Pressekonferenz um Gewaltdelikt in Rügland. Foto: WochenZeitung Ansbach
Pressekonferenz um Gewaltdelikt in Rügland. Foto: WochenZeitung Ansbach

Rügland: Gewalteinwirkung am Hals als Todesursache

Am Samstagvormittag (06.07.2019) wurde, wie bereits mehrfach berichtet, ein 49-jähriger Mann Opfer eines Gewaltdelikts im Gemeindegebiet Rügland (Lkrs. Ansbach). Der durch die Sonderkommission „Rosenberg“ ermittelte Tatverdächtige wurde am 07.07.2019 (Sonntagabend) in seiner Wohnung tot aufgefunden.

Hier nochmal die bisherigen Informationen zum Tathergang in einem ausführlichen Bericht:

An Fahrzeug zu schaffen gemacht

Nach den bisherigen kriminalpolizeilichen Erkenntnissen beobachtete der 49-jährige Geschädigte bei einem Spaziergang mit seinen Hunden gegen 09:00 Uhr einen zunächst unbekannten Mann, welcher sich an seinem abgestellten Fahrzeug am Ortsrand des Rügländer Ortsteils Rosenberg in verdächtiger Weise zu schaffen machte und offensichtlich die Kennzeichen entfernte. Über Notruf 110 teilte der 49-Jährige der Einsatzzentrale des PP Mittelfranken mit, dass er den Mann fotografiert und gestellt habe und jetzt die Polizei benötige.

Zweiter Notruf der Ehefrau

Die kurze Zeit später, gegen 09:15 Uhr, eingetroffene Streifenbesatzung konnte zunächst lediglich den verlassenen Pkw mit fehlenden Kennzeichen und abgebrochenem Scheibenwischer vorfinden.
Etwa zeitglich zum Eintreffen der Streifenbesatzung ging ein weiterer Notruf, dieses Mal von der Ehefrau des Opfers, bei der mittelfränkischen Einsatzzentrale ein. Die Frau schilderte, dass ihr Mann geschlagen worden sei und nun verletzt auf dem Boden liege und sie sich Sorgen mache.

Hubschrauber findet leblose Person

Es wurden nunmehr weitere Polizeikräfte zur Absuche des Geländes – Äcker, Feldwege und Waldflächen – hinzugezogen. Darunter auch ein Hundeführer sowie ein Polizeihubschrauber. Von der Hubschrauberbesatzung wurde etwa gegen 10:30 Uhr eine leblose Person in einer Entfernung von mehreren Hundert Metern vom Abstellort des Pkw liegend gesichtet. Es handelte sich um den 49 Jahre alten Mann aus Rügland. Rettungsdienst und Notarzt konnten nur noch den Tod feststellen.

Ermittlungen der Ansbacher Mordkommission

Die Ansbacher Mordkommission übernahm noch Samstagmittag die Ermittlungen und gründete die Sonderkommission (SOKO) „Rosenberg“ mit in der Spitze bis zu 30 Beamten. Am Tatort fanden umfangreiche Spurensicherungs- und Suchmaßnahmen statt, bei welchen auch ein Polizeihubschrauber, Personensuchhunde und Unterstützungskräfte (USK) der mittelfränkischen Polizei im Einsatz waren. Die Ermittlungen wurden zunächst in alle Richtungen geführt und in enger Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft Ansbach erste kriminaltaktische Maßnahmen angestoßen.

Gewalteinwirkung auf den Hals als Todesursache

Die von der StA Ansbach angeordnete und von der Rechtsmedizin Erlangen am 07.07.2019 durchgeführte Obduktion des Opfers ergab als Todesursache Gewalteinwirkung gegen den Hals.
Eine erste Spur stellte das Mobiltelefon des Getöteten dar, das am Tatort aufgefunden worden war. Im Speicher des Handys wurden Fotoaufnahmen einer unbekannten männlichen Person festgestellt. Nach einer ersten, noch vorsichtigen Einschätzung konnte es sich um den Tatverdächtigen handeln. In der Folge liefen umfangreiche Spurensicherungsmaßnahmen im Bereich des Tatortes an. Ein Hauptaugenmerk galt dabei dem aufgefundenen Pkw des Opfers.

Identifizierung über Smartphone-Aufnahmen

Den Durchbruch brachten schließlich die Handybilder auf dem Mobiltelefon des Verstorbenen. Der 49-Jährige hatte offenbar in der Auseinandersetzung mit dem Täter diesen tatsächlich fotografiert. Über diese Bilder konnte ein 30-jähriger Mann aus dem östlichen Landkreis Ansbach identifiziert werden. Trotz intensiver Fahndungsmaßnahmen konnte der Aufenthalt des Gesuchten zunächst nicht festgestellt werden.

Mutmaßlicher Tatverdächtiger tot aufgefunden

Am Sonntag, gegen 23:10 Uhr, wurde der 30-jährige Tatverdächtige tot in seiner Wohnung aufgefunden. Die Ermittlungen ergaben zweifelsfrei einen Suizid. Die Ermittlungen zum Hintergrund der Tat, insbesondere zum Aufenthaltsort des Tatverdächtigen im Nachgang zur Tat laufen unvermindert weiter. Die Leiche des Tatverdächtigen wird am Montag, 08.07.2019, obduziert. Die SOKO „Rosenberg“ betreut die Hinterbliebenen beider Getöteter.

Hinweis der Redaktion

Um keinen Anreiz zur Nachahmung zu geben, berichten wir in der Regel nicht über Selbsttötungen und deren Ankündigungen. Außer die Umstände erlangen besondere Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit.

Solltest Du selbst depressiv sein und über Suizid nachdenken, kontaktiere bitte umgehend die Telefonseelsorge!

Unter der kostenlosen Hotline 0800-1110111 oder 0800-1110222 erhält man Hilfe und Unterstützung von geschulten Beratern, die Auswege aus schwerwiegenden Lebenssituationen aufzeigen.

Dieser Artikel beruht auf einer Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Mittelfranken.

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