte Noten

Der ADFC-Fahrradklima-Test ist da, und Ansbach erhält im Vergleich mit anderen Bayerischen Städten schlechte Noten: Mit einer Gesamtbewertung von 4,3 und Rang 350 von 415 gleich großer Städte (Rang 42 von 49 in Bayern) hat sich die Situation im Vergleich zu 2018 (4,0) und 2016 (4,1) weiter verschlechtert.

Städte wie Sonthofen, Herzogenaurach und Memmingen zeigen, dass man von seinen Bürgern auch befriedigende Noten bekommen kann, und in Baunatal, Meckenheim und Westerstede war sogar eine „2“ vor dem Komma möglich, das berichten die Ansbacher Grünen in einer Pressemitteilung.

Ansbach unter Vergleichsschnitt

Positive Nachrichten gebe es allerdings auch: Die Ansbacher Radwege werden schnell von Schnee und Schmutz gereinigt. Ansonsten bewege sich Ansbach bei den „Stärken und Schwächen“ aber durchweg unter dem Vergleichsschnitt. Besonders groß sei die negative Abweichung mit – 0,7 Noten bei den Faktoren „Stress“, „Fahrradförderung“ und „Ampelschaltungen“.

Grüne: Radverkehrskonzept unbeachtet

Das Ansbacher Radverkehrskonzept dümpele aus Sicht der Ansbacher Grünen seit 2009 mehr oder weniger unbeachtet vor sich hin, heißt es. Es habe kleinere Verbesserungen gegeben, aber hauptsächlich solche Änderungen, die wenig kosten oder mit denen Gesetzesänderungen Rechnung getragen wurde.

„Dazu gehören erfreulicherweise einige neue Abstellmöglichkeiten im Stadtgebiet. Als Highlight wird von uns der erweiterte Aufstellstreifen in der Bahnhofstraße sehr begrüßt!“, so die Grünen. Dort seien aber auch schon die Defizite sichtbar: Die Radstreifen in der Bahnhofstraße sind nach wie vor zu schmal und dort, wo sie an parkenden Autos vorbeiführen, verkehrsgefährdend.

Gründe für schlechtes Abschneiden

Dieser und die nun folgenden Mängel wurden von den Ansbacher Grünen in den letzten Jahren schon öfter beanstandet und mit den zuständigen Behörden besprochen. Gründe für das nach Meinung der Grünen schlechte Abschneiden im Fahrradklima-Test seien also:

  • Der Millionen-Umbau der Schloss- und Schafft-Kreuzung weist gefährliche Planungsfehler bei der Radverkehrsführung auf und hat die Situation für Radelnde insgesamt eher verschlechtert.
  • Es gibt immer noch kein Ansbacher Radverkehrsnetz und die Pläne für eine einheitliche Beschilderung liegen auf Eis.
  • Ansbachs Radwege sind an vielen Stellen in schlechtem Zustand (z. B. Eyber Straße), haben Schlaglöcher und gefährliche Schwellen.
  • Ansbach braucht mehr Radwege. Und wo dafür kein Platz ist, muss entweder mit Einbahnregelungen Platz geschaffen oder das Tempo des motorisierten Verkehrs so reduziert werden, dass Radelnde sich wohlfühlen.
  • Wo Tempo 30 angeordnet wurde, fehlt oft die Kennzeichnung am Boden (z. B. Neue Auslage) und das Gebot wird zu wenig durchgesetzt.

Verbesserungsvorschläge der Grünen

Zudem werden Verbesserungsvorschläge aufgelistet, die Ansbach zu einer fahrradfreundlicheren Stadt machen sollen:

  • Ansbach sollte den Titel „Fahrradfreundliche Stadt“ anstreben und deshalb endlich in der „Arbeitsgemeinschaft Fahrradfreundliche Kommunen“ (AGFK) Mitglied werden.
  • Ansbach muss die neuen Möglichkeiten der Beschilderungen wie „Radweg Radfahrer frei“ (z.B. Schöneckerstraße), „Überholen einspuriger Fahrzeuge verboten“ (Öchslertunnel, Kronacherbuck) nutzen und sich auf gefährlichen Abschnitten endlich zu Piktogrammketten durchringen.
  • Alle Kreuzungen müssen darauf geprüft werden, ob ein erweiterter Aufstellstreifen mit zuführendem Radstreifen möglich ist. Radstreifen und Schutzstreifen dürfen nicht gerade da enden, wo es gefährlich eng wird.
  • Die Ortsteile und das Umland müssen besser mit straßenbegleitenden Radwegen angebunden werden (z.B. Brodswinden, Steinersdorf, Lengenfeld, Röshof).
  • Die im ISEK skizzierte Fuß- und Radbrücke am Bahnhof würde die südlichen Stadtteile besser anbinden und für viele die gefährlichen Bahnunterführungen unnötig machen. In Verbindung mit einem Radschnellweg entlang der Gleise wäre das ein zukunftsweisendes Projekt.
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