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Internet & Datenschutz - Wie funktioniert das? Foto: Pascal Höfig

Internet und Datenschutz: Geht das?

Das Internet bietet viele Möglichkeiten der Information, Kommunikation und Unterhaltung. Über allen Vorteilen des World Wide Webs schwebt jedoch die Frage, wie es um den Datenschutz in den unendlichen virtuellen Weiten steht. Dass die Benutzung des Internets nicht zwangsläufig mit dem Verlust über die eigene Datenhoheit einhergeht, wird häufig ausgeblendet.

Soziale Netzwerke nutzen

In letzter Zeit sind insbesondere die sogenannten sozialen Netzwerke in Kritik geraten. Tatsache ist, dass Facebook, Google und andere Betreiber sozialer Netzwerke die Daten ihrer Mitglieder speichern und an Dritte weitergeben. Jedoch ist zu bedenken, dass auch andere Institutionen Daten erheben, dass die Mitgliedschaft in sozialen Netzwerken freiwillig ist und dass eine solche keineswegs eine regelmäßige Aktivität verlangt. Zudem bleibt es jedem Nutzer überlassen, wie tiefe Einblicke er in sein Leben geben möchte. Nicht zuletzt verwechseln viele Kritiker den Verlust des Kontrollprinzips (Facebook gibt meine Daten an Dritte weiter) mit dem des Zugangsprinzips (in diesem Fall kann ich meine Daten völlig frei veröffentlichen).

Symbolfoto Soziale Medien. Foto: Pascal Höfig

Soziale Medien und Datenschutz im Internet. Foto: Pascal Höfig

Über den Tellerrand blicken

Folglich lohnt es sich, weniger die Datenerhebung und -auswertung zu fokussieren und vielmehr das Nutzungsverhalten und die damit einhergehenden Risiken zu thematisieren. Dass das Posten und Liken einen inneren Leistungsdruck in vielen Menschen freisetzt, sollte ebenso überdacht werden wie die Gefahren von Mobbing sowie verfälschter Selbstwahrnehmung. Wenn Schönheitschirurgen ihre Arbeiten auf Instagram hochladen und Schüler ebenso wie Lehrer aufgrund digitaler Hasskampagnen den Gang zur Schule meiden, sollten soziale Netzwerke stärker überwacht und gleichsam wie der analoge Raum behandelt werden. Eventuell wäre das Wort „sozial“ durch „digital“ zu ersetzen.

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Problemkind Nummer eins: Das Handy

Angesichts der vielseitigen Nutzungsoptionen, die das Internet bietet, wird häufig das Medium außer Acht gelassen, mit dem die Nutzung erfolgt. Mittlerweile geht es nicht mehr nur noch um die Frage, was wir im Internet tun, sondern auch womit. Insbesondere der Alltagshelfer Smartphone ruft Datenschützer und Privatsphäre-Aktivisten auf den Plan. Denn anders als Desktop-PC, Notebook & Co. verfügt ein Smartphone über allerlei Sensoren, die entweder durchgehend aktiviert sind, vom Nutzer beiläufig aktiviert werden oder unbemerkt ihre Arbeit aufnehmen.

Das sind die Änderungen im Februar 2020

Ein Paradebeispiel für die versteckte Aktivität eines Smartphones stellt der GPS-Sensor dar. Viele Menschen nutzen etwa den Kartennavigationsdienst Google Maps. Zu Recht, schließlich leitet das Programm so zuverlässig wie kaum ein anderer Navigationsdienst durch Straßenverkehr und Fußgängerzone. Jedoch muss der GPS-Sender aktiviert werden, sobald Google Maps genutzt werden soll. Sobald dies geschieht, beobachtet uns die Datenkrake aus Übersee auf Schritt und Tritt. Selbstverständlich gelangen die Informationen in riesige Datenbanken, in denen ebenso selbstverständlich modernste Algorithmen unsere Bewegungen auswerten. Die Frage ist: Wie sehr verschmelzen unsere sonstigen Gewohnheiten mit diesen automatisch generierten Daten? Ein Abgleich mit unseren Suchmaschineneingaben etwa könnte es ermöglichen, typische Bewegungsmuster mit Einkaufsgewohnheiten und Interessengebiete zu verknüpfen.

Symbolbild Smartphone: Pascal Höfig

Mit dem Handy ins Internet. Foto: Pascal Höfig

Den Helfer richtig nutzen

Ungeachtet der Spionagegefahr, die ein Smartphone mit sich bringt, dürfen die Vorteile dieses Alleskönners nicht ausgeblendet werden. Ein Preisvergleich im Supermarkt verrät uns schnell, ob wir tatsächlich vor einem Schnäppchen stehen oder ob es sich vielleicht um eine Mogelpackung mit versteckter Preiserhöhung handelt. Zudem bieten die einfache Bedienung und die Programmvielfalt viele Vorzüge. Eine Spionage-App etwa kann Eltern beruhigen, sobald der Schützling nach der Schule nicht zur gewohnten Uhrzeit zu Hause eintrifft. Das Smartphone muss lediglich bewusster genutzt werden. Hier ein paar Ratschläge:

  • Die automatische Standortermittlung deaktivieren.
  • Sich im Google-Konto einloggen.
  • Das bereits angelegte Bewegungsprotokoll löschen.
  • Den Apps so viele Rechte wie möglich entziehen.

Weshalb sollte der Kalender auf die Kamera zugreifen dürfen? Wofür benötigt ein Fitnessprogramm Einblicke in die Kontakte? Mit wenigen Griffen lässt sich das Smartphone zum datenschutzfreundlichen Internetmedium umbauen.

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