Lebkuchenherzen und Süßigkeiten. Symbolfoto: Jessica Hänse
Werden zukünftig Süßigkeiten nur noch per 3D-Drucker hergestellt? Symbolfoto: Jessica Hänse

Was 3D-Drucker auf den Teller bringen

Ähnlich bei Techniken wie Virtual Reality (VR) und Augmented Reality (AR) sind 3D-Drucker keineswegs ein brandneuer Hype, den lediglich IT-Insider aus dem Silicon Valley kennen. Das Herstellen von Ersatzteilen und individuellen Kleinsthelfern für die heimische Werkstatt hat 3D-Druckern bei Hobbybastlern ein hohes Ansehen beschert. Doch wieso bei klassischem Druckmaterial bleiben? Neben TPU und PLA gibt es eine Reihe exotischer und sogar essbarer „Munition“ für dreidimensionale Printer. Wie wäre es zum Beispiel mit einem Becher knuspriger Nuggets oder einem Blumenstrauß aus Schokolade?

Fast Food made by 3D-Drucker?

Wir berichteten bereits über die Möglichkeiten, Lebensmittel in einem 3D-Drucker herzustellen beziehungsweise zu formen. Die US-amerikanische Fast-Food-Kette Kentucky Fried Chicken plant etwa, in Zukunft fleischlose, via 3D-Druck hergestellte Nuggets in seinen Filialen anzubieten. Klarer Vorteil dieser Produktion: Es werden lediglich so viele Snacks hergestellt wie benötigt. „Auf Vorrat“ frittieren, backen, kochen oder braten gehört der Vergangenheit an – ebenso wie das Wegschmeißen beziehungsweise Vernichten der Nahrungsmittel. Zudem müssen Tiere weder geschlachtet noch gemästet werden. Allerdings ist zu beachten, dass der Geschmack veganer Produkte vielen Menschen (noch) missfällt. Auch der Aspekt der Beschäftigung darf nicht außer Acht gelassen werden: Sollte jedes Restaurant zur Selbstbedienungstheke mutieren, in der jedes Menü auf Knopfdruck hergestellt wird, dürften Tausende Service-Kräfte ihren Job verlieren.

Für Naschkatzen wie gemacht

Neben deftigen Schmankerln können auch süße Verführungen einem 3D-Drucker entspringen. Dieser Ansatz erscheint erfolgversprechender. Denn via 3D-Drucker erzeugte Leckereien, die aus Zuckerguss oder Schokolade bestehen, sind geschmacklich gesehen gleichauf mit konventionell produzierten Leckereien. Der Schokoladen-Riese Barry Callebaut hat in Zusammenarbeit mit Mona Lisa 3D Studio ein interessantes Projekt auf den Weg gebracht: Hotels und Gastronomiebetriebe können das Designen unterschiedlichster Formen in Auftrag geben und anschließend in einer Schokoladenart ihrer Wahl produzieren lassen. Der Zeitraum von der Designplanung über die Prototypenerstellung bis hin zur Schokoladenproduktion beträgt zehn bis zwölf Wochen.

Fazit: In der Gegenwart brilliert der klassische 3D-Druck

Die Möglichkeiten des modernen 3D-Drucks sind faszinierend, keine Frage. Bis zum großen Durchbruch in der Lebensmittelverarbeitung dürfte allerdings noch etwas Zeit vergehen. Denn aktuell sind 3D-Lebensmittel-Drucker in ihrer Anschaffung schlichtweg zu kostspielig, um den Sprung in die hiesige Gastronomie zu meistern. Projekte, wie sie Barry Callebaut angestoßen hat, könnten einen entscheidenden Beitrag auf dem Weg zur 3D-Drucker-Revolution leisten. Bis dato dürften klassische Filamente wie Nylon, Harz, Aluminium und Edelstahl im 3D-Drucker-Gewerbe die Oberhand behalten. Die gute Nachricht: Mittlerweile können sowohl Geschäfts- als auch Privatkunden entsprechende 3D-Drucker-Anbieter beauftragen. Spritzgussteile beispielsweise können via Rapid Tooling in wenigen Hundert bis zu mehreren Tausend Stück gefertigt werden. Auch andere Technologien, wie die Blechbearbeitung, werden meist von vielen dieser Dienstleister angeboten.

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