Der Einwegbecher. Foto: Dominik Ziegler.
Der Einwegbecher. Foto: Dominik Ziegler.

Einweg-Kaffeebecher in Ansbach nur noch gegen Aufpreis?

Zum Schutz der Umwelt wird vermehrt auf umweltfreundliche Materialien gesetzt und auf das Einwegsystem verzichtet. Ein großes Problem stellen bisweilen die Einwegkaffeebecher dar – obwohl es auch in Ansbach genügend Alternativen gibt. Die Bundesregierung will nun auch dieses Problem angehen und schlägt vor, Einweg-Kaffeebecher gegen einen Aufpreis anbieten zu lassen, so berichtet die WELT.

Tonnen von Müll durch Einwegbecher

Nach einer aktuellen Studie des Umweltbundesamtes werden pro Jahr etwa 2,8 Milliarden Einwegbecher für Kaffee und Co. genutzt, das Schicksal ist trivial: sie landen nach dem Konsum einfach im Müll, was pro Person etwa 34 Becher ausmacht, so die WELT. Vor Allem Bequemlichkeit ist ein Hauptfaktor beim Kauf eines Einwegbechers. So hat nicht jeder immer einen Mehrwegbecher parat und Heißgetränke in Pappbechern sind überall ohne größeren Aufwand erhältlich. Das will die Bundesregierung jetzt ändern. Mehrwegsysteme gibt es bereits seit einigen Jahren bei Flaschen und Dosen: durch das Pfandsystem wird zum einem eine gerechte Entsorgung gesichert und zum anderen Müll vermindert.

Polystyrolbecher sollen verboten werden

Seit 1996 gibt es den Einwegpappbecher in Deutschland, „Heute ist der Kaffeebecher aus dem Stadtbild nicht mehr wegzudenken – leider auch in Form überquellender Papierkörbe und als Müll auf Wiesen, in Parks und an der Böschung von Bahngleisen“, so Umweltbundesamt Expertin Bettina Reichenberg für die WELT. Kunststoffbeschichtete Pappbecher, also die klassischen To-Go-Becher, seien besonders belastend und füllen pro Jahr acht Millionen Stadtmülleimer, heißt es. Demnach sollen sie verboten werden, kündigt Umweltministerin Schulze an.

Einwegbecher nur gegen Aufpreis

Da Polystyrolbecher besonders schlecht zu recyclen sind, sollen diese komplett verboten werden und Hersteller künftig höhere Lizenzgebühren zahlen, die dann in die sogenannten „Littering-Fonds“ (Anm. der Redaktion: „Littering“ bezeichnet das achtlose Wegwerfen von Müll im öffentlichen Raum) fließen, woraus anschließend Umweltreinigung von Müll finanziert werden soll, so ein Bericht der WELT. Dadurch würde der Verbrauch an Einwegbechern innerhalb von drei Jahren um rund 50% gesenkt werden können. Das hätte dann auch Auswirkungen auf den Endverbraucher: Einwegbecher und Plastikdeckel würden dann nur noch gegen einen Aufpreis erhältlich sein.

Mehrwegbecher gegen Pfand

Stattdessen werde es vermehrt Mehrwegbecher im Angebot geben, auf die ein Pfand von mindestens 50 Cent, wenn nicht sogar ein bis zwei Euro auferlegt werde. Dadurch wäre eine Rückgabe der Mehrwegbecher gesichert, so die WELT. Unternehmen wie RECUP haben bereits auf die Notwendigkeit der Müllvermeidung durch Pappbecher reagiert und bieten für Einzelhändler in Würzburg Pfandbecher aus recyclingfreundlichen Materialien an, die auch an verschiedenen Ausgabestellen wieder zurückzugeben sind. Auch der Fast-Food-Riese McDonalds ruft dazu auf, eigene Becher mitzubringen und gibt dafür einen kleinen Rabatt. Damit leisten dieses und andere Unternehmen einen Beitrag zum Umweltschutz.

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