Das Bratwurst-Glöckle in Ansbach. Foto: Nico Jahnel
Das Bratwurst-Glöckle in Ansbach. Foto: Nico Jahnel

Nach Posting-Wirbel: Bratwurst-Glöckle-Betreiber entschuldigen sich

Am Sonntagabend sorgte ein Posting auf der Facebook-Seite des Ansbacher Bratwurst-Glöckle für Wirbel. Nachdem wohl regelmäßig Hundehalter die Kothaufen ihrer Vierbeiner auf den Flächen des Lokals liegen lassen, platzte dem Chef der Kragen und er machte seinem Ärger auf Facebook Luft. Dabei drohte er, Gift an seinen Eingängen anzubringen. Hunderte verärgerte Kommentare und ein Gespräch mit der Polizei folgten.

Mittlerweile wurde die Facebook-Seite offline genommen. Betreiberin Cristina kontaktierte uns gestern Abend und gestand: „Es tut uns alles so leid! Wir lieben Tiere doch, aber mein Mann hat einfach nicht nachgedacht und zudem keine Ahnung von Facebook. Vor unserem Restaurant liegen jeden Tag Hundekot und das stört unseren Geschäftsbetrieb. Aber das ist natürlich keine Entschuldigung für das Verhalten.“

„Ärger unüberlegt ausgedrückt“

Zuvor wurde ein Statement auf der Facebook-Seite veröffentlicht, dieses kann hier im Wortlaut nachgelesen werden:

„Liebe Besucher, auf unserer Facebook-Seite wurde gestern für kurze Zeit ein Beitrag von mir veröffentlicht, dass Hunde ihr Geschäft vor unseren Eingängen hinterlassen. Dieser Beitrag wurde vielmals von unseren Facebook-Nutzern kommentiert. 

Der Beitrag war eigentlich nicht gegen Hunde, sondern gegen ihre unverantwortlichen Halter gerichtet, da wir unseren Gästen gerne unsere Speisen in einer angenehmen Atmosphäre bieten möchten. 

Mein Ärgernis darüber habe ich sicherlich sehr unüberlegt ausgedrückt. Wer unser Speiserestaurant kennt, weiß, dass wir mitgebrachten Hunden gerne Wasser geben und auch auf die Wünsche von Kindern eingehen. Der Post hätte eigentlich ein Appell an die Verantwortlichkeit von Hundehaltern sein sollen.“ 

Versöhnliche Reaktionen der Ansbacher

Neben verärgerten Kommentaren haben sich auch viele Ansbacher zu Wort gemeldet, die die Entschuldigung annehmen. So schreibt z.B. Sebastian: Ich werde weiterhin dort essen gehen! Klar der Post war unpassend, aber sie haben sich entschuldigt! Jeder macht mal Fehler, das gehört zum Leben dazu.  Deswegen werde ich mir aber bestimmt das gute Essen und die angenehme Atmosphäre und Kundenfreundlichkeit nicht entgehen lassen!“

Zusammenfassend war es sicherlich eine sehr unüberlegte Handlung, allerdings tut es den Betreibern von Herzen leid. So sagt auch Userin Sonja: „Durchatmen und wieder runterkommen. Es hat jeder schon mal Dinge aus irgendeiner Emotion heraus gesagt, die nicht in Ordnung waren. Es ist nix passiert und er hat sich entschuldigt.“ 

Appell an Hundebesitzer

Viele können das Ärgernis mit den Hundehaufen im Grunde auch nachvollziehen, so schreibt Michaela: „I hoab selbst schon in der innenstadt gewohnt und es is echt eklig wennst am morgen zur tuer naus kummst und so nen haufen vorfindest. Kann ma von glueck reden net nei zu steigen. Als gaststaettenbesitzer waer i a ankratzt. Und mal ehrlich wer isst schon gern neben nem kothaufen?“ Eine Kommentatorin schlägt sogar vor, dass alle Seiten daraus lernen. Wir finden das eine schöne Idee! Deshalb unser Appell: wenn die entsprechenden Halter zukünftig verlässlich die Hundehaufen entsorgen und Ansbach Rücksicht auf die Vierbeiner nimmt, dann wird unsere schöne Stadt vielleicht noch ein Stück lebenswerter.

Die Betreiber des Bratwurst-Glöckle haben aus dem Vorfall gelernt, gerne würden sie auch in Zukunft Vierbeiner und ihre Frauchen und Herrchen bewirten. Mit einer Geste möchten sie sich für das unüberlegte Handeln bei den Hunden entschuldigen – eine Spende über 500 Euro soll an ein Tierheim oder eine Organisation, die die Vierbeiner unterstützt, gehen.

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