Faschings-Details. Symbolfoto: Dominik Ziegler
Faschings-Details. Symbolfoto: Dominik Ziegler

Kostümierungsverbot in Ansbacher Kindergärten?

Eine Erfurter Kita hat kürzlich verkündet, dass die Kinder zukünftig zu Fasching nicht mehr verkleidet in der Einrichtung erscheinen dürfen. Diese Aussage wirkt zunächst sehr skurril, aber was hat es damit auf sich? Und ist eine solche Maßnahme auch in Ansbach denkbar?

Kultursensible Pädagogik als Begründung

Die Erfurter Kindertagesstätte möchte verhindern, dass Kinder am Rosenmontag und Faschingsdienstag kostümiert vorbeigebracht werden. Grund hierfür ist ist eine kultursensible Pädagogik der ErzieherInnen, die Kindern beispielsweise die Geschichte hinter dem Begriff „Indianer“ erklären und eine Stereotypisierung durch Verkleidungen verhindern möchten, heißt es in Medienberichten.

Auch in Ansbach?

Wir haben uns beim kommunalen Kindergarten in Ansbach (Kinderhaus Kunterbunt & TIZ-Kids) informiert, ob auch dort solche Regelungen in naher Zukunft eintreten könnten. Auf unsere Anfrage erhielten wir ein Statement zum Thema Kostümierungsverbot in ihren Einrichtungen.

Ebenfalls kultursensibel

Der kommunale Kindergarten sieht eine kultur- und gendersensible Pädagogik als einen seiner Schwerpunkte, heißt es. Dort werden nicht nur fremde Kulturen wertgeschätzt, auch die eigenen Brauchtümer wie Ostern, Weihnachten oder eben auch Fasching werden gepflegt. Es werde jedoch versucht, beides in Einklang zu bringen:

„Trotzdem ist uns die Problematik bewusst, dass Kostüme auch abwertend und verletzend sein können. So tragen Pädagog*innen in den kommunalen Einrichtungen der Stadt selbst grundsätzlich keine Kostüme, die auch nur entfernt  rassistische, diskriminierende oder stereotype Bilder stärken könnten. Es wird also weder sexy Krankenschwestern, Indianer noch Trans-Frauen* geben.“

Kinder dürfen sich kostümieren

Den Kindern sei jedoch freigestellt, ob sie kostümiert erscheinen, aus einem ganz simplen Grund:

„Erfahrungsgemäß gehören als kritisch zu betrachtende Kostüme nur noch äußerst selten zu den gewählten Verkleidungen. Hier sind eher Disney-Prinzessinnen und Superhelden gefragt. Genau analysiert spiegeln natürlich auch diese Kostüme Geschlechtsstereotypien wider – aber weder wollen noch können wir die Träume von kleinen Jungen und Mädchen durch Kostümierungsvorgaben verändern.  Das Kind darf entscheiden, was es tragen möchte – und diese Wahl ist die richtige. Ein Kostümierungsverbot in den kommunalen Kindergärten Ansbachs ist nicht denkbar.“

Die kleinen Ansbacher und deren Eltern können also aufatmen, denn der Fasching darf ausgiebig gefeiert werden, mit allem, was dazugehört!

 

Ist ein generelles Kostümierungsverbot zu Fasching in Kitas und Kindergärten eine wichtige Maßnahme oder total unnötig? Teilt uns gerne Eure Meinung zur Problematik in einem Kommentar mit!

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