Verkehrskontrolle der Polizei. Symbolfoto: Pascal Höfig
Verkehrskontrolle der Polizei. Symbolfoto: Pascal Höfig

Verkehrsunfallstatistik Mittelfranken 2019

Polizeivizepräsident Adolf Blöchl und Polizeidirektor Werner Meier, Leiter des Sachgebietes E 4 – Polizeiliche Verkehrsaufgaben -, appellierten im Rahmen der Vorstellung der Polizeilichen Verkehrsunfallstatistik 2019 an die Verkehrsteilnehmer, die Verkehrsregeln besser einzuhalten. Besonders die schwachen Verkehrsteilnehmer wie Fußgänger, Radfahrer und E-Scooter-Fahrer werden häufiger in schwere bzw. tödliche Unfälle verwickelt und benötigen unsere Rücksicht.

Zahl der Verkehrsunfälle gestiegen

Nach einem Rückgang bei den Geschwindigkeitsunfällen im Vorjahr, ist 2019 wieder ein Anstieg auf 2.812 (2.691) zu verzeichnen. Hierbei wurden 22 (26) Personen getötet und 1.469 (1.458) Personen verletzt. Die Zahl der Verkehrsunfälle in Mittelfranken ist 2019 um 0,44 % auf 54.107 (53.868) gestiegen. Die Zahl der Unfälle mit Personenschaden reduzierte sich um -3,55 % auf 6.954 (7.210). Bei den Verkehrsunfällen mit tödlichem Ausgang starben 67 (74) Personen bei 65 (68) Verkehrsunfällen. Außerorts kamen bei Unfällen 52 (57) Personen ums Leben, innerorts verstarben 15 (17).

Was sind die Ursachen?

Die Anzahl der Alkoholunfälle sank um -3,29 % auf 588 (608). Leider wurden dabei 3 (5) Personen getötet und 257 (340) Personen verletzt. Es wurden 69 (67) Unfälle unter dem Einfluss anderer berauschender Mittel (Drogen, neue psychoaktive Substanzen, Medikamente) registriert. Im Jahr 2019 wurden bei Unfällen unter Drogen-/ Medikamenteneinfluss 29 (37) Personen verletzt und eine (0) Person getötet.

Weitere Unfallursachen für überhöhte und nicht angepasste Geschwindigkeit sind unter anderem:

  • ungenügendem Sicherheitsabstand
  • Fehler beim Abbiegen, Wenden, Rückwärtsfahren
  • Vorfahrtsverletzung
  • Fehler beim Nebeneinanderfahren bzw. Nichtbeachten des Reißverschlussverfahrens
  • Nichtbeachten des Rechtsfahrgebots/Falsche Straßenbenutzung

Unfälle durch junge Erwachsene

Der Anteil der Altersgruppe „Junge Erwachsene“ (18 bis 24 Jahre) am Gesamtunfallgeschehen (ohne Kleinunfälle) beträgt 20 %, obwohl der Bevölkerungsanteil nur bei 8 – 9 % liegt. Die jungen Erwachsenen sind deshalb die am stärksten gefährdete Altersgruppe. Von den 4.128 (4.183) Verkehrsunfällen mit Beteiligung von jungen Erwachsenen haben 2.220 (2.248) Unfälle die jungen Erwachsenen (als Hauptunfallverursacher) selbst verursacht. Im Jahr 2019 kamen 6 (9) junge Erwachsene ums Leben. Es wurden 1.192 (1.198) junge Erwachsene verletzt.

Zahl der Verkehrsunfälle:

  • Die Zahl der Verkehrsunfälle mit Beteiligung der Radfahrer betrug im abgelaufenen Jahr 2.283 (2.316) mit 12 (9) getöteten und 2.118 (2.135) verletzten Radfahrern. Von den 2.283 (2.316) Verkehrsunfällen verursachten die Radfahrer 1.290 (1.319) Unfälle (als Hauptverursacher) selbst
  • Bei Verkehrsunfällen mit Beteiligung von Lkw wurden 181 (153) Personen verletzt und sechs (4) getötet. Von den 2.696 (2.785) Unfällen haben die Lkw-Führer als Hauptunfallverursacher 1.787 (1.910) Unfälle selbst verschuldet.
  • Bei 4.238 (4.098) Verkehrsunfällen waren Senioren ab 65 Jahre beteiligt, dabei wurden 21 (21) getötet und 995 (953) verletzt. Die Senioren, deren Anteil an der Gesamtbevölkerung 20 % im Regierungsbezirk Mittelfranken beträgt, sind nur mit 7,83 % am Gesamtunfallgeschehen (ohne Kleinunfälle) beteiligt. Allerdings mit gravierenden Folgen – 31 % der Getöteten waren Senioren.

Konsequente Überwachung

Neben verstärkter Öffentlichkeitsarbeit und präventiven Maßnahmen wie der Verkehrsaufklärung an Schulen und bei Senioren wird die mittelfränkische Polizei auch weiterhin eine konsequente Verkehrsüberwachung und Ahndung von Geschwindigkeitsverstößen, beispielsweise in Form verstärkter Geschwindigkeitsmessungen, durchführen, um so die Unfallzahlen weiter zu senken.

  • Jeder Einzelne trägt Verantwortung im Straßenverkehr für sich und andere – Geschwindigkeit entscheidet über Leben und Tod. Wer bei erlaubten 50 mit 70 fährt, tötet mit 60 km/h.
  • Ein Schwerpunkt der Präventionsarbeit liegt weiterhin bei den sog. schwachen Verkehrsteilnehmern wie Fußgänger, Radfahrer und E-Scooter-Fahrern.
  • Ein Blick aufs Handy bei 100 km/h sind 83,3 Meter im Blindflug.

 

Dieser Artikel beruht auf einer Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Mittelfranken.

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