1. Bürgermeisterin der Stadt Leutershausen, Sandra Bonnemeier. Foto: Sandra Bonnemeier
1. Bürgermeisterin der Stadt Leutershausen, Sandra Bonnemeier. Foto: Sandra Bonnemeier

Weitere Anklage gegen Bürgermeisterin von Leutershausen

Wie im Juli 2018 bekannt wurde, hat die Staatsanwaltschaft Ansbach wegen „möglicher Veruntreuung von städtischen Haushaltsmitteln“ Ermittlungen gegen die parteilose Bürgermeisterin Sandra Bonnemeier aus Leutershausen aufgenommen. Zusätzlich zu der Strafanzeige lief auch ein Beschwerdeverfahren beim Landratsamt gegen Bonnemeier, dessen Beschwerdebrief von mehreren Stadträten unterzeichnet wurde. Jetzt meldet die Staatsanwaltschaft, dass eine weitere Anklage gegen die 1. Bürgermeisterin der Stadt Leutershausen erhoben wurde.

Privaten Rechtsstreit aus Stadtkasse gezahlt

Unter Einbeziehung eines bereits angeklagten Tatvorwurfs liegen der Angeschuldigten vier Fälle der besonders schweren Untreue zur Last, heißt es.

Nach der Anklageerhebung im Oktober 2019 wurden die staatsanwaltlichen Ermittlungen durch einen Hinweis eines Verantwortlichen der Stadt Leutershausen hinsichtlich weiterer Zahlungen aus der Stadtkasse aufgenommen. Aufgrund neuer durch die Stadt aufgefundener Unterlagen bestehe nunmehr der Verdacht, dass die Angeschuldigte, die als 1. Bürgermeisterin der Stadt Leutershausen tätig ist, die Kosten des Rechtsstreits für einen von ihr als Privatperson geführten Rechtsstreit aus der Stadtkasse bezahlen hat lassen, so die Staatsanwaltschaft.

Zahlungen für Gerichts- und Anwaltskosten

Die 1. Bürgermeisterin betreibe eine private Homepage, die einen Tagebuch-Blog enthält. Aufgrund eines dortigen Eintrags sei sie von einer Person erfolgreich auf Unterlassung verklagt worden. Insgesamt soll sie bei drei weiteren Gelegenheiten im Zeitraum von August 2018 bis April 2019 Zahlungen für Gerichts- und Anwaltskosten von zusammen 1.692,57 Euro angewiesen haben, so die Staatsanwaltschaft weiter.

Besonders schwere Fälle der Untreue

Die weiteren drei Tatvorwürfe wurden nunmehr in einer Anklageschrift zum Amtsgericht Ansbach zusammengefasst. „Dabei geht die Staatsanwaltschaft in allen Fällen von besonders schweren Fällen der Untreue aus, da die Angeschuldigte ihre Befugnis als Amtsträgerin missbraucht haben soll.“ Der Gesamtschaden betrage unter Berücksichtigung der Schadenssumme aus der Anklage aus dem Oktober 2019 nach Auffassung der Staatsanwaltschaft 3.291,86 Euro.

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