CEO Klaus Schlicker zusammen mit dem Oberbürgermeister der Stadt Dinkelsbühl Dr. Christoph Hammer im FlyNowE Flugzeug. Foto: FlyNowE
CEO Klaus Schlicker zusammen mit dem Oberbürgermeister der Stadt Dinkelsbühl Dr. Christoph Hammer im FlyNowE Flugzeug. Foto: FlyNowE

Unterwegs mit dem Flugtaxi: Privater Flugshuttle in Dinkelsbühl

Während große Airlines wegen Corona am Boden bleiben müssen, bringt das fränkische Ultralight Flugtaxiunternehmen FlyNowE Geschäftsreisende mit 300 km/h sicher an ihre Businessziele. Oberbürgermeister Dr. Christoph Hammer und Klaus Schlicker, CEO des fränkischen Start-up-Unternehmens FlyNowE, gaben am 30. April 2020 gemeinsam das Signal für den offiziellen Start einer innovativen Mobilitätsdienstleistung, von der die gesamte Wirtschaftsregion Dinkelsbühl als Pilotregion profitieren soll.

Ausnahmesituation für Fluggesellschaften

Die Flugzeuge sind leer, manche  Airlines müssen sogar ihren Betrieb komplett einstellen. EasyJet beispielsweise lässt ihre Flugzeuge erstmal komplett am Boden und auch Ryanair soll bis zum 24. März 80 % seiner Flüge absetzten, bevor sie komplett alles einstellen. Wie lange diese Ausnahmesituation anhalten wird, kann keiner genau sagen. Aber sicher ist, dass die Fluggesellschaften noch lange mit den Konsequenzen umgehen müssen.

Darunter leiden vor allem auch Geschäftsreisende. Schnell zum Kunden zu fliegen ist während der Coronapandemie schlicht Wegs unvorstellbar. Eine mögliche Lösung bietet jetzt FlyNowE. Auf der Website des Unternehmens kann man eine Anfrage stellen, indem man einfach den Startpunkt und die Zieladresse eingibt, dazu ein Datum und eine Uhrzeit. Das Unternehmen setzt sich danach in Verbindung mit dem potenziellen Kunden.

Was für Vorteile bringt der Service mit sich?

Der wohl wichtigste Punkt im Moment ist die Gesundheit. Beim Fliegen mit einem kommerziellen Linienflug ist ein Passagier ungefähr 700 Berührungspunkten mit fremden Personen ausgesetzt, so das Unternehmen. Bei der Reise mit einem privaten Business-Flugzeug und weniger als 20 „Touchpoints“ liegt das Risiko einer Infektion dagegen rund 30 mal niedriger, berichtet der Aerokurier im März 2020.

„Als Privatanbieter bieten wir deutlich höhere Sicherheitsmaßnahmen, unterziehen unsere Piloten regelmäßig einem medizinischen Check und reduzieren damit signifikant die COVID-19 Ansteckungsgefahr für unsere Kunden“, erklärt Klaus Schlicker, CEO von FlyNowE. In einem exklusiven 2 Personen Hightech-Ultralightflugzeug Tarragon sitzt der Passagier in Tandemanordnung mit einer Schutzscheibe aus Plexiglas direkt hinter dem Piloten. Bei einer Reichweite von bis zu 1.300 km kann der Geschäftsreisende über ein Headset mit seinem Handy telefonieren oder über USB sein Tablet zum ungestörten Arbeiten über den Wolken nutzen.

Mehr als nur Freizeitsport

Auch der Oberbürgermeister von Dinkelsbühl Dr. Christoph Hammer ist sehr froh, jetzt einen Landeplatz bei sich eingerichtet zu haben. „Dass der Flugplatz Sinbronn mehr ist als nur Freizeitsport, hat Herr Schlicker mit seinen privaten Flugshuttle bewiesen. Gerade für unsere heimischen Unternehmer ist es damit möglich, in kürzester Zeit Geschäftstermine in Europa wahrzunehmen bzw. Geschäftspartner nach Dinkelsbühl zu befördern. Das ist ein hervorragender Infrastrukturvorteil.“

Denn eines ist sicher, in Stau wird man dabei nicht geraten.  Jahrelang war Klaus Schlicker als Projektmanager für Airbus, BMW und die Automotive-Zuliefererindustrie als Berufspendler selbst deutschlandweit auf zu gestauten Autobahnen unterwegs. Schließlich stieg er vom PKW auf sein Ultralight-Flugzeug um und flog täglich von seiner Heimat Weiltingen über den Wolken zu seinen Kunden. Diese Möglichkeit möchte er nun auch seinen Kunden bieten.

CEO Klaus Schlicker stellt seine Geschäftsidee vor. Foto: FlyNowE

CEO Klaus Schlicker stellt seine Geschäftsidee vor. Foto: FlyNowE

Wie teuer ist diese Exklusivität?

Bei über 700 Flugplätzen in Deutschland und bis zu 300 km/h können Geschäftsreisende von einer erheblichen Zeitersparnis profitieren. Als Beispiel ließe sich die Strecke von München nach Hannover hernehmen. Mit dem Auto braucht man ungefähr 6,5 Stunden, mit der Bahn 4,5 Stunden reine Fahrtzeit und mit herkömmlichen Airlines ca. 1 Stunde, zuzüglich Zeit für das Boarding. Mit FlyNowE soll die reine Flugzeit 1,5 Stunden dauern. Soweit so gut, der Zeitunterschied zwischen Auto und dem neuen Flugshuttle bietet definitiv mehr Komfort.

Doch diese Exklusivität hat auch ihren Preis. Während man nach jetzigem Stand ungefähr 110 € für ein Ticket in der zweiten Klasse von München bis Hannover bei der Bahn bezahlt, blättert der Kunde bei FlyNowE  um die 1.500 €  hin, der Preis wird aber auf Anfrage individuell kalkuliert. Momentan fliegt der kleine privat Flugzeug mit Super-Benzin, soll aber ab kommendem Jahr auch als Hybrid mit Elektroantrieb funktionieren. Michael Glückselig, Geschäftsführer einer Nürnberger Agentur, gehört zu den ersten Kunden, der sich inzwischen regelmäßig mit FlyNowE zu seinen Kundenterminen fliegen lässt. Er schwärmt vom neuen Trend und genießt die Zeit über den Wolken. „Das Erlebnis ist atemberaubend und verschafft eine kurze Auszeit vom stressigen Alltag.“

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