Klassenzimmer in der Schule. Symbolbild: Pascal Höfig
Klassenzimmer in der Schule. Symbolbild: Pascal Höfig

Corona: Alle Schulen und Kinderbetreuungen werden geschlossen

Corona hält weiterhin Bayern und die Welt in Atem. Nach einer bayernweiten Maßnahme zu öffentlichen Veranstaltungen und dem Einstellen des Lehrbetriebs an Hochschulen, hat Ministerpräsident Markus Söder in einer Pressekonferenz am Freitagmorgen erklärt, dass ab Montag, 16. März, auch alle Schulen und Kindergärten und Kinderbetreuungsstätten in Bayern vorerst geschlossen werden – und damit auch in Ansbach.

Alle Schularten betroffen

Betroffen davon sind alle Schularten, auch Privat- und Berufsschulen. Geschlossen bleiben die Einrichtungen bis einschließlich 19. April, also bis nach den Osterferien. Eine Notfallbetreuung müsse aber auf jeden Fall gewährleistet sein, so der Ministerpräsident. Diese fünf Wochen des Aussetzens könnten jetzt entscheidend für die Eindämmung des Virus sein, danach müsse eine Bestandsaufnahme erfolgen, wie sich die Lage entwickelt hätte, heißt es.

Weiterhin Dienstpflicht für Lehrer

Die Schließungen der Schulen sind aber nicht gleichzusetzen mit Ferien, das wurde sowohl von Söder als auch von Kultusminister Piazolo erklärt. Es heiße nur, dass kein Unterricht in den Schulen stattfinden werde, für Lehrer bestehe aber weiterhin die Dienstpflicht. In diesem Zusammenhang wurden auch die verschiedenen Möglichkeiten des virtuellen Klassenzimmers genannt. Es solle auf jeden Fall sichergestellt werden, dass Schüler auch zu Hause Materialien zur Verfügung gestellt bekommen.

Notbetreuung gewährleistet

Eine Notbetreuung an Schulen für die Klassen 1 bis 6 wird ebenfalls sichergestellt, heißt es. Diese Betreuung wird für Kinder eingerichtet, deren alleinerziehender Elternteil in einem systemkritischen Beruft tätig ist. Dazu zählen zum Beispiel Ärzte, Pflegeberufe oder Polizeibeamte. Ebenso wird bei Kindergärten, Krippen und Horten gehandelt.

Zudem wird darauf hingewiesen, dass die Kinderbetreuung im Moment nicht von älteren Mitbürgern, wie beispielsweise den Großeltern, übernommen werden sollte. „Der Schutz gilt vor allem der älteren Bevölkerung!“, so Ministerpräsident Söder.

Besuchsrecht in Krankenhaus und Altenheim

Gerade aus diesem Grund werden auch die Besuchsrechte in Krankenhäusern, Alten- und Pflegeheimen extrem eingeschränkt und sogar verboten. Nur in Ausnahmefällen soll ein Besucher pro Tag erlaubt werden. Die Unikliniken im Freistaat werden außerdem komplett in den Dienst der Betreuung gestellt, Operationen, die derzeit nicht unbedingt nötig sind, sollen verschoben werden, um Intensivbetten freizuhalten. Hier werden derzeit alle Kapazitäten gebraucht. Söder bedankte sich in diesem Zusammenhang bei allen Beschäftigten der Kliniken, in der Pflege und medizinischen Berufen.

Ansbacher Arzt über Hamsterkäufe 

Nur noch unabdingbare Veranstaltungen

Auch das Thema Veranstaltungen wurde in der Pressekonferenz nochmals vom Ministerpräsidenten aufgenommen. Er erklärte, dass neben dem Beschluss, Großveranstaltungen ab 1.000 Personen zu untersagen, auch über kleinere Veranstaltungen genau nachgedacht werden sollte. Söders Aussagen zufolge sollen nur noch Veranstaltungen stattfinden, wenn sie wirklich unabdingbar sind, sogar alle Events über 100 Teilnehmern sollten nicht stattfinden. Explizit betont wurde, dass Gastronomiebetriebe nicht betroffen seien und auch die Kommunalwahl am Sonntag werde ohne Einschränkung durchgeführt.

Laut Ministerpräsident Söder sei nun ein hohes Maß an gesellschaftlichem Zusammenhang nötig und man werde alles dafür tun, dass die bayerische Wirtschaft stabil bleibt.

VHS und Jugendzentrum in Ansbach geschlossen

Die Stadt Ansbach bittet zu beachten, dass auch die Volkshochschule und das Jugendzentrum ebenfalls bis auf Weiteres geschlossen sind. Die vhs-Kurse werden vorerst bis zum 19. April 2020 ausgesetzt und nach Möglichkeit am Semesterende nachgeholt. „Ziel der Maßnahmen ist es, die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus zu verlangsamen und gefährdete Bevölkerungsgruppen, ältere Menschen und Menschen mit Vorerkrankungen, zu schützen“, so Oberbürgermeisterin Carda Seidel.

Die städtischen Ämter nehmen ihre Aufgaben wie gewohnt wahr. Die Stadtverwaltung bittet darum, bei Fragen oder Erledigungen vorrangig den telefonischen oder digitalen Weg zu nutzen.

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