Schwimmlehrer Christian im Aquella Schwimmbad in Ansbach. Foto: Christian Ziebuhr
Schwimmlehrer Christian im Aquella Schwimmbad in Ansbach. Foto: Christian Ziebuhr

Wir fragen Christian: Wie ist es als Schwimmlehrer in Ansbach?

Der 27-jährige Christian Ziebuhr ist hauptberuflicher Schwimmlehrer und schwimmt schon sein ganzes Leben lang aus Leidenschaft. Ihm liegt das Thema „Schwimmen lernen“ sehr am Herzen und aus diesem Grund hat er auch die Schwimmschule Christian Ziebuhr in Ansbach gegründet. Wir haben ihn gefragt, was den Beruf des Schwimmlehrers ausmacht und was ihm an seinem Job am meisten Spaß macht.

Ansbach Plus (AP): Warum bist du Schwimmlehrer geworden? Wie kam es dazu?

Christian: Ich habe früher auch in einem Schwimmkurs das Schwimmen gelernt. Dieser hatte mir damals so viel Spaß gemacht, dass ich dann mit acht Jahren in einen Schwimmverein gegangen bin. Seitdem bin ich bis heute dem Schwimmsport treu geblieben und bin dort auch jahrelang aktiv nationale und internationale Wettkämpfe geschwommen. Dieses Gefühl möchte ich einfach an die Kinder weitergeben, da es nach wie vor sehr wichtig ist, schwimmen zu können. Leider lernen die Kinder das Schwimmen oft erst sehr spät oder im schlimmeren Fall gar nicht. Aus diesem Grund habe ich die Schwimmschule Christian Ziebuhr gegründet.

Jeder ist individuell

AP: Warum hast du in Ansbach eine Schwimmschule gegründet?

Christian: Ich selbst wohne in Ansbach und habe während meiner Zeit im Freizeitbad Aquella auch vermehrt mitbekommen, dass es hier einen großen Bedarf gibt.

AP: Was ist die größte Herausforderung als Schwimmlehrer?

Christian: Die größte Herausforderung ist genau das, was auch den Reiz an der Arbeit ausmacht. Jedes Kind, jeder Erwachsene, jeder Kursteilnehmer ist individuell. Das heißt, ich muss auf jeden ganz individuell eingehen. Jeder hat seine eigenen Stärken und Schwächen, an denen wir ganz gezielt arbeiten können, sodass es für alle möglichst effektiv ist.

AP: Was machst du, wenn ein Kind oder Erwachsener Angst vor dem Wasser hat?

Christian: Das wichtigste ist, dass man Vertrauen aufbaut, dann versucht man die Schwimmschüler langsam an das Element Wasser heranzuführen. Damit versuche ich, die Angst zu nehmen, was mir bisher auch immer gelungen ist.

Wer lernt leichter?

AP: Ist es für Kinder oder für Erwachsene leichter, das Schwimmen zu erlernen?

Christian: Kinder und Erwachsene lernen auf unterschiedliche Art und Weise. Kinder sind meist weniger ängstlich, Erwachsene können dafür Anweisungen schneller umsetzen. Obwohl man hier erneut sagen muss, dass jeder individuell ist und man das nicht unbedingt Verallgemeinern kann.

AP: Wie lang braucht ein Nichtschwimmer, bis er sicher und gefahrenfrei schwimmen kann?

Christian: Auch diese Fragen lässt sich nicht eindeutig beantworten. Zu allererst möchte ich betonen, dass die Kinder, nicht wie teilweise angenommen, mit Erhalt des Seepferdchens sicher schwimmen können. Dieses Abzeichen sagt zwar aus, dass man 25 m am Stück schwimmen kann, jedoch nicht „wie“. Vom sicheren Schwimmen kann gesprochen werden, wenn das Kind die Anforderungen des Schwimmabzeichens „Bronze“ (200 m in max. 15 Minuten bzw. 15 Minuten am Stück schwimmen, das Heraufholen eines Gegenstands aus 2 m Tiefe und ein Sprung aus 1 m Höhe) bewältigen kann. Die Dauer ist dann jeweils vom Entwicklungsstand und auch von den koordinativen Fähigkeiten des Kindes abhängig. Im Durchschnitt kann man von ca. 30 Stunden ausgehen, jedoch gibt es viele Kinder, die es deutlich schneller schaffen.

Niemals langweilig

AP: Gab es schon mal Fälle, wo du dem Betroffenen nicht das Schwimmen beibringen konntest?

Christian: Nein, diesen Fall gab es bisher noch nicht. Natürlich gab es bereits Kinder und Erwachsene, die etwas länger gebraucht haben, da Sie teilweise auch große Angst vor dem Wasser hatten, jedoch konnten wir diese immer gemeinsam bewältigen und das Wasser zum Freund werden lassen.

AP: Was liebst du an deiner Arbeit am meisten?

Christian: Ich liebe an meiner Arbeit, dass jeder Tag etwas Neues bringt und somit niemals langweilig wird. Weiterhin ist es einfach schön, die Entwicklung der Kinder und Erwachsenen zu sehen, wie sie sich vom Nichtschwimmer zum Schwimmer entwickeln. Sie sind anschließen voller Freude und sind auch Stolz auf das, was sie geschafft haben. Das ist einfach ein schönes Gefühl und genau der Grund, warum ich diese Arbeit so gerne mache.

- ANZEIGE -

AUCH INTERESSANT