Symbolbild Radfahren: Pascal Höfig.
Symbolbild Radfahren: Pascal Höfig.

Fahrradklima-Test: Gunzenhausen top – Ansbach im Mittelfeld

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer hat gestern gemeinsam mit dem Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) die fahrradfreundlichsten Städte Deutschlands ausgezeichnet. Fahrradfreundlichste Großstadt ist erstmals Karlsruhe. Neu ist auch der Sonderpreis für die familienfreundlichste Fahrradstadt, der an die Stadt Wettringen geht. Beim Städteranking der Ortsgrößenklasse von 20.000 bis 50.000 Einwohnern ist Ansbach mit Platz 203 von 311 im hinteren Mittelfeld zu finden. Mit einer Durchschnittsnote von 4,04 hielt sich Ansbach dabei relativ konstant zum Gesamtergebnis aus dem Jahr 2016. Zu verbessern gibt es wohl trotzdem einiges. Vorbild könnte Nachbarstadt Gunzenhausen sein, die mit einer Note von 2,82 den bayerischen Top-Wert der Städte mit weniger als 20.000 Einwohner aufweisen kann.

„Radfahren muss Spaß machen“

Scheuer: „Der ADFC-Fahrradklima-Test gibt Städten und Kommunen Hinweise darüber, welche Verbesserungen sich die Menschen für den Radverkehr wünschen. Radfahren muss Spaß machen und darf kein ewiger Kampf mit den Autofahrern sein. Ich werde deshalb bis Pfingsten Vorschläge für eine Novelle der Straßenverkehrs-Ordnung vorlegen, die den Radverkehr nutzerfreundlicher und damit noch attraktiver machen soll. Mit der Überarbeitung der Vorschriften wollen wir noch mehr Menschen dazu bringen, häufiger auf das Rad zu steigen. Ein attraktiver und sicherer Fahrradverkehr kann besonders in urbanen Räume und Metropolregionen dabei helfen, Staus zu vermeiden, den Verkehr insgesamt zu verflüssigen und Schadstoffemissionen zu reduzieren.“

Mittel in Höhe von 200 Millionen Euro für den Radverkehr

Speziell zur BMVI-Förderung des Radverkehrs sagte Scheuer: „Das Bundesverkehrsministerium stellt 2019 allein Rekordmittel in Höhe von rund 200 Millionen Euro für den Radverkehr bereit. Wir fördern Radwege an Bundesstraßen, Radschnellwege, innovative Modellprojekte wie zum Beispiel zur Erprobung von Lastenrädern in Logistikketten oder den Einsatz von Abbiegeassistenten. Klar ist aber auch: Für die Radwege in den Ländern und Städten sind Länder und Kommunen zuständig. Der Bund darf nur Radwege entlang von Bundesstraßen finanzieren. Ausnahme sind die vom Bund geförderten Radschnellwege.“

Pro und Contra aus Ansbach

320 Ansbacherinnen und Ansbacher haben für die Rezatstadt an der Umfrage teilgenommen. Als besonders positiv wurden dabei der „gute Winterdienst auf Radwegen“, die „regelmäßige Reinigung der Radwege“ und die „glatten und ebenen (Rad)wege“ bewertet. Negativ wurden „kein oder geringes Angebot öffentlicher
Leihfahrräder, „wenig attraktive Fahrradmitnahme in öffentlichen Verkehrsmitteln“, sowie „seltene – meist negative – Medienberichte“ aufgeführt.

Über den ADFC-Fahrradklima-Test

Der ADFC-Fahrradklima-Test ist eine nicht repräsentative Umfrage zur Zufriedenheit der Radfahrenden. Die Befragten wurden vom ADFC auf der Grundlage von 32 Fragen zu Sicherheit, Komfort oder Infrastruktur aufgerufen, die Situation der Radfahrenden in ihren Städten und Kommunen zu bewerten. Abgestimmt haben in diesem Jahr rund 170.000 Menschen. Das sind rund 40 Prozent mehr als bei der letzten Umfrage. In die Wertung gekommen sind 683 Städte und Gemeinden.

Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) fördert den ADFC-Fahrradklima-Test mittlerweile zum achten Mal aus Mitteln zur Umsetzung des Nationalen Radverkehrsplans (NRVP). Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club e.V. führt das Projekt durch. Die gesamten Ergebnisse des Fahrradklima-Tests 2018 sowie eine interaktive Karte findet Ihr unter: www.bmvi.de/fahrradklimatest

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