Hochschule Ansbach. Foto: Barbara Duna
Symbolbild der Hochschule Ansbach. Foto: Barbara Duna.

Nach Corona-Fall: Kritik an Präsenzprüfungen der HS Ansbach

Nach Quarantäneauflagen für fast 100 Studierende der HS Ansbach nach einer Präsenzprüfung im Onoldiasaal sieht die Stadtratsfraktion der Offenen Linken Ansbach (OLA) die Notwendigkeit, mehr Vertrauen in die Studierenden zu setzen, das machen sie in einer Pressemitteilung klar.

„Es ist schwer nachvollziehbar, dass nun sehr viele junge Menschen zurückgeworfen werden, weil sie aufgrund von Quarantäne nicht an Prüfungen teilnehmen können. Daher sind Online-Prüfungen Gebot der Stunde.“

Forderung nach Freiversuchen

Zudem sollten unter Coronabedingungen sogenannte Freiversuche gelten, betont OLA-Stadtrat Milan Schildbach, selbst Student an der Ansbacher Hochschule. In anderen Bundesländern gelte bereits diese Regel, wonach eine nicht bestandene Prüfung wiederholt werden darf. Das heißt, eine Studentin, die ihre Drittprüfung nicht schafft, wird nicht exmatrikuliert, sondern erhält eine weitere Chance.

Ausweichort Turnhalle?

Überdies müsse infrage gestellt werden, ob es nicht mildere Mittel als Quarantäne für 100 Menschen möglich seien, so die OLA. Immerhin hätten im Onoldiasaal alle Masken getragen und Mindestabstände eingehalten, so Milan Schildbach. Sei in diesem Fall eine Vermeidung von Quarantäne nicht möglich, frage er sich, warum nicht in Turnhallen ausgewichen wurde.

Heftige Kritik vonseiten der Studierenden

Aus Reihen der Studierendenschaft gibt es mittlerweile heftige Kritik an der Hochschule und den Durchführungen von Präsenzprüfungen. Hier heißt es zum Beispiel, dass bei einer Prüfung im Studiengang Betriebswirtschaftslehre teilweise Community Masken getragen wurden, obwohl die HS ein Tragen von FFP2-Masken empfiehlt und Masken zur Verfügung stellen würde, sollten diese benötigt werden. Auch sei bei einer 90-minütigen Klausur nicht gelüftet worden, obwohl auch das im Hygienekonzept für die Prüfungen genau festgelegt ist.

„Einfach nicht nachvollziehbar“

In anderen Studiengängen werde das Konzept aber bereits viel besser umgesetzt, heißt es aus Reihen der Studierenden. Deshalb sei es teilweise unverständlich, warum hier mit zweierlei Maß gemessen werde. „Es ist für uns Studenten einfach nicht nachvollziehbar, warum so wenig auf unser Wohl geachtet wird“, sind zum Beispiel Aussagen, die auch immer häufiger in WhatsApp-Gruppen oder diversen Social Media-Plattformen auftauchen. Weiter heißt es, dass es natürlich jedem klar sei, die Möglichkeit zu nutzen, der Prüfung fernzubleiben (auch ohne ärztliches Attest) aber eine Benotung mit einer 5 sehen dann viele als ungerecht und kritisch in der Corona-Situation. Eine Entscheidung über einen Antrag der Fachschaft auf Einführung von Freiversuchen wurde laut Hochschule aufgrund von rechtlichen Unsicherheiten vertagt

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