Kein Geld in der Tasche. Symbolfoto: Pascal Höfig
Kein Geld in der Tasche. Symbolfoto: Pascal Höfig

Ansbacher erleiden Reallohnverlust von 6,3 Prozent seit Jahr 2000

Die Ansbacher haben heute weniger zum Leben als vor 20 Jahren: Zwischen den Jahren 2000 und 2018 sanken in der Rezatstadt die Reallöhne um 6,3 Prozent. Das ist bundesweit der zweitschlechteste Wert aller Gebietskörperschaften nach Offenbach am Main (minus 8,7 Prozent). Mit einem verfügbaren Einkommen in Höhe von 20.737 Euro pro privatem Haushalt und Jahr ist Ansbach weit abgeschlagenes Schlusslicht in Mittelfranken. Das geht aus einer aktuell veröffentlichten Studie der Hans-Böckler-Stiftung hervor, so die Offene Linke Ansbach in einer Pressemitteilung.

Die Besorgnis erregenden Zahlen kommentiert die Stadtratsfraktion der Offenen Linken Ansbach (OLA): „Der übergroße Niedriglohnsektor mit sehr hohem Anteil von Beschäftigten in Leiharbeit führt dazu, dass in Ansbach immer mehr Menschen arm trotz Arbeit sind. Gesunkene Reallöhne bedeuten eine schwere Hypothek für das soziale Gefüge in unserer Stadt. Die geringen verfügbaren Einkommen stehen zudem in Zusammenhang mit der schwachen Einnahmesituation des städtischen Haushalts.“

Ansbach als „Sorgenkind bei den Reallöhnen“

Die Zahlen zeigten, dass manche Stadträte, die meinen, Ansbach gehe es so gut wie noch nie, Realitäten nur eingeschränkt wahrnähmen, so die OLA weiter. Vielmehr müsse die Situation Ansbachs als Sorgenkind bei den Reallöhnen konkrete Konsequenzen in der Kommunalpolitik haben: „Das Verscherbeln von wertvollen Flächen an Unternehmen, die für niedrige Löhne bekannt sind oder kaum Arbeitsplätze schaffen, ist ein Fehler. Die OLA hat oftmals als einzige Fraktion gegen solche Veräußerungen gestimmt und vor den Folgen gewarnt. Jetzt gilt es, soziale Leitplanken in die kommunale Wirtschaftspolitik einzuziehen. Ansbach braucht eine verbindliche Mindestanzahl gut entlohnter, unbefristeter Arbeitsplätze pro Hektar Gewerbefläche.“

Anstieg im Landkreis um 23,1 Prozent

Ein Mangel an Wohnraum führe überdies zu einer Abwanderung gerade von Normalverdienern aus Ansbach. Während die Stadt einen Reallohnverlust verzeichne, wären die Einkommen im Landkreis seit 2000 um 23,1 Prozent gestiegen. Die OLA-Fraktion hätte Vorschläge für die Aktivierung von brach liegendem Bauland mittels Baugebot nach §176 Baugesetzbuch gemacht. Zudem würden die US-Militärbasen Flächen für eine gesunde Stadtentwicklung blockieren, so die Pressemitteilung weiter. Nicht zuletzt seien auch Land und Bund in der Pflicht: „Von einem höheren Mindestlohn würde Ansbach besonders profitieren“, kündigte die OLA an und unterstützte die Aktionen der Gewerkschaften vor Ort am 1.Mai für gerechte Entlohnung

Artikel beruht auf einer Pressemitteilung der Offenen Linken Ansbach. 

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