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Der "Seidla-Express". Foto: Polizeipräsidium Mittelfranken
Der "Seidla-Express". Foto: Polizeipräsidium Mittelfranken

Polizei beendet Jungfernfahrt mit „Seidla-Express“

Eine kuriose Geschichte meldete heute das Polizeipräsidium Mittelfranken: Nach monatelanger, akribischer Bastelarbeit begab sich ein 18-Jähriger mit seinem selbstgebauten Elektrogefährt auf die Reise durch Zirndorf, heißt es in einer Meldung. Der große Moment endete jedoch abrupt, als er von der Polizei gestoppt wurde.

Schnelle als die Polizei erlaubt

Am Sonntagabend, 01.09.2019, bot sich Beamten der PI Zirndorf ein nicht alltägliches Bild. In der Spitalstraße beobachteten sie einen jungen Mann, der es sich auf seinem selbstgebauten Gefährt bequem gemacht hatte und mit einer Geschwindigkeit, die definitiv schneller war, als die Polizei erlaubt, den Gehweg entlang fuhr.

Fantasievolles Gefährt

Bei einer Kontrolle wurde das Fahrzeug näher in Augenschein genommen. Vier Räder, eine Pressspanplatte und zwei leere Bierkisten bildeten den Grundstock des Gefährts, für Sitzkomfort sorgte ein metallener Traktorsitz, der auf einer Bierkiste angebracht war, meldet die Polizei.

Ein Blick ins Innere des Gefährts offenbarte das augenscheinliche Geschick des jungen Mannes für Elektronik. Unter der Sitzbank befand sich ein Akku, welcher zwei Elektromotoren an den jeweiligen Rädern antreibt. Im vorderen Bierkasten war zudem eine funktionstüchtige Signalanlage für amerikanische Polizeifahrzeuge verbaut.

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Auch an die „Verkehrssicherheit“ war gedacht worden: Front- und Heckbeleuchtung wurden angebracht. Die Beleuchtung war dann aber auch alles, was zumindest annähernd den Vorschriften der Straßenverkehrszulassungsordnung entsprach, heißt es.

„Seidla-Express“ schafft 25 km/h

Der junge Bastler erklärte stolz, sein „Seidla-Express“ würde es auf 25 km/h schaffen. Er habe jedoch eine Drosselung auf 10 km/h vorgenommen.

Fahrzeuge ab 6 km/h, müssen, wenn sie am öffentlichen Straßenverkehr teilnehmen, allerdings zugelassen werden. In der Praxis wird eine Zulassung für ein solches Unikat jedoch kaum zu erhalten sein, berichtet die Polizei. Darüber hinaus werde auch Versicherung und Steuer fällig.

Die Vermutung liegt nahe, dass wohl der Drang danach, sein Gefährt auszuprobieren, stärker war, als jegliche Angst vor Strafe.

Fahren ohne Fahrerlaubnis

Die Beamten verhinderten die Weiterfahrt, sodass der Fahrer nun zum Fußgänger wurde und sein Fahrzeug an einer Leine hinter sich her nach Hause ziehen musste, wird berichtet.

Der junge Bastler müsse sich nun in einem Ermittlungsverfahren wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis und Verstößen gegen das Pflichtversicherungs/- bzw. Kraftfahrzeugsteuergesetz verantworten.

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