Symbolfoto Azubis: Pascal Höfig
Symbolfoto Azubis: Pascal Höfig

IHK Mittelfranken: Über 7.000 Azubis starten ihre Ausbildung

Die IHK Nürnberg für Mittelfranken registriert unter Jugendlichen eine konstant hohe Nachfrage nach IHK-Berufen. Bereits 7.270 neue Ausbildungsverträge kann die IHK zu Beginn des Ausbildungsjahres verzeichnen. Das entspricht einem Plus von 0,5 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum und somit einem Anstieg zum fünften Mal in Folge – und das trotz des demografischen Wandels. Gerne hätten die Betriebe noch mehr Azubis eingestellt. Die Zahl der unversorgten Jugendlichen ist im Vorjahresvergleich deutlich gesunken. In vielen Branchen gibt es daher unbesetzte Ausbildungsplätze, weil schlichtweg die Bewerber fehlen. Wer bisher noch keinen Ausbildungsplatz gefunden hat, hat also sehr gute Chancen, noch in diesem Jahr ins Berufsleben einzusteigen. Denn grundsätzlich kann nach dem offiziellen Beginn des Ausbildungsjahres am 1. September noch zu einem späteren Zeitpunkt in die Ausbildung gestartet werden.

Technische Berufe

Insgesamt 2.807 Ausbildungsverträge wurden in technischen Berufen geschlossen, der Zuwachs beträgt hier 0,4 Prozent. Besonders auffallend ist der seit Jahren anhaltende Aufwärtstrend bei den IT-Berufen. Gefragte technische Berufe sind außerdem der Industriemechaniker und der Mechatroniker. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt rückläufig sind die Ausbildungszahlen beim Mediengestalter Digital und Print sowie beim Medientechnologen Druck.

Kaufmännische Berufe

Auch bei den Kaufleuten ist in diesem Jahr bei den Neueintragungen ein Anstieg um 0,6 Prozent auf 4.463 geschlossene Ausbildungsverträge zu verzeichnen. Dieses Plus verteilt sich relativ gleichmäßig auf alle Berufsgruppen. Zwei positive Ausreißer fallen jedoch auf: Bei der Fachkraft für Lagerlogistik und erstmals seit 2011 auch beim Bankkaufmann sind die Eintragungszahlen deutlich gestiegen. Aktuell gestoppt scheint der Abwärtstrend bei den Berufen im Bereich Hotel- und Gaststätten. Nach wie vor sehr beliebt sind die Berufe im Einzelhandel sowie die Ausbildung zu Kaufleuten für Büromanagement und Industriekaufleuten.

Auslandsaufenthalt erhöht Attraktivität

Was im Studium heute üblich ist, wird im Bereich der Ausbildung noch viel zu wenig genutzt: ein Teil der Ausbildung kann im Ausland absolviert werden. Die neu eingerichtete Mobilitätsberatung der IHK Nürnberg informiert Betriebe und Auszubildende über Möglichkeiten dazu, einschließlich verschiedener Förderprogramme, die dabei finanziell unterstützen.

Studienaussteiger gefragte Zielgruppe

Immer noch verlässt etwa jeder dritte Student die Hochschule ohne Abschluss. Gerade solche Studienaussteiger sind für die mittelfränkischen Ausbildungsbetriebe eine interessante Zielgruppe. Und Studienaussteiger können in kurzer Zeit eine Qualifikation auf Bachelor-Niveau erreichen: Bereits die Ausbildung kann auf bis zu 18 Monate verkürzt werden, wenn die Voraussetzungen erfüllt sind. Dazu gehören eine Studiendauer von mindestens zwei Semestern, die Erreichung von mindestens 30 Credit Points (ECTS) und ein Bezug des abgebrochenen Studiums zum zukünftigen Ausbildungsberuf. Und unter Umständen ist sogar ein Direkteinstieg in eine Weiterbildung möglich.

Nachvermittlungsbörse

Momentan sind in der deutschlandweiten IHK-Lehrstellenbörse alleine in Mittelfranken noch rund 400 offene Ausbildungsstellen für 2019 gemeldet. Eine Chance für Jugendliche ohne Ausbildungsplatz und Unternehmen mit unbesetzten Stellen bietet die IHK am 4. November von 13 bis 16 Uhr im Interimsquartier der IHK in der Ulmenstraße 52 in Nürnberg. Die Nachvermittlungsbörse hat als Ziel, unversorgte Jugendliche und Betriebe mit vakanten Ausbildungsplätzen zusammen zu bringen.

Azubi Ausweis

Großer Beliebtheit bei Azubis erfreut sich der im vergangenen Jahr eingeführte Azubi Ausweis. Er dient zum einen der Qualitätssicherung: Azubis finden auf dem Ausweis, der wie eine Scheckkarte gestaltet ist, ihren individuellen Ansprechpartner bei der IHK zu Fragen rund um die Ausbildung. Darüber hinaus bietet er Vergünstigungen und Rabatte bei verschiedenen Unternehmen und Einrichtungen aus dem Bereich Freizeit und Unterhaltung, Gastronomie, Einkauf, usw. Schließlich steht auf dem Azubi Ausweis die persönliche Identifikationsnummer des Azubis. Sie wird benötigt, um später die Prüfungsergebnisse online abzurufen.

Zahlreiche Projekte rund um die Ausbildung

Die IHK agiert am Ausbildungsmarkt mit zahlreichen Projekten, welche ausbildenden Unternehmen und Azubis einen Mehrwert liefern, sei es zum Matching zwischen Betrieb und Jugendlichen (IHK-Lehrstellenbörse, IHK AusbildungsScouts etc.) oder auch während der Ausbildung (Kultur weckt Talente, Schöller Azubi Akademie etc.). Besonders erwähnenswert ist das Projekt „KollegenCoaching“. Es spricht Jugendliche an, die ohne Unterstützung keine Ausbildung finden konnten. Azubis unterstützen als Coaches einen Ausbildungseinsteiger im selben Unternehmen nach den Prinzipien „Der Stärkere hilft dem Schwächeren” und „Unterstützung auf Augenhöhe“.

Artikel beruht auf einer Pressemitteilung der IHK Mittelfranken. 

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