Die Industrie hat im vergangenen Jahr besonders gelitten, viele Aufträge sind weggebrochen. Foto: Jessica Hänse
Die Industrie hat im vergangenen Jahr besonders gelitten, viele Aufträge sind weggebrochen. Foto: Jessica Hänse

Pandemiebedingte Auftragseinbrüche: mehr Druck, aber auch Chancen für Industrie

Die Industrie hat wie auch viele andere Sektoren im vergangenen Jahr eine intensive Zeit durchgemacht. Unterbrochene oder verzögerte Lieferketten machten vielen Branchen stark zu schaffen. Darüber hinaus änderten sich aufgrund der Hygienemaßnahmen häufig die Arbeitsprozesse, wodurch es zu zusätzlichen Belastungen im Arbeitsalltag kam. Die schlimmste Veränderung für viele Unternehmen war jedoch sicherlich die einbrechende Auftragslage. Denn vielerorts hat die Unsicherheit über die zukünftige Entwicklung und die angespannte Konsumlage dazu geführt, dass viele Projekte verschoben oder gar gecancelt wurden und dadurch auch weniger Aufträge an den Anlagenbau erteilt wurden. Die veränderte Situation hat viele Unternehmen zum Handeln gezwungen. Neben der kritischen Situation ergeben sich allerdings auch so einige Chancen.

Chancen und Trends im Anlagenbau

Gerade der Umstand, dass die Auftragslage über viele Monate hinweg angespannt war und mitunter auch zukünftig noch nicht gut einschätzbar ist, hat dazu geführt, dass viele Betriebe größere Umstrukturierungen vorgenommen haben. Mitunter wurden Projekte vorgezogen, die erst für später geplant waren, um Kosten in der Produktion einzusparen oder die Effizienz zu steigern. In vielen Fällen waren es auch nur kleinere Entwicklungen, die jedoch langfristig einen großen Unterschied machen.

Fördert die Pandemie eine gesundere Lebensweise?

Beispielsweise werden Fügeverfahren in der Fertigung immer wichtiger. Denn im Maschinen- und Anlagenbau sorgen innovative Neuerungen dafür, dass es immer häufiger darum geht, verschiedene Materialien fest und dauerhaft miteinander zu verbinden. Eine immer öfter eingesetzte Methode dabei ist das Heißnietverfahren. Der Prozess, der auch unter den Begriffen Warmumformung oder Heißverstemmen bekannt ist, wird genutzt, um Materialien formschlüssig und punktuell miteinander zu verbinden. Die Verbindung ist unlösbar und hebt damit die Qualität und Lebensdauer eines jeden Erzeugnisses, das auf diese Weise gefertigt wird.

Die Vorteile des Heißnietens

Neben der erzielbaren Qualitätssteigerung für Produkte liegt ein wesentlicher Vorteil bei der Nutzung des Heißnietens vor allem in der damit verbundenen Kostensenkung begründet. Denn im Vergleich zu anderen Verfahren zur Verbindung mehrerer Materialien lassen sich beim Heißnieten Ressourcen sparen. Dies ist vor allem dann der Fall, wenn teil- oder vollautomatisierte Systeme zum Einsatz kommen, wo in jedem Schritt alle relevanten Parameter jederzeit gemessen werden. Dadurch lässt sich Ausschuss auf ein Minimum reduzieren, während auch immer nur die genau benötigte Menge an Verbrauchsmaterialien zugeführt wird. Ein weiterer Vorteil liegt in der Mehrstufigkeit der Methode. Denn beim Heißnieten wird ein sogenannter Nietpin zuerst erwärmt, bevor er in die jeweilige Öffnung eingeführt wird. Um Zeit zu sparen, was vor allem in der Großserienfertigung von Bedeutung ist, können diese zwei Schritte auch parallel zueinander stattfinden. Das bedeutet, dass ein bereits erwärmter Pin in das zu verbindende Material eingeführt wird, während der nächste Pin bereits für das nachfolgende Werkstück erwärmt wird. Insbesondere bei großem Durchsatz lassen sich hierbei große Zeiteinsparungseffekte erzielen.

Dauerhafte Verbindungen in vielen Bereichen

Permanente Verbindungen unterschiedlicher Materialien sind in vielfältigen Bereichen des industriellen Maschinen- und Anlagenbaus gefragt. Die Auto -Industrie, aber auch die Luft- und Raumfahrt-Industrie setzen daher auf innovative Verfahren, mit denen nicht nur verlässliche Verbindungen geschaffen werden können, sondern darüber hinaus auch in der Fertigung, Ressourcen, Zeit und Geld gespart werden. Auch in der Sanitärtechnik und im Bau von Gehäusen für die Elektronik-Industrie kommen solche Methoden daher zum Einsatz.

Fertigungs-Industrie auf neuen Wegen

Die durch die Pandemie eingeleitete Wirtschaftskrise hat viele Sektoren vor große Herausforderungen gestellt. Wegbrechende Umsätze haben es vielerorts notwendig gemacht, über Einsparungen nachzudenken. Schon durch kleine Schritte lassen sich dabei hohe Kosten einsparen, wenn es sich um Großserien handelt. So wurde in vielen Betrieben auch genaueres Augenmerk auf die Verbindungstechnik in Fertigungslinien geworfen. Denn durch zukunftsweisende Verfahren wie das Heißnieten können Prozesse nicht nur zunehmend automatisiert werden, sondern neben einer Qualitätssteigerung lässt sich auch eine Einsparung von Ressourcen in der Fertigung erzielen.

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