Schulbereich. Foto: Pascal Höfig
Schulbereich. Foto: Pascal Höfig

Tempo 30 vor Ansbacher Bildungseinrichtungen gefordert

Bereits 2013 wurde im Verkehrsausschuss der Stadt Ansbach einstimmig beschlossen, dass im Bereich von allen Kindertagesstätten und Grundschulen die Höchstgeschwindigkeit auf ein Tempo von 30 km/h beschränkt werden soll. Diese Regelung soll nun auch auf andere Ansbacher Bildungseinrichtungen ausgedehnt werden, das beantragen die Fraktionen CSU, BAP, SPD und FW/AN gemeinsam. Sollte man hier noch weiter gehen? In andern Städten wie Aschaffenburg gilt in der gesamten Innenstadt Tempo 30 – wäre das auch was für Ansbach?

Tempo 30 auf Zeit

30 km/h in der Zeit von Montag-Freitag von 7 bis 17 Uhr – und das vor Kindertagesstätten und Grundschulen, jedenfalls wenn dies nach StVO möglich ist: So lautet die aktuelle Regelung in Ansbach seit 2013. Diesen Beschluss möchten die CSU, BAP, SPD und FW/AN nun erweitern und bitten in einem Antrag darum, auch andere Ansbacher Bildungseinrichtungen wie Hochschulen etc. zu berücksichtigen. „Die Verwaltung möge zudem auflisten, vor welchen Kindergärten und Schulen bereits eine Geschwindigkeitsbeschränkung angeordnet wurde.“, heißt es weiter im Antrag. Hierzu müssten möglicherweise neue Schilder angeschafft werden, dessen Finanzierung im Antrag bereits berücksichtigt wurde.

Max. 30 km/h in der Innenstadt?

Die Stadt Aschaffenburg geht hier noch weiter: In der gesamten Innenstadt soll laut neuem Verkehrskonzept nun Tempo 30 gelten, so der Bayerische Rundfunk. Im Rahmen dieser Maßnahmen soll auch eine Hauptstraße zu einer sogenannten „Umweltstraße“ geändert werden. Einen Stichtag für die Umsetzung gibt es aktuell noch nicht. Die Stadt erhofft sich davon mehr Lebensqualität für die Bürger und Besucher, aber was bringt die Tempoänderung eigentlich?

Wenn in der kompletten Innenstadt Zone 30 gilt und jeder somit langsamer unterwegs ist, steigt die Sicherheit der Radfahrer und Fußgänger enorm an. Autofahrer können bei einer niedrigen Geschwindigkeit besser auf ihre Umgebung achten, vorausschauender fahren und haben im Ernstfall einen kürzeren Bremsweg. Radfahren und Spazierengehen in der Innenstadt wird also deutlich sicherer für alle Beteiligten.

Besserer Verkehrsfluss

Eine durchgehende 30er-Zone verhindert unnötige Stop & Go-Phasen, was weniger Stau zur Folge hat. Der Verkehr fließt also besser als bei den bisherigen Regelungen. Das Fahren in der Stadt wird dementsprechend deutlich angenehmer für Verkehrsteilnehmer, weil das ständige Bremsen und Beschleunigen wegfällt und man mit einer relativ konstanten Geschwindigkeit unterwegs sein kann. 

Niedrigere Geschwindigkeit bedeutet auch weniger Beschleunigung und damit mehr Ruhe. Vor allem Häuser, die direkt an Hauptstraßen liegen, profitieren nicht von den 30er-Zonen in Wohngebieten und müssen oft Lärmbelästigungen durch vorbeifahrende Autos in Kauf nehmen. 

Unterschied nicht signifikant

Wer mit einer konstanten Geschwindigkeit fährt und nicht ständig bremst oder beschleunigt benötigt außerdem weniger Sprit und stößt dementsprechend auch weniger CO2 aus. Nicht nur die Umwelt freut sich darüber, sondern auch die Autofahrer, die weniger Geld fürs Tanken ausgeben müssen. Langsamere Geschwindigkeit bedeutet doch auch, dass man mehr Zeit benötigt, um eine gewisse Strecke zurückzulegen, richtig? Nicht ganz: Auch wenn 30km/h fast nur die Hälfte von der bisherigen Geschwindigkeit von 50km/h entsprechen, wirkt sich das auf den kurzen Strecken in der Stadt kaum auf die benötigte Dauer für eine Strecke aus. Für eine Strecke von fünf Kilometern beispielsweise benötigt man bei einer Geschwindigkeit von 50km/h in der Theorie sechs Minuten, bei 30km/h zehn Minuten. Jedoch muss man die Stop & Go -Phasen bei schnelleren Geschwindigkeiten mit einrechnen, wodurch der Unterschied gar nicht mal mehr so signifikant ist.

Tempo 30 bedeutet aber in der Innenstadt auch hier neue Schilder, außerdem eine Anpassung der Ampelschaltungen und Fahrpläne der öffentlichen Verkehrsmittel, um unnötige Verzögerungen zu verhindern. Eine vermeintlich kleine Änderung also, die einiges an Aufwand bedeutet.

Was hältst Du davon?

Trotz der vielen nötigen Maßnahmen, um die man sich kümmern müsste bevor es eine durchgehende Zone 30 in der Ansbacher Innenstadt geben kann, gibt es letztendlich auch positive Nebeneffekte wie die erhöhte Sicherheit und bessere Lebensqualität. Zunächst steht die Entscheidung über den Antrag der CSU, BAP, SPD und FW/AN-Fraktion aus – hier geht es in erster Linie um das Tempo 30 vor Bildungseinrichtungen in der Stadt.

Was hältst Du davon? Lass es uns gerne in einem Kommentar wissen oder schreibe uns eine Mail an redaktion@ansbachplus.de

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