Auch kleinere Beträge können schon sinnvoll angelegt werden. Foto: Pascal Höfig
Auch kleinere Beträge können schon sinnvoll angelegt werden. Foto: Pascal Höfig

Geld anlegen: So funktioniert’s mit kleinen Beträgen!

Will man – und das trotz Nullzinspolitik der Europäischen Zentralbank (kurz: EZB) – sein Geld vermehren, so ist es wichtig, sich gegen altbekannte Finanzprodukte zu entscheiden. Doch wer jetzt glaubt, man braucht viel Geld, um etwa am Aktienmarkt mitmischen zu können, der irrt. Am Ende wird genauso viel Geld wie für das Sparbuch beziehungsweise Tagesgeldkonto benötigt. Mit der richtigen Strategie kann man auch mit kleinen Beträgen einen beachtlichen Vermögensaufbau zusammenbringen.

Finger weg von Tages- und Festgeld

Kann man langfristig nur mit einer sehr begrenzten Summe planen, so wird man sich zu Beginn einmal die Frage stellen, ob es sich überhaupt lohnt, Geld zu investieren. Vor allem dann, wenn man sich für altbekannte Produkte entscheidet, wird man feststellen, dass es hier keine großen Gewinne mehr gibt. Entscheidet man sich für ein Festgeldkonto mit einer zweijährigen Bindung, so bekommt man bei einem Zinssatz von 0,8 Prozent gerade einmal 8 Euro im Jahr, wenn man 1.000 Euro veranlagt. Das sind nach zwei Jahren 16 Euro. Die Inflation, welche durchschnittlich bei 2 Prozent liegt, nicht mitberücksichtigt. Es geht um einen langfristigen Anlagehorizont. Das heißt, man sollte so lange wie möglich investieren. Jetzt könnte man behaupten, nach zehn Jahren würde man dennoch nur einen sehr geringen Zinsertrag von nicht einmal 100 Euro erzielen, wenn man sich für ein entsprechend langes Festgeldprodukt entscheiden würde. Das mag richtig sein – jedoch sollte man sich auch nicht für ein Tages- oder Festgeldprodukt entscheiden.

Tipp: Indexfonds

Interessant ist hier etwa der Aktienmarkt. Wer sich für einen börsengehandelten Indexfonds entscheidet, der kann – natürlich abhängig vom Veranlagungszeitraum – mit einer durchschnittlichen Rendite von 5 Prozent / Jahr rechnen. Hier investiert man auch keine einmaligen 1.000 Euro, sondern zahlt einen im Vorfeld bestimmten Betrag im Monat ein. So wird zu jedem Monatsersten ein Betrag von 100 Euro investiert – nach 15 Jahren darf man sich hier über einen außerordentlich attraktiven Gewinn freuen. Das Geheimnis ist nämlich der Cost Average Effekt. Wer Monat für Monat denselben Betrag investiert, der kauft dann, wenn der Markt teuer ist, aber auch, wenn der Markt günstig ist. Aufgrund der Schwankungen ergibt sich somit kein anderer Investitionsbetrag, jedoch immer eine andere Menge, die um die Summe gekauft wird. Daher ist es ratsam, einen langfristigen Anlagehorizont zu verfolgen, um so etwaige Kursverluste ausgleichen zu können, welche natürlich immer möglich sind.

Welche Gebühren fallen an?

Wichtig ist, dass man immer auf die Gebühren achtet. Wer in Aktien investiert, sollte darauf achten, ob es Depotkosten gibt beziehungsweise die Transaktionsgebühren mitberücksichtigen. Investiert man in einen Fonds, so gilt im Vorfeld zu klären, ob es sich um einen Investmentfonds oder um einen börsengehandelten Indexfonds handelt. Börsengehandelte Indexfonds sind wesentlich günstiger. Hier wird nur ein im Vorfeld gewählter Index nachgebildet. Bei einem Investmentfonds befindet sich im Hintergrund ein Fondsmanager, welcher natürlich ebenfalls Geld kostet. Mitunter kann der Investmentfonds zu einem wahren Renditefresser werden.

Risikoaffin oder sicherheitsorientiert?

Neben der Frage, mit welchen Kosten man rechnen muss, welche natürlich die Rendite schmälern, geht es auch um die Frage des Risikos. Bezeichnet man sich als sicherheitsorientierten Anleger, so ist es ratsam, mit halbwegs sicheren Produkten zu arbeiten. Dazu gehören auf jeden Fall ETFs wie auch breit gestreute Investmentfonds. Risikoaffine Trader können auch mit CFDs handeln oder mit Kryptowährungen spekulieren. Jedoch ist hier zu beachten, dass man bei entsprechendem Risiko nicht nur hohe Gewinne verbuchen kann, sondern auch Verluste möglich sind. Daher ist es ratsam, immer nur frei verfügbares Kapital zu investieren. Wer Geld investieren will, sollte im Vorfeld Informationen einholen, welche Möglichkeiten aktuell zur Verfügung stehen. Wichtig ist, dass man sich von Anfang an klar macht, dass „riskante“ Produkte, so etwa Aktien, die wohl aktuell interessanteste Möglichkeit sind, um überhaupt noch Gewinne mit seiner Veranlagung machen zu können. Vor allem darf man nicht vergessen, dass man es auch selbst in der Hand hat, welches Risiko man eingehen möchte. Wer mit Kryptowährungen spekuliert, der geht ein weitaus höheres Risiko als jener Anleger ein, der sein Geld in einen börsengehandelten Indexfonds investiert.

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