Aktion an der US-Kaserne Katterbach, bei der die OLA auf die Versäumnisse des Militär und der Behörden aufmerksam macht. Foto: Offene Linke Ansbach
Aktion an der US-Kaserne Katterbach, bei der die OLA auf die Versäumnisse des Militär und der Behörden aufmerksam macht. Foto: Offene Linke Ansbach

PFC-Verseuchung in Ansbach: Grenzwerte teils 23-fach überschritten

Bereits im Februar wurde, wie berichtet, bekannt, dass in Ansbach erstmals in einem Hausbrunnen PFC-Verseuchungen jenseits der kritischen Grenzwerte festgestellt worden waren, und zwar bei mehreren polyfluorierten Tensiden (PFT). Betroffen war dabei ein Brunnen im Stadtteil Obereichenbach. Das Gift tritt aus der US-Militärbasis Ansbach-Katterbach aus. Passiert sei seitens des Militär seitdem nicht besonders viel, so die Offene Linke Ansbach und nahm deshalb am vergangenen Donnerstag die Untätigkeit der Verantwortlichen zum Anlass, PFC-verseuchtes Trinkwasser in einer Aktion aus Obereichenbacher Brunnen zum Verursacher zurückzubringen.

Die OLA fordert, das verseuchte Erdreich abzubaggern und auf dem Katterbacher Flugfeld zwischenzulagern. Symbolisch wurde das kontaminierte Nass im Rahmen eines politischen Straßentheaters Uncle Sam am US-Unabhängigkeitstag sprichwörtlich vor die Füße gekippt. „Damit will die Fraktion die Notwendigkeit der Unabhängigkeit der Stadt von den Belastungen für Mensch und Umwelt durch die US-Stationierung unterstreichen“, heißt es in einer vorangegangenen Presseinformation.  Bei dem politischen Straßentheater „PFC-Gift zurück in die US-Kaserne“ wurden ebenso die Ergebnisse der neuen PFC-Beprobung von Obereichenbacher Brunnen vorgestellt.

Ergebnisse einer Beprobung vom 26. April vorgestellt

Zwischen Januar 2018 und April 2019 habe sich die Verseuchung durch per- und polyfluorierte Chemikalien (PFC) aus der US-Kaserne Katterbach Besorgnis erregend ausgeweitet, so die Offene Linke Ansbach in einer Pressemitteilung: Laut einer Beprobung der Stadt Ansbach vom 26.04. sei die Gesamtbelastung in einem Obereichenbacher Hausbrunnen in diesem Zeitraum von 2,23 auf 3,27 Mikrogramm pro Liter angestiegen. Der kritische Schwellenwert liegt bei 1,0 Mikrogramm. Bei den einzelnen krebserregenden und Fruchtbarkeit einschränkenden Chemikalien seien die Überschreitungen teils noch extremer. So sei beispielsweise der Grenzwert bei Perfluorhexansulfonsäure (PFHxS) inzwischen um das 18-fache überschritten worden(2018: um das 14-fache).

Fischweiher mit 300-jähriger Zuchttradition ebenfalls betroffen

Untersucht wurden dabei laut Angaben der Offenen Linken Ansbach (OLA) auch Fischweiher der 1732 errichteten ehemals markgräflichen Fischzuchtanlagen am Eichenbach. Dort seien die Überschreitungen mit 4,73 Mikrogramm pro Liter noch höher. Der PFHxS-Grenzwert sei gar um das 23-fache überschritten. PFC würden sich so die OLA laut der Stadt Ansbach auch in Fischen festsetzen, sodass der Verzehr ebenfalls gesundheitsgefährdend sein könne. Eine fast 300-jährige Zuchttradition könnte aufgrund der Vergiftung demnächst zu Ende gehen.

OLA: „Untätigkeit von Militär und Behörden ein Skandal“

Die Stadtratsfraktion der Offenen Linken Ansbach (OLA) erklärt zur fortschreitenden Verseuchung: „Die Untätigkeit von Militär und Behörden ist ein Skandal. Das Gift sickert nachweislich immer weiter und gefährdet unsere Umwelt und die Gesundheit der Anwohner. Die US-Armee als Verursacher muss das kontaminierte Erdreich unverzüglich abbaggern und auf dem Flugfeld in Katterbach zwischenlagern. Wer angesichts der massiven Ausweitung der Vergiftung des Ansbacher Grundwassers durch das US-Militär untätig bleibt, der begeht fahrlässige Körperverletzung.“

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