Die Entwicklung des Comics über Kaspar Hauser; Foto: Bart Proost
Die Entwicklung des Comics über Kaspar Hauser; Foto: Bart Proost

Drei belgische Künstler verfassen Graphic Novel über Kaspar Hauser

Drei belgische Künstler stellen am 18. Mai 2019 auf dem Internationalen Comicfestival in Eindhoven eine Graphic Novel über Kaspar Hauser vor, die berühmte Persönlichkeit aus Ansbach. Diese erscheint zwar auf Niederländisch, soll aber auch in Deutschland veröffentlicht werden. Hierfür wird das Jahr 2020 angepeilt, weil dann die Comic-Messe in Erlangen und die Kaspar-Hauser-Festspiele stattfinden.

Wer war Kaspar Hauser?

Im Jahr 1828 wurde auf Nürnbergs Straßen ein etwa 16-jähriger Junge aufgefunden, der kaum sprechen, gehen oder etwas Gesagtes verstehen konnte. Der Grund für dieses seltsame Verhalten konnte festgestellt werden und ist schockierend: Er wurde fast sein ganzes Leben in einer dunklen Höhle aufgezogen – abgeschottet von der restlichen Welt. Das hat vor allem sein soziales Handeln nachhaltig verändert: Es fällt ihm schwer, sich in der normalen Welt zurechtzufinden.

Anlass für die Graphic Novel

Die drei Künstler fasziniert an Kaspar Hauser, dass er durch sein Großwerden fernab von anderen Menschen nicht nur negative Folgen spürt, sondern dass er dadurch zu einem besonderen Mensch mit einer einzigartigen Perspektive geworden ist. Er hat einen sogenannten „view from nowhere“, er beobachtet die Gesellschaft und deren Kultur, ohne ein Teil davon zu sein. Die Frage, wie man mit dieser Tatsache umgeht, durch sein Verhalten ein Außenseiter zu sein und ob man sich so überhaupt in der Gesellschaft wohlfühlen kann, ist das zentrale Thema, dem sich die Graphic Novel widmet.

Ein Auszug aus der Graphic Novel "Kaspar Hauser - Im Auge des Sturms". Foto: Bart Proost

Ein Auszug aus der Graphic Novel „Kaspar Hauser – Im Auge des Sturms“. Foto: Bart Proost

Worum geht es?

In Kaspar Hauser – Im Auge des Sturms trifft Kaspar Hauser auf Ludwig Feuerbach. Es ist nicht klar, ob sich beide überhaupt gekannt haben, jedoch wird hier kein Fokus auf historische Korrektheit gelegt. Der Philosoph vertritt die Ansicht, dass der Mensch auf der Suche nach dem Sinn des Lebens einen gütigen Gott kreiert hat und ist damit ein Kritiker der Religion. Es handelt sich also um eine sehr interessante Sichtweise, dass Kaspar Hauser auf der Suche nach Sicherheit und seiner Heimat den religionskritischen Ansatz von Feuerbach inspiriert haben könnte. Wie es den beiden dann wirklich gemeinsam ergeht kann man voraussichtlich nächstes Jahr in deutscher Sprache lesen.

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