Symbolbild Wohnen. Foto: Pascal Höfig
Symbolbild Wohnen. Foto: Pascal Höfig

Mietpreissteigerung: OLA fordert Maßnahmen gegen Wohnraumleerstand

Erneut ist Ansbach fränkischer Spitzenreiter bei den Mietpreissteigerungen. Im Vergleich zum Vorjahr stiegen im ersten Halbjahr 2020 die durchschnittlichen Nettokaltmieten in der Rezatstadt um acht Prozent auf nunmehr acht Euro pro Quadratmeter im Monat an. Das ergibt eine aktuelle Studie des Onlineportals Immowelt. In keiner anderen kreisfreien Stadt Frankens wurde nur annähernd eine ähnliche Erhöhung verzeichnet. Bereits 2017 war Ansbach in einer Erhebung des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) Rekordhalten Frankens bei den Mietpreissteigerungen.

„Stadtbau in Spur kommen“

Die Stadtratsfraktion der Offenen Linken Ansbach (OLA) sieht dringenden Handlungsbedarf: „Anderthalb Jahre nach ihrer Gründung muss die Stadtbau endlich in die Spur kommen. Ziel muss es angesichts der angespannten Lage am Immobilienmarkt jetzt sein, leer stehende Wohnungen zu identifizieren, anzukaufen und preiswert zu vermieten.“ Zudem sollten Besitzer von Wohnungen sensibilisiert werden. Andere Städte ergreifen bereits deutlichere Maßnahmen: In Nürnberg etwa ist ein Wohnraumleerstand von mehr als drei Monaten nicht erlaubt.

Den Grund für die immer weiter steigenden Mieten in Ansbach sieht die OLA nicht zuletzt als Folge von fast 20 Jahren Passivität der Kommune am Immobilienmarkt nach dem Verkauf der städtischen Wohnungen. Nach langem Ringen hatte die OLA den 2016 beantragten Wiederaufbau einer kommunalen Wohnungsbaugesellschaft zum 1. April 2019 durchsetzen können.

Wenig Geld zur Verfügung

„Die Preisexplosionen bei der Miete spüren die Ansbacherinnen und Ansbacher in besonderem Maße im Portemonnaie“, betont die OLA. Als Schlusslicht bei der Steuerkraft und einem übergroßen Niedriglohnsektor bleibt vielen in der Stadt wenig Geld zur freien Verfügung. Die Preissteigerung 2020 mache bei einer 80-Quadratmeter-Wohnung 480 Euro im Jahr aus „Oberbürgermeister und Stadtrat sind in der Pflicht, die Versäumnisse der Vergangenheit jetzt anzupacken. Bei der Schaffung von bezahlbarem Wohnraum darf nicht länger gezögert werden.“

Artikel beruht auf eine Pressemitteilung der Offenen Linken Ansbach (OLA).

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