Spielzeugautos. Symbolfoto: Pascal Höfig
Spielzeugautos aus Plastik. Symbolfoto: Pascal Höfig

Herstellung von Kunststoffprodukten – Wie funktioniert’s?

Plastik ist eines der am meisten verwendeten Materialien für Konsumprodukte. Seien es Spielzeuge für Kinder, Gehäuse von elektronischen Geräten oder Alltagsgegenstände wie Wäscheklammern und Kugelschreiber – Kunststoff lässt sich in jedem Haushalt in großen Mengen finden. Doch wie entstehen eigentlich die Produkte aus Plastik?

Kunststoff statt Elfenbein

Unternehmen, die heutzutage in großen Mengen Produkte aus Kunststoff herstellen, greifen üblicherweise auf den Spritzguss zurück. Diese Methode basiert auf einem denkbar einfachen Prinzip: In eine Form, die das Negativ des gewünschten Gegenstands darstellt, wird flüssiger Kunststoff gegossen. Ist das Material abgekühlt und ausgehärtet, ist auch das Objekt fertig. Den Grundstein für den Spritzguss legte der US-Amerikaner John Wesley Hyatt in den 1860er-Jahren. Als er auf der Suche nach einem Material war, das er statt Elfenbein für die Herstellung von Billardkugeln verwenden konnte, erfand er den thermoplastischen Kunststoff. Hyatt war es auch, der sich im Jahr 1872 mit seinem Bruder Isaiah die erste Spritzgussmaschine patentieren ließ. Das Gerät war recht simpel – vor allem im Vergleich zu den Maschinen, die heute eingesetzt werden. Das Urmodell bestand hauptsächlich aus einem heißen Zylinder, in dem der Kunststoff aufgewärmt und verflüssigt wurde.

Großproduktionen lohnen sich finanziell mehr

In den letzten Jahrzehnten hat sich der Spritzguss zur kostengünstigen Methode entwickelt, um Produkte aus Kunststoff in großen Mengen herzustellen. In den meisten Fällen ist die Fertigung der Form der größte Kostenfaktor. Handelt es sich um eine Serie von 1.000 bis 10.000 Exemplaren, dann macht die Herstellung der Form zwischen 50 und 70 Prozent der gesamten Produktionskosten aus. Daher lohnt es sich nicht, für ein Projekt mit einer Stückzahl unter 1.000 den Spritzguss einzusetzen. Erst wenn mehr als 10.000 Produkte gefertigt werden, sind die Materialien für die Fertigung und der Betrieb der Maschine teurer als die Form selbst. Um die Kosten für das Spritzgießen möglichst niedrig zu halten, empfehlen sich einige praktische Vorgehensweisen. So sollte eine allzu detailreiche Gestaltung des gewünschten Objekts vermieden werden, ebenso könnte eine geringere Wandstärke eine praktikable Lösung sein. Dies spart sowohl Materialien als auch Produktionszeit.

Dienstleister mit großem Portfolio

Mit Spritzguss-Projekten in unterschiedlichen Größenordnungen lassen sich zahlreiche Dienstleister beauftragen. Die Dienstleister benötigen lediglich die CAD-Datei, nach der die Fertigung stattfinden soll. Handelt es sich um eine kleinere Stückzahl oder sollen die Produkte aus einem anderen Material als Kunststoff bestehen, dann kommen andere Fertigungsmethoden infrage. Je nach Projektanforderungen können Projekte auch mit CNC Fräsen oder 3D-Druck online in Auftrag gegeben werden.

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