Plakat Circus Krone
Plakat Circus Krone Ansbach Foto: Bettina Bocskai

Meinung: Das sagen die Ansbacher OB-Kandidaten zu Wildtieren im Zirkus

Seit vergangenen Mittwoch und noch inklusive heute gastiert der Circus Krone mit seinem aktuellen Show-Programm „Mandana“ in Ansbach. Neben begeisterten Zuschauern, hat dies auch viel Kritik von Tierschützern mit sich gebracht. Der Grund: Der größte Zirkus der Welt führt rund 100 Tiere, darunter auch Wildtiere wie Elefanten und Raubkatzen, mit in seiner Zirkusfamilie. Am Samstag kam es deshalb sogar zu einer Demonstration, bei der Tierrechtler von der Maschinenbausschule bis zum Zirkuszelt ihre Meinungen kundtaten.

Unsere Redaktion hat zu diesem Thema die Oberbürgermeister-Kandidaten Ansbachs zu ihrer Meinung rund um das Thema Wildtiere im Zirkus befragt. Am 15. März finden in Bayern die Kommunalwahlen statt – dann wird auch in Ansbach der oder die OB für die nächsten sechs Jahre gewählt. Das sagen die drei bislang feststehenden Teilnehmer/innen Carda Seidel (parteilos), Hans-Jürgen Eff (parteilos) und Thomas Deffner (CSU) zum Thema (ungekürzte Statements):

Carda Seidel: „Wildtierhaltung im Zirkus nicht zeitgemäß und nicht erforderlich“

„Das Gastspiel des Circus Krone hatte ja bei uns im Vorfeld für einigen Wirbel gesorgt. Zur Vorgeschichte: Der Stadtrat hatte im Juni 2018 beschlossen, dass kommunale Flächen an Zirkusbetriebe künftig nur noch dann vermietet werden, wenn diese keine Wildtiere mitführen und damit die Widmung des Geländes eingeschränkt. Zudem standen auch Sicherheitsaspekte im Raum. Das Verwaltungsgericht Ansbach sah das anderes und entschied im Wege einer Eilentscheidung nach § 123 VwGO mit Beschluss vom 27.2.2019, dass die Stadt Ansbach dem Circus Krone das ehemalige Messegelände vom 18.10. bis 31.10.2019 ohne einen Ausschluss von Wildtieren für ein Zirkusgastspiel zur Verfügung zu stellen hat. Diese Entscheidung war auf  reges öffentliches Interesse insbesondere bei anderen Städten und Tierschützern gestoßen. Nach kontroverser Diskussion entschied der Stadtrat schließlich mit 18 zu 16 Stimmen auf eine Beschwerde gegen die Entscheidung des VG Ansbach zum BayVGH München zu verzichten.

Was mich an der gesamten Angelegenheit besonders geärgert hat, war der deutliche Eingriff des VG in das Selbstverwaltungsrecht der Stadt Ansbach. Wir konnten durch dessen Entscheidung nicht mehr über die Zurverfügungstellung unserer eigenen Fläche entscheiden. Persönlich sehe ich Zirkusveranstaltungen an sich als Bereicherung an, allerdings muss dies unter dem Gesichtspunkt eines modernen Tierschutzes auch ohne Wildtiere gehen. Es gibt so viele interessante Zirkusattraktionen, die angeboten werden können, die begeistern, mitreißen und mitfiebern lassen. Wildtierhaltung und -präsentation im Zirkus sind heute aus meiner Sicht nicht mehr zeitgemäß und auch nicht erforderlich. In ganz früheren Zeiten konnten die Menschen Wildtiere nur über die Präsentation in einem Zirkus kennenlernen und erleben. Heute gibt es vielfältige Möglichkeiten: wunderbare Dokumentationen im Fernsehen, vielfältigen Informationen zu Wildtieren im Internet, hervorragend ausgestattete Tiergärten und nicht zu vergessen die zahlreichen Reisemöglichkeiten.“

Thomas Deffner: „Engmaschige Kontrolle zum Wohle der Tiere richtig und notwendig“

„Als Kandidat für das Amt des Oberbürgermeisters strebt man die Leitung einer städtischen Kommunalverwaltung an, die an Recht und Gesetz gebunden ist und ich verweise daher auf den Beschluss des Verwaltungsgerichts Ansbach von 27.02.2019 (Az. AN 4 E 19.00277), der das Gastspiel eines Zirkus mit Wildtieren im Hinblick auf Art. 12 Abs. 1 Grundgesetz zulässt. Diese Entscheidung ist zu respektieren.

Bezüglich des Tierschutzes halte ich eine engmaschige Kontrolle zum Wohle der Tiere für richtig und notwendig. Im Rahmen der kommunalen Selbstverwaltung ist es der Stadt aber nicht gestattet, eine Tierhaltung zu unterbinden, da der Bundesgesetzgeber die Tierhaltung ausdrücklich erlaubt und in § 11 Tierschutzgesetz abschließend geregelt hat, so dass sich die Wildtierhaltung der Zuständigkeit einer Stadt und eines Oberbürgermeisters entzieht.“

Hans-Jürgen Eff: „Jeder muss für sich selbst entscheiden“

„Ich persönlich gehe nicht zu solchen Veranstaltungen, damit unterstütze ich diese Art der Tierhaltung auch nicht! Jeder muss das für sich selbst entscheiden, ob er solche Veranstaltungen besuchen möchte oder nicht.“

- ANZEIGE -

AUCH INTERESSANT