Foto: Manuela Kraus
Die Innenstadt von Ansbach. Foto: Manuela Kraus

Corona: Bayern ruft Katastrophenfall aus, weitere Einschränkungen

Das Coronavirus zieht weiter seine Kreise, weltweit und in Bayern. Aufgrund der exponentiellen Entwicklung hat nun am morgen der Bayerische Ministerpräsident Markus Söder in einer Pressekonferenz für den Freistaat den Katastrophenfall ausgerufen, zunächst für 14 Tage. Dies sei eine Maßnahme, um eine klare Steuerung, Durchgriffsmöglichkeiten und gezielte Kontrollen zu gewährleisten. „Oberstes Ziel ist der Schutz der Bevölkerung!“ Gleich zu Beginn versprach der Ministerpräsident eine finanzielle Unterstützung für die Wirtschaft, hier sollen bis zu 10 Milliarden Euro sichergestellt werden.

Alles zu Corona in Ansbach

Was bedeutet nun diese Maßnahme konkret? Das öffentliche leben in Bayern soll heruntergefahren werden, jedoch sind vorerst keine Ausgangssperren, wie sie in anderen Ländern angeordnet wurden, vorgesehen. Es ist wichtig, weiterhin arbeiten zu gehen und sich versorgen zu können, so Söder.

Öffentliches Leben wird heruntergefahren

Es wird ab Dienstag, 17. März, einschneidende und massive Einschränkungen im öffentlichen Leben geben, so die Staatsregierung. Das bedeutet konkret:

  • Der Bereich „Freizeit“ wird komplett zum Erliegen kommen, da Kinos, Clubs, Bars, Diskotheken, Theater, Museen, Schwimmbäder, Saunen, Bordelle, Sportgallen, Fitnessstudios, Tanzschulen, Jugendräume, Fort- und Weiterbildungsstätten, usw. vorerst für die nächsten zwei Wochen geschlossen bleiben müssen. Veranstaltungen sind nur noch im privaten Bereich bis zum Ende der Osterferien erlaubt.

Einschränkungen im Einzelhandel – Supermärkte bleiben offen!

Ab Mittwoch, 18. März, ist dann auch die Gastronomie und der Einzelhandel betroffen.

  • Gastronomiebetriebe müssen schließen (Cafés, Eisdielen, usw.)
  • Ausnahme: Speiselokale und Betriebskantinen dürfen nun nur noch von 6 bis 15 Uhr öffnen, es dürfen sich max. 30 Personen in einem Gastraum befinden und dann auch nur mit einem Abstand von 1,5 Metern. Nach 15 Uhr bleibt die Versorgung weiterhin gesichert, muss allerdings über Selbstabholung oder Lieferdienst geschehen.
  • Weiter ausgenommen sind Hotels, soweit ausschließlich Übernachtungsgäste bewirtet werden. Dies gilt ab 18. März bis einschließlich 30. März 2020.
  • Einzelhandelsgeschäfte müssen geschlossen bleiben, davon ausgenommen (!) sind Geschäfte für den täglichen Bedarf /Grundversorgung
    • Supermärkte und Lebensmittelgeschäfte
    • Getränkemärkte
    • Drogerien
    • Tankstellen
    • Banken
    • Post
    • Apotheken
    • Sanitätshäuser
    • Baumärkte und Gartenmärkte
    • Optiker/Hörgeräteakustiker
    • Tierbedarf
    • KFZ-Werkstätten
    • Reinigungen
    • Online-Handel

Für die genannten Geschäfte gilt eine Ausweitung der Ladenöffnungszeiten. Wochentags dürfen die Läden bis 22 Uhr geöffnet bleiben, am Sonntag zwischen 12 und 18 Uhr. Ministerpräsident Söder appelliert an dieser Stelle nochmals an die Bevölkerung, dass es keinen Anlass zu Hamsterkäufen gibt, keinen Anlass zur Sorge oder Panik! ES solle aber bitte sorgfältig und umsichtig gehandelt werden.

Die Anordnung der Staatsregierung im Wortlaut

Maßnahmen im medizinischen Bereich

Auch im medizinischen Bereich wird es weitere Maßnahmen geben. Laut Staatsregierung werden die Testkapazitäten deutlich ausgebaut, Tests werden aber zukünftig nur noch bei entsprechenden Symptomen durchgeführt. Die Krankenhäuser im Freistaat werden komplett auf die Corona-Pandemie ausgerichtet, so auch z.B. Rehakliniken. Die Unikliniken werden komplett auf Versorgung umgestellt,  der Forschungsbetrieb soll heruntergefahren werden. Außerdem sollen z.B. Ärzte im Ruhestand oder Elternzeit reaktiviert werden, um eine bestmögliche Versorgung zu gewährleisten. Gesundheitsministerin Huml erklärt nochmals deutlich, dass die Gesundheit nun oberste Priorität habe und die beschlossenen Maßnahmen notwendig seien, um gegen die Verbreitung des Virus‘ vorzugehen.

Ausschließlich Briefwahl

Im Hinblick auf die in einigen Kommunen anstehenden Stichwahlen für den Posten des Oberbürgermeisters, Bürgermeisters oder Landrat, wurde beschlossen, dass diese Wahl ausschließlich per Briefwahl stattfinden wird und jeder Wahlberechtigte ohne eigenes Zutun die Wahlunterlagen per Post zugesendet bekommt. Somit wird die Stichwahl zum neuen Oberbürgermeister in Ansbach ebenfalls ausschließlich per Briefwahl stattfinden.

Ministerpräsident Söder fordert zum Zusammenhalt auf und erklärt außerdem: „Wir lassen niemanden hängen!“

Infos von Stadt und Landkreis Ansbach

Stadt Ansbach und Landratsamt Ansbach informieren täglich aktuell auf ihren Homepages zu allen Themen rund um Corona und stehen unter den genannten Kontaktmöglichkeiten für Fragen zur Verfügung.

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