Mit DIY-Kleidung eine nachhaltige Alternative schaffen. Foto: Pascal Höfig
Mit DIY-Kleidung eine nachhaltige Alternative schaffen. Foto: Pascal Höfig

DIY-Kleidung als nachhaltige Alternative

Gerade vor Weihnachten wird leider wieder eines besonders klar sichtbar: Welchen hohen Stellenwert Konsum in unserer Gesellschaft hat. Insbesondere die Modeindustrie bringt ihre Kollektionen in immer geringeren Intervallen auf den Markt. Denn Kleidung wird im Durchschnitt immer schnelllebiger, gekaufte Stücke werden nicht lange getragen und es muss ständig Nachschub her. Häufig werden eigentlich noch gute Kleidungsstücke entsorgt. Zum Teil, weil die Qualität nicht sehr hoch ist, oft aber einfach nur, weil die Produkte nicht mehr modisch erscheinen.

Fast Fashion den Kampf ansagen

Aber das muss nicht so sein. Auch, wenn es sich oft nicht so anfühlt: Jeder und jede Einzelne kann durch das eigene Verhalten einen Unterschied machen. Einerseits gibt es die Möglichkeit, noch intakte Kleidungsstücke diversen Einrichtungen zu spenden und damit Menschen in Not zu helfen. Andererseits können nicht mehr gewollte Teile auch auf Second-Hand-Plattformen im Internet verkauft werden. Immer mehr Menschen suchen mittlerweile bewusst nach Ware aus zweiter Hand.

Upcycling: nachhaltiger Gegentrend zur schnelllebigen Modeindustrie

Für leicht beschädigte Stücke oder für jene, die nur mehr schwer verkauft werden könnten, lässt sich mittlerweile ein weiterer Trend erkennen: das sogenannte Upcycling. Hier werden alte Kleidungsstücke und Stoffe genutzt, um sie aufzuwerten, zu anderen Produkten umzunähen und ihnen so neues Leben einzuhauchen. Dabei sind der Fantasie kaum Grenzen gesetzt. Wie wäre es zum Beispiel mit einer Tablet-Hülle aus einer alten Bluse? Oder mit einer Stofftasche für den Lebensmitteleinkauf aus einem alten T-Shirt? Wer alte Jeans und Reißverschlüsse übrig hat, könnte sich ein neues Kosmetiktäschchen nähen. Alte Pullover bieten sich als ganz besondere Polsterhüllen an und mit selbstgenähten waschbaren Abschmink-Pads könnte zusätzlich Müll vermieden werden, der ansonsten täglich durch Wegwerfpads anfällt. Momentan außerdem sehr viel genutzt: selbstgenähte Mund-Nasenschutz-Masken aus alten Stoffresten. Und für dieses Jahr zwar etwas zu spät, aber vielleicht eine Idee für nächsten Dezember: ein selbstgemachter Adventskalender aus 24 kleinen Stoffbeuteln, um jemandem eine Freude zu bereiten.

DIY-Mode: ein Hobby für Nähanfänger und Fortgeschrittene

Anfänger sollten mit einfachen Stücken beginnen, etwa mit einer einfachen Einkaufstasche oder einem Stofftaschentuch und sich langsam und erst nach ein bisschen Übung an schwierigere Projekte wagen. So können kleine Erfolgserlebnisse gefeiert werden und die Motivation bleibt hoch. Wer nach Inspirationen für erste Versuche oder auch das nächste Upcycling-Projekt sucht, wird schnell fündig. Schnittmuster und Ideen zum Nähen finden sich sehr viele gute im Internet – zum Teil auch mit detaillierten Anleitungen und Tipps.

Individualität feiern: selbstgenähte Stücke aufwerten

Wer schon etwas Übung beim Nähen sammeln konnte, kommt wahrscheinlich rasch auf den Geschmack, noch mehr Stücke zu kreieren. Da kommt schnell eine stolze Sammlung an DIY-Kleidung und Accessoires zusammen – vielleicht auch für Freunde und Bekannte. Wer diesen Unikaten noch das gewisse Etwas verleihen will, findet online mittlerweile auch viele Möglichkeiten, die selbst gestalteten Artikel aufzuwerten beziehungsweise zu individualisieren. Eine Möglichkeit dafür sind zum Beispiel selbst gestaltete Etiketten wie etwa die Bügeletiketten von Wunderlabel, die auf jedes selbst hergestellte Kleidungsstück aufgebügelt werden können und die eigene „Kollektion“ als solche auszeichnen.

Nachhaltiger Trend gegen Fast Fashion

Besonders zu Weihnachten wird uns der hohe Stellenwert des Konsums wieder bewusst. Insbesondere die Modeindustrie ist hier trauriger Spitzenreiter. Doch Trends wie das Upcycling stellen das nachhaltige Pendant zur schnelllebigen Fast Fashion der großen Modeketten dar. Und die gute Nachricht: Sie bahnen sich langsam einen Weg nach vorne. Der Trend zu DIY-Kleidung hilft dabei, Ressourcen zu sparen und die Umwelt zu schonen. Denn Kleidung, die nicht mehr gebraucht wird – weil sie nicht mehr modisch ist oder Abnutzungserscheinungen zeigt – kann mit ein bisschen Kreativität und Übung einfach wiederverwertet werden. Ein weiterer Vorteil: Wer selber näht, hebt sich von der Masse hervor, Individualität und Nachhaltigkeit sind die Zauberwörter.

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