Essen wir bald Lebensmittel aus dem 3D Drucker? Foto: Pascal Höfig
Essen wir bald Lebensmittel aus dem 3D Drucker? Foto: Pascal Höfig

Essen aus dem 3D Drucker?

Kaum eine andere Technologie hat in jüngerer Vergangenheit eine so beeindruckende Entwicklung hingelegt wie der 3D Druck. In vielzähligen Industriezweigen hat er Arbeitsweisen verändert und Prozesse vereinfacht. Längst gibt es auch Versuche, Lebensmittel auszudrucken. Aber wollen wir wirklich Essen aus dem 3D Drucker?

Computergesteuerte Maschinen

Die Vorgehensweise beim 3D Druck ist denkbar einfach: Eine Maschine verteilt ein Material so, dass daraus ein Objekt entsteht. Das kann zum Beispiel das Modell eines Hauses sein, das ein Architekt geplant hat. Auch künstliche Kniegelenke oder Ersatzteile für Autos lassen sich auf diese Weise produzieren. Der 3D Druck ist eine ähnliche Form der CNC Bearbeitung. Die Abkürzung steht für „Computerized Numerical Control“ und bezeichnet somit die Steuerung per Computer. Ein PC ist also dafür zuständig, den Drucker so zu lenken, dass der vorgesehene Gegenstand entsteht.

Vielfalt bei den Materialien

Theoretisch kann die Methode mit jeder Art von Material durchgeführt werden, das verflüssigt werden kann und im festen Zustand eine gewisse Härte erlangt. Viele 3D Druck Dienstleister, die in zahlreichen Städten Europas tätig sind, bieten unter anderem verschiedene Arten von Kunststoff sowie Nylon, Harz, Aluminium und Edelstahl als Materialien für den dreidimensionalen Druck an. Die Dienstleister verfügen meist auch über die notwendigen Maschinen, um Projekte mit anderen Fertigungsverfahren zu realisieren. Zur Verfügung stehen unter anderem Spritzguss, CNC Fräsen und CNC Drehen.

KFC plant Einführung von ausgedruckten Chicken Nuggets

Wenn der 3D Druck mit Kunststoff oder Metall funktioniert, dann ist er auch mit Beton möglich. Das haben verschiedene Firmen unter Beweis gestellt, die Häuserwände ausdrucken und so Gebäude errichten. Auch Fleischersatz lässt sich formen – und kommt somit ebenfalls als Material für den dreidimensionalen Druck infrage. Die US-amerikanische Fast-Food-Kette Kentucky Fried Chicken (KFC) hat vor kurzem angekündigt, demnächst Chicken Nuggets auf den Markt bringen zu wollen, die im 3D Drucker entstanden sind. Dafür arbeitet das Unternehmen mit dem russischen Labor 3D Bioprinting Solutions zusammen. Als Material für die gedruckten Nuggets ist ein Gemisch aus pflanzlichen Bestandteilen und Zellen von Hühnern vorgesehen. Somit ist das Ergebnis nicht für eine vegetarische Ernährung geeignet. Verschiedene Gewürze und die Panade sollen immerhin dafür sorgen, dass die Nuggets den originalen KFC-Geschmack haben.

Vorurteile & Vorteile

Ein Lebensmittel zu essen, das aus dem 3D Drucker stammt, ist durchaus gewöhnungsbedürftig. Die Vorstellung wird mit Sicherheit auch nicht wenige Menschen abschrecken und davon abhalten, die entsprechenden Produkte zu kaufen. Einen wichtigen Vorteil hat diese Fertigungsweise aber immerhin: Es müssen keine Tiere dafür geschlachtet werden.

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