Bundesernährungsministerin Julia Klöckner und der Präsident der DEHOGA Guido Zöllick beim Startschuss für den Wettbewerb "Ausgezeichnet! Deutschlands beste Kinderspeisekarten" am 05.10.2019 auf der ANUGA in Köln Foto: BMEL/Michael Gottschalk/photothek.net
Bundesernährungsministerin Julia Klöckner und der Präsident der DEHOGA Guido Zöllick beim Startschuss für den Wettbewerb "Ausgezeichnet! Deutschlands beste Kinderspeisekarten" am 05.10.2019 auf der ANUGA in Köln Foto: BMEL/Michael Gottschalk/photothek.net

70 Prozent der Kindergerichte ungesund – ausgewogene Kinderspeisekarte gesucht!

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) sucht gemeinsam mit dem deutschen Hotel- und Gaststättenverband Deutschlands (DEHOGA) beste Kinderspeisekarte. Worauf es dabei ankommt? Auf eine vielfältige Auswahl von gesunden und ausgewogenen Speisen mit kinderfreundlicher Aufmachung.

Alle gastronomischen Betriebe in Deutschland können bei dem Wettbewerb „Ausgezeichnet! Deutschlands beste Kinderspeisekarten“ mitmachen und zeigen, wie vielseitig und geschmackvoll Speisenangebote für Kin­der sein können. Alle Infos für Gastronomen gibt’s auf der Webseite des BMEL, Einsendeschluss ist übrigens der 31. Januar 2020.

Hintergründe: so kam es zur Aktion

Anlass zur der Aktion ist die bundesweite Studie der Universität Heidelberg zu Kindergerichten in der Gastronomie, deren Ergebnisse Anfang Februar zu Diskussionen geführt hatten. Laut Studie wurden auf den untersuchten Kinderspeisekarten etwa 70 Prozent der Gerichte aus ernährungswissenschaftlicher Sicht als ungesund bewertet, da sie eine hohe Energie- und gleichzeitig eine geringe Nährstoffdichte aufwiesen.

Oftmals fand sich, so ein Artikel der FAZ, in der Auswahl der Kindergerichte eine beträchtliche Anzahl an hochverarbeiteten Produkten (z.B. panierte Schnitzel, Würstchen, Pommes etc.). Auf den Kinderspeisekarten der 500 ausgewählten Restaurants wurden insgesamt 1877 Gerichte speziell für Kinder angeboten. Eingeschlossen in die Studie wurden Restaurants mit herkömmlicher Bedienung.

54,2 Prozent der Gerichte enthielten frittierte Kartoffelprodukte

54,2 Prozent der Gerichte enthielten Pommes Frites oder andere frittierte Kartoffelprodukte. Das am häufigsten angebotene Gericht war „Schnitzel oder Chicken Nuggets mit Pommes Frites“ (28,7 Prozent). Nur 11,6 Prozent der Gerichte enthielten Rohkost oder Salat. 33,7 Prozent enthielten Gemüse.

Daraufhin hatte die Bundesministerin Julia Klöckner am 19. März 2019 die Wissenschaftler der Universität Heidelberg, den Präsidenten und die Hauptgeschäftsführerin des DEHOGA Bundesverbandes, einen Vertreter der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE) sowie die Leiterin des Instituts für Kinderernährung Analyse der Studienergebnisse ins Ministerium eingeladen – und u.a. wurde die Aktion „Ausgezeichnet! Deutschlands beste Kinderspeisekarten“ ins Leben gerufen.

Wie vielfältig sind Kinderspeisen in Ansbach?

Wir haben uns in Ansbach umgeschaut und die Lage hier dürfte noch ausbaufähig sein. Viele Restaurants bieten zwar gesunde und ausgewogenen Speisen an, jedoch nicht als Kinderspeise. Falls es überhaupt ein Kindermenü gibt, dann findet man klassische Gerichte wie Pommes, Schnitzel und Spagetti mit Tomatensoße auf der Liste.

Nichtsdestotrotz kann man in Ansbach natürlich gesund Essen gehen – wer Wert auf ein gesundes Kindergericht legt, muss dann eventuell eine kleine Portion von der normalen Karte bestellen oder eine Gemüsebeilage extra. Vielleicht habt Ihr ja den ultimativen Tipp, wo Kids in Ansbach ein ausgewogenes Gericht bekommen? Oder findet Ihr, dass, wenn man schonmal ins Lokal geht, es ruhig Schnitzel mit Pommes sein dürfen?

Es geht auch anders

Es gibt schon einige Restaurants, die als Vorbild für gesunde Kinderspeisekarten dienen können. Darunter ist auch „The Westin Grand“ in München. Seit Jahren schon setzen sie auf eine gesunde Alternative für Kinder. Und das mit Erfolg! Ihr Motto „Kids eat well“ gehört zum Teil der weltweiten Wellbeing-Kampagne des Westin Hotels. Angeboten werden frische Gerichte mit viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukten und Nüssen. Die Speisen werden zudem spielerisch hergerichtet, denn das Auge isst schließlich mit.

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