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Frust im Stau: Immer mehr Beschäftigte haben weite Wege zur Arbeit. Foto: IG BAU
Frust im Stau: Immer mehr Beschäftigte haben weite Wege zur Arbeit. Foto: IG BAU

Zahl der Berufspendler auf 17.000 gestiegen

Wenn Lebenszeit im Stau flöten geht: Die Zahl der Berufspendler in Ansbach hat einen neuen Höchststand erreicht. Im vergangenen Jahr kamen rund 17.000 Menschen zum Arbeiten regelmäßig von außerhalb in die Stadt – das sind 38 Prozent mehr als noch im Jahr 2000. Damals zählte Ansbach noch rund 13.000 sogenannte Einpendler, wie die IG Bauen-Agrar-Umwelt mitteilt. Die IG BAU beruft sich dabei auf eine aktuelle Auswertung des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR).

Zu hohe Mieten

Gewerkschafterin Iris Santoro spricht von einem „alarmierenden Trend“. Eine Hauptursache für den Pendel-Boom sei der Mangel an bezahlbaren Wohnungen in den Städten. „Eine wachsende Zahl von Menschen kann sich die hohen Mieten und Immobilienpreise aber gerade dort nicht mehr leisten, wo in den letzten Jahren besonders viele Jobs entstanden sind“, sagt die Bezirksvorsitzende der IG BAU Mittelfranken.

Die Umwelt leidet

Die Folge seien immer längere Staus und überfüllte Züge. Strecken von mehr als 50 Kilometern bis zum Arbeitsplatz seien für viele Pendler in Ansbach mittlerweile gang und gäbe, betont Santoro. „Dabei geht nicht nur wertvolle Zeit für Familie, Freunde und Hobbys verloren. Auch die Umwelt leidet unter der Fahrerei.“ Nach Angaben des Umweltbundesamtes geht knapp ein Fünftel aller CO2- Emmissionen in Deutschland auf das Konto des Verkehrs.

Massive Investitionen nötig

Die IG BAU warnt vor einer Zunahme der Pendlerzahlen, sollte sich das Wohnen noch weiter vom Arbeiten entfernen. Nötig sei eine „drastische Wende“ in der Wohnungsbaupolitik. „Die öffentliche Hand muss viel mehr als bisher investieren, um bezahlbaren Wohnraum in den Metropolen und Ballungsräumen zu schaffen. Es fehlen vor allem Wohnungen im sozialen und im bezahlbaren Segment“, so Santoro. Massive Investitionen seien aber auch im Bereich der Verkehrsinfrastruktur unverzichtbar, um die Pendler zu entlasten. „Vor allem beim Schienen-, Straßen- und Radwegenetz ist der Nachholbedarf groß“, macht Santoro deutlich. Einen entscheidenden Beitrag gegen den „Pendel-Frust“ könnten zudem die Firmen leisten, indem sie es ihren Beschäftigten leichter machen, in Gleitzeit oder im Home-Office zu arbeiten.

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Die Pendler-Problematik in Ansbach ist Teil eines bundesweiten Trends: Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit pendelten im letzten Jahr 39 Prozent aller sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten in eine andere Stadt oder einen anderen Kreis zur Arbeit.

Der Artikel beruht auf einer Pressemitteilung der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt.

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