Luisa Geiselsöder gehört zu den drei ausgewählten deutschen Spielerinnen der WNBA Draft 2020. Foto: Luisa Geiselsöder
Luisa Geiselsöder gehört zu den drei ausgewählten deutschen Spielerinnen der WNBA Draft 2020. Foto: Luisa Geiselsöder

Wir fragen Luisa: Wie ist es als Spielerin der WNBA?

Das gab es noch nie – am 18. April 2020 wurden zum ersten Mal gleich drei deutsche Basketballnationalspielerinnen für die WNBA gedraftet. Ein enorm wichtiger Moment für die deutschen Basketballspielerinnen, denn sie dürfen in der nächsten Saison in der stärksten Frauenliga der Welt mitspielen. Satou Sabally wurde an zweiter Stelle von den Dallas Wings ausgewählt, die Ansbacherin Luisa Geiselsöder schaffte es in der zweiten Runde an 21. Stelle ebenfalls von den Dallas Wings gewählt zu werden und Leonie Fiebich ging an 22. Position zu den Los Angeles Sparks. Wie es ist, sein größtes Hobby zum Beruf zu machen, erzählt uns die 20-jährige Luisa aus Ansbach.

Ein Traum der in Erfüllung geht

Ansbach Plus (AN): Wie war es für dich, als du erfahren hast, dass du zu den ausgewählten Spielerinnen der WNBA Draft 2020 gehörst? War es dein Traum?

Luisa: Es war auf jeden Fall ein Traum, der an dem Abend in Erfüllung ging! Ich habe schon lange davon geträumt, einmal den Schritt in die WNBA gehen zu können. Jedoch hatte ich damit erst so in 2-3 Jahren gerechnet, daher war die Freude umso größer und ich hatte den ganzen Abend und den ganzen nächsten Tag ein Lachen auf meinem Gesicht!

AN: Wie wird es jetzt weitergehen? Was sind die nächsten Schritte?

Luisa: Der nächste Schritt ist erst einmal Frankreich. Mit dem Coach aus Dallas wurde direkt von Anfang an ausgemacht, dass, wenn sie mich draften, ich erst nächsten Sommer in das Trainingscamp eingeladen werde. In der kommenden Wintersaison werde ich das erste Jahr im Ausland für Landerneau spielen, Erfahrung sammeln und mich weiterentwickeln.

AN: Inwieweit wird deine Karriere momentan von der Corona-Krise beeinflusst?

Luisa: Momentan ist es schwer, etwas mit dem Ball zu machen, da wir zu Hause keinen Korb haben und alle Hallen geschlossen sind. Ich halte mich aber mit Home Workouts fit, wie die Meisten bestimmt, und gehe regelmäßig laufen. Sobald die Hallen wieder geöffnet haben, stehe ich als Erste auf dem Parkett!

 

Luisa fühlt sich auf dem Spielfeld wie Zuhause. Foto: Luisa Geiselsöder

Luisa fühlt sich auf dem Spielfeld wie Zuhause. Foto: Luisa Geiselsöder

 

„Da schau ich mir hin und wieder was ab“

AN: Wie ist dein Verhältnis zu den anderen zwei Spielerinnen Satou Sabally und Leonie Fiebich?

Luisa: Unser Verhältnis ist super! Die beiden sind super Persönlichkeiten! Mit Leonie spiele ich schon seit der Bayernauswahl zusammen, wir sind gemeinsam den kompletten Weg der Nationalmannschaft gegangen. Mit Satou habe ich das erste Mal im November gespielt und freue mich schon sehr darauf, in Zukunft mit ihr in einem Team spielen zu dürfen.

AN: Wer ist dein größtes sportliches Vorbild?

Luisa: Mein größtes sportliches Vorbild ist auf jeden Fall Emma Meesemann auf weiblicher Seite. Sie ist eine der erstaunlichsten und schlausten Basketballspielerinnen. Von ihr schau ich mir hin und wieder bisschen was ab und versuche, mir ihren Spielstil anzueignen. Auf männlicher Seite ist es Dirk Nowitzki! Er hat es geschafft, in der NBA von einem „Mitläufer“ zu einem Leistungsträger zu werden und hat sich auch in harten Zeiten nicht unterkriegen lassen! Und sein einbeiniger Wurf ist natürlich legendär. Aber auch abseits vom Feld ist er eine überragende Person! Er ist trotz des Erfolges sehr bodenständig geblieben.

AN: Hast du schon einmal einen der fränkischen NBA-Stars (Dirk Nowitzki, Maxi Kleber) persönlich getroffen bzw. hattest du schon einmal Kontakt?

Luisa: Persönlich leider noch nicht… Hoffe aber, dass dies in Dallas nächsten Sommer vielleicht geschieht. Kontakt hatte ich mit Maxi Kleber kurz nach dem Draft und auch Dirk hat einen Gruß hinterlassen.

Von Ansbach nach Amerika

AN: Seit wann spielst du Basketball und wie bist du auf die Sportart gekommen? Was bedeutet dir Basketball?

Luisa: Mit neun Jahren habe ich angefangen, Basketball zu spielen, da meine beiden Geschwister zu diesem Zeitpunkt auch schon gespielt haben. Ich war also schon von klein auf immer in der Halle und bin mit dem Sport aufgewachsen. Basketball ist zu meiner größten Leidenschaft geworden, die ich jetzt auch gleichzeitig als Beruf ausübe. Es gehört zu meinem Leben!

AN: Wie sah deine Karriere vor diesem Ereignis aus? Wie hast du es von Ansbach nach Amerika geschafft?

Luisa: Ich habe in Ansbach angefangen zu spielen und bin dann für eine Saison nach Schwabach. Mein nächster Schritt war daraufhin Nördlingen. Nachdem ich meinen Realschulabschluss in der Tasche hatte, bin ich auch dort mit meiner Schwester zusammengezogen, um mein Abitur zu machen. Dies war in Nördlingen super mit dem Basketball auf hohem Niveau zu kombinieren.

AN: Wer hat dich in den letzten Jahren am meisten unterstützt? Möchtest du jemandem Danke sagen?

Luisa: Mein größter Unterstützer ist auf jeden Fall meine Familie! Ohne sie wäre das Alles gar nicht möglich gewesen. Aber auch Imre Szittya ist großer Dank gebührt, da er mich über meine ganzen Basketballjahre, angefangen mit der Bayernauswahl, bis jetzt trainiert hat und ohne ihn hätte ich es niemals so weit geschafft. Alex Shaw, meine Agentin, hat sich sehr viel Arbeit gemacht, um für mich die besten Vereine zu finden. Während dem Draftzeitraum hat sie alle Teams über mich informiert und ohne sie wäre ich glaube ich nicht gedraftet worden. Sie ist einfach super und für mich mittlerweile nicht nur eine Agentin, sondern auch eine Freundin. Wir sind fast täglich in Kontakt und das Wohl der Spielerinnen steht für sie an erster Stelle.

„Wir sehen uns in der Halle“

AN: Zu Ansbach: Was verbindest du mit Ansbach?

Luisa: Ansbach ist meine Heimat! Hier bin ich geboren und ich komme immer wieder liebend gern zurück.

AN: Möchtest du deinen Lesern noch etwas sagen?

Luisa: Danke, dass ihr euch die Zeit genommen habt, dieses Interview zu lesen! Vielleicht habt ihr ja Lust bekommen, euch ein Spiel anzusehen oder sogar mit Basketball anzufangen. Der Sport ist einfach unglaublich! Es ist eine Teamsportart, schnell und auf jeden Fall spannend bis zum Ende. Gibt es etwas Besseres? Und wenn ihr euch ein Spiel anschauen möchtet, dann besucht auch die Damenmannschaften. Das ist es 100 % wert! Den Damen gebührt genauso viel Aufmerksamkeit wie den Männern. Auch Basketball auf hohem Niveau (1. Bundesliga) ist 45 Minuten von Ansbach entfernt geboten (Nördlingen). Hoffe, ich sehe den Ein oder Anderen mal in der Halle!

Danke Nördlingen

Auf ihrem Instagram-Kanal blickt die junge Basketballspielerin auf die letzten fünf Jahre ihrer Karriere zurück und postet dazu dieses Bild. Sie ist bereit für den nächsten großen Schritt und bedankt sich für ihre tolle Zeit in Nördlingen.

 

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The last 5 years passed by so fast!💔 Now it‘s time to take the next step🙏🏼 Thanks Nördlingen!!❤️ #secondhome

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