Die Fürstliche Gartenlust bei den Rokoko-Festspielen. Foto: Stadt Ansbach
Die Fürstliche Gartenlust bei den Rokoko-Festspielen. Foto: Stadt Ansbach

Wissenswertes rund um die Rokoko-Festspiele Ansbach

Vom 5. bis zum 9. Juli lässt der Heimatverein die Vergangenheit rund um den Markgrafen Carl Wilhelm Friedrich von Brandenburg-Ansbach wieder aufleben – dann heißt es wieder: Rokoko-Festspiele Ansbach. Die Traditionsveranstaltung umfasst vom Maskenfest über das Galadinner bis hin zur Fürstlichen Gartenlust jede Menge interessante Veranstaltungen, die nicht nur die Herzen der Historien-Fans unter uns höher schlagen lassen.

Das gesamte Programm! 

Doch wieso feiern wir eigentlich jährlich diese Festspiele? Und wer sorgt jedes Mal dafür, dass der Hofgarten für ein paar Tage in die Vergangenheit reist und mit wunderschöner Musik, atemberaubender Atmosphäre und Kostümen gefüllt ist?

Wieso feiern wir die Rokoko-Festspiele?

Mit den Ansbacher Rokoko-Festspielen bewahrt die Hohenzollernresidenz ihr markgräfliches Erbe. Der Ansbacher Heimatverein lässt die Zeit des Markgrafen Carl Wilhelm Friedrich von Brandenburg-Ansbach mit höfischem Treiben wieder aufleben.

Ende des 19. Jahrhunderts entwickelte sich auch in Deutschland der Tourismus, weshalb überall Fremdenverkehrsvereine und Heimatfestspiele und speziell in Ansbach die „Dramaturgische Vereinigung“ gegründet wurde. Am 10. Juni 1894 führte dieser Verein erstmals das Theaterstück „Der Wilde Markgraf“ des Heimatdichters Konrad Friedrich auf, in dem es um das aufregende Leben des Carl Wilhelm Friedrich ging. Mit der Aufführung dieses Theaterstück war der Grundstein für die Ansbacher Rokoko-Festspiele gelegt!

Bis zu Beginn des Zweiten Weltkriegs wurden fortan mehr und mehr Theaterstücke aufgeführt und mit Rokoko-Tänzen „ausgeschmückt“. 1932 wurde dann der Besuch Friedrichs des Großen in Ansbach in Szene gesetzt. 1949 war es, als der Ansbacher Heimatverein e.V. gegründet wurde und sich das Theaterfestspiel in ein Rokoko-Festspiel umwandelte, bei dem versucht wurde, das Leben am Fürstenhof im 18. Jahrhundert so realistisch, wie nur möglich, nachzustellen.

Das Rokoko-Festival Ansbach vom 5. bis zum 9. Juli 2019. Foto: Stadt Ansbach

Wer war Carl Friedrich Wilhelm?

Carl Wilhelm Friedrich wurde am 12. Mai 1712 in Ansbach geboren. Da sein Vater schon früh verstarb, übernahm seine Mutter Christiane Charlotte die Herrschaft und gab sich Mühe, Ansbach durch mehrere Bauarbeiten zu verschönern. Bereits mit 14 Jahren wurde Carl Wilhelm Friedrich mit der preußischen Königstochter Friderike Louise verlobt, die er im Mai 1729 heiratete. Zu dieser Zeit übernahm der damals 17-Jährige die Regentschaft von seiner Mutter, da diese bereits im Sterben lag.

Carl Wilhelm Friedrich wird deswegen als „der Wilde Markgraf“ bezeichnet, weil seine Persönlichkeit in vielen Dingen sehr gespalten war. Auf der einen Seite liebte er den Prunk, gleichzeitig aber auch das einfache Landleben. Er konnte oft sehr zornig werden, sorgte sich aber trotz allem um seine Untertanen. Am 3. August 1757, also mit 45 Jahren, verstarb der „wilde Markgraf“ in seinem Jagdschloss in Gunzenhausen.

Perücken und Kostüme

Der Perücken- und Kostümfundus, der dem Heimatverein gehört, wird von Jahr zu Jahr erweitert. Trotz allem ist es kein Leichtes, für alle Schausteller passende Outfits zu organisieren, da diese logischerweise nicht ganz billig sind. Deswegen legen die Ansbacher oft selbst Hand an und beweisen ihr Nähtalent in vollen Zügen! Von Markgraf Carl Wilhelm Friedrich ist nämlich bekannt, dass es mindestens 465 Angestellte an seinem Hof hatte, die natürlich -so gut es eben geht- auch bei den jährlichen Rokoko-Festspielen verkörpert werden sollen.

Musik

Ein Fest ohne Musik wäre kein Fest. Auch die Rokoko-Festspiele wären ohne die musikalischen Aufführungen wahrscheinlich nur noch halb so schön und atemberaubend! Verantwortlich für die Umsetzung ist unter anderem die Musikschule Ansbach, die unter der Leitung von Ernst Berendes wie jedes Jahr Großes auf die Beine stellt.

Ebenso der Spielmanns- und Fanfarenzug „Markgräfliche Jäger“ aus Feuchtwangen, der insgesamt, aus 60 Musikern besteht, übt fleißig, um die gespannten Ansbacher mit wunderbaren Klängen in die Rokoko-Stimmung zu versetzen. Auch die Stadtkapelle Heilsbronn, der Spielsmannszug Ansbach und seit diesem Jahr auch das Jagdhornbläser-Essemble der Jägervereinigung Ansbach zeigen ihr Können!

Unvergesslich

Somit geben sich der Heimatverein, die Ansbacher Kinderkantorei, die Tanzschule Pohl, die Fechtgruppe Vitigo und viele mehr jedes Jahr aufs Neue große Mühe, alles so realistisch wie möglich darzustellen und auch kein Detail zu vergessen! Falken, Pferde, Haustruppen in eindrucksvollen Uniformen und Hofdamen, die sich mit ihren Fächern Luft zu wedeln und sich ab und zu dahinter verstecken – die Rokoko-Festspiel zu besuchen ist ein absolutes Muss, sowohl für Touristen als auch für eingesessene Ansbacher!

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