U.S. Army Garrison Ansbach in Katterbach. Foto: Armin Höfig
U.S. Army Garrison Ansbach in Katterbach. Foto: Armin Höfig

PFC-Skandal – „Etz langt’s!“ stellt Strafanzeige

Am 10. Januar 2020 stellte die Bürgerinitiative „Etz langt’s!“ eine Strafanzeige gegen Unbekannt wegen Gewässerverunreinigung (§ 324 StGB) und Bodenverunreinigung (§ 324 a StGB). Die Verseuchung soll sich von dem ehemaligen Feuerlöschübungsplatz der US-Armee in Katterbach verbreiten.

Vergiftung durch PFC

Bereits im Oktober 2014 wären, so die Bürgerinitiative, Altlastuntersuchungen vorgelegen, die eine Gewässer- und Bodenverunreinigung durch per- und polyfluorierte Chemikalien, kurz PFC, bestätigten. PFC ist laut dem Umweltbundesamt gesundheitsschädlich für Menschen und besonders gefährlich für Schwangere und Neugeborene. Das Gift stammt aus Löschschaummitteln von Feuerwehrübungen der US-Kaserne in Katterbach.

Alle Berichte rund um den PFC-Skandal in Ansbach! 

Damals lägen, so die Initiative bei einem Pressetermin, die gemessen Werte noch unter dem gesundheitsgefährdenden Grenzwert. Doch die Werte wären immer weiter angestiegen und erreichten im Januar 2018 zum Teil das 14-fache des Grenzwertes. In einem Umkreis von drei Kilometer seien Bäche, Privatbrunnen, Fischweiher und Böden betroffen. „Wir müssen die Vergiftung unseres Wassers stoppen.“, so Pressesprecher der Bürgerinitiative Boris-André Meyer, bei dem Pressegespräch am 13. Januar 2020.

Pressesprecher Boris-André Meyer und Vorstandssprecher André Fitzthum wollen juristisch gegen die PFC-Vergiftung vorgehen. Foto: Bettina Bocskai

Pressesprecher Boris-André Meyer und Vorstandssprecher André Fitzthum wollen juristisch gegen die PFC-Vergiftung vorgehen. Foto: Bettina Bocskai

Lang ersehnte Sanierungsuntersuchung

Ein Sanierungsbeginn wäre laut den Sprechern von „Etz langt’s!“ enorm wichtig, könne jedoch nicht ohne die Sanierungsuntersuchung eingeleitet werden. Erst einige Stunden nachdem die Strafanzeige an die Staatsanwaltschaft Ansbach hinausging, erhielten das Ansbacher Umweltamt, das Wasserwirtschaftsamt, Landratsamt und die Bundesanstalt für Immobilienangelegenheiten die lang ersehnte Sanierungsuntersuchung samt Machbarkeitsstudie von der U.S. Armee in Englisch. Nun müssten die Dokumente zunächst in deutsche Sprache übersetzt werden. Wichtig sei es auch zu klären, wer für die Schäden belangt werden könne. Juristisch sei diese Frage nicht einfach, so die Initiative beim Pressetermin, weil deutsches Recht für US-Streitkräfte nur bedingt gelte. „Nichtsdestotrotz darf in Deutschland kein rechtsfreier Raum entstehen, deswegen haben wir Klage gegen Unbekannt eingereicht und wollen das diesbezüglich ermittelt wird“, erklärt Meyer. Spätestens bis zum 30. Januar sollen die erforderlichen Sicherungsmaßnahmen endlich getroffen werden.

Stellungnahme der U.S. Armee

In einer Pressemitteilung vom 10. Januar 2020 nahm auch die U.S. Army Stellung zum Stand der Dinge rund um das Thema PFC und die Untersuchung. Ein Auszug aus der Presseerklärung „Das U.S. Army Environmental Command genehmigte die Freigabe der Remedial Investigations/Feasibility Studies über zwei Stellen mit Per- und Polyfluoralkylsubstanzen (PFAS) auf dem Flugfeld der US Army in Katterbach an die deutschen Behörden. Remedial Investigations/Feasibility Studies für PFAS-Abhilfemaßnahmen müssen mit dem US Army Environmental Command in San Antonio, Texas, abgestimmt werden. Das US Army Environmental Command genehmigt und finanziert alle Sanierungsprojekte für Standorte der US-Armee weltweit.

Unabhängig von den Remedial Investigations/Feasibility Studies finanzierte die US Army Garrison Ansbach die Entwicklung zusätzlicher Projekte des Staatliches Bauamtes Nürnberg zur Sanierung des Entwässerungssystems im östlichen Teil des Flugfeldes, das in den Milmersbach mündet, und zwei weitere Systeme zur Regenwasserableitung im Südwesten und Nordwesten des Flugfeldes.“

- ANZEIGE -

AUCH INTERESSANT