Kontaktlose Menschenkette vor dem Theater Ansbach. Foto: Michael Hanisch
Kontaktlose Menschenkette vor dem Theater Ansbach. Foto: Michael Hanisch

Situation der Kultureinrichtungen: Theater Ansbach nimmt an Aktionstag teil

Der Deutsche Bühnenverein hat am vergangenen Samstag für Montag, 30.11.2020, zu einem bundesweiten Aktionstag aufgerufen, der auf die schwierige Lage der Kultureinrichtungen angesichts des zweiten Lockdowns aufmerksam machen soll. Bundesweit beteiligten sich zahlreiche Theater mit unterschiedlichen Aktionen zu diesem Tag – auch das Theater Ansbach.

Kontaktlose Menschenkette

Bühnenschaffende aus Ansbach haben sich um 12 Uhr zu einer kontaktlosen Menschenkette vor dem Theater Ansbach am Schlossplatz versammelt. Neben Mitarbeitern des Theaters Ansbach waren auch Vertreter des Spielwerks Ansbach e.V., des Theaters Kopfüber und des Kommando Grimm und einige treue Zuschauer vor Ort. Die Beteiligten hielten alle Hygiene- und Abstandsregelungen ein.

Arbeit in Theatern geht weiter

Unter dem Motto „Wir sind noch da in Ansbach“ wollten die Beteiligten darauf aufmerksam machen, dass auch, wenn keine Vorstellungen stattfinden, die Arbeit in den Theatern weiter geht. Es wird weiter geprobt, Bühnenbilder werden gebaut, Stücke werden zu Ende produziert und harren ihrer Aufführungen. Dieser Zustand lässt sich dauerhaft nicht aufrechterhalten.

Finanzielle Einbußen

Neben den finanziellen Einbußen, die ohne Publikum entstehen, können die Theater nicht endlos weiterarbeiten, denn die Stücke, die zurzeit geprobt werden, müssen auch irgendwann zur Aufführung gelangen können. Bisher hat die Politik keine Perspektive gegeben, wann die kulturellen Veranstaltungsorte wieder öffnen können, bei den letzten Beratungen im Kanzleramt gab es keine Konzepte für den Kulturbetrieb, außer der Aussage, dass bis 20. Dezember alle Veranstaltungen abgesagt sind, eine Verlängerung des Lockdowns ist nicht ausgeschlossen.

Erkennbare Perspektive fehlt

Mehrere Bühnen haben schon Schließungen bis Ende Januar oder gar Ende Februar angekündigt. Den Bühnenschaffenden fehlt eine erkennbare Perspektive und eine Wertschätzung ihrer gesellschaftsrelevanten Arbeit, so das Theater in einer Pressemitteilung. Mit der Aktion wollten sie auf die akute prekäre finanzielle Situation aber auch auf langfristige Folgeschäden aufmerksam machen. Ihrem Publikum möchten die Theater sagen, dass sie gerne in der Krise für die Zuschauerinnen und Zuschauer da sein und das Lebensmittel Kultur anbieten möchten. Dass die Bühnen in einer Krise zum Schweigen verurteilt und damit ihrer ureigensten Mittel beraubt sind, ist für alle Beteiligten bitter, so das Theater Ansbach abschließend.

Artikel beruht auf einer Pressemitteilung des Theaters Ansbach.

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