Nach Abstimmung in einer Sondersitzung hat sich der Stadtrat gegen eine Beschwerde über das Urteil des VG Ansbach entschieden. Foto: Nico Jahnel
Nach Abstimmung in einer Sondersitzung hat sich der Stadtrat gegen eine Beschwerde über das Urteil des VG Ansbach entschieden. Foto: Nico Jahnel

Beschluss zu Circus Krone: Keine Beschwerde gegen VG Ansbach-Urteil

Circus Krone kann kommen: Nach Abstimmung hat sich der Stadtrat gegen eine Beschwerde über das Urteil des VG Ansbach entschieden. Zu diesem Entschluss kamen die 34 Anwesenden der Fraktionen am Mittwochabend in einer Sondersitzung des Stadtrates. Dabei haben sich 16 für und 18 Stadtratsmitglieder gegen eine Beschwerde gegenüber dem Urteil des VG Ansbach vom 27. Februar 2019 ausgesprochen. Ein Wildtierverbot im Circus Krone wird es somit nicht geben.

Viele Unterstützer des Wildtierverbots

Viele Plakate und Banner waren vor dem Kulturzentrum am Karlsplatz zu sehen. Darauf geschrieben waren Sprüche wie „Tiere sind keine Zirkusnummer!“ oder „Mit Ihrer Eintrittskarte unterstützen Sie Tierquälerei!“ Die Hoffnung war groß als sich die versammelten Menschen in den Angletsaal begaben, um bei der Sondersitzung teilzunehmen und zuzuhören.

Die Glocke läutet und Oberbürgermeisterin Carda Seidel heißt alle im Saal herzlich willkommen. Nachdem sie das Ziel dieser Sondersitzung erläutert, wird auch jedem klar, was für eine Auswirkung die Entscheidung der Abstimmung haben wird. Denn rund 100 Städte in ganz Deutschland haben sich bisher für ein Wildtierverbot im Circus Krone ausgesprochen.

Unfälle als Beweislage vor dem VGH

Nachdem Rechtsreferent Udo Kleinlein die Rahmenbedingungen nochmals erklärt hat, kommen die einzelnen Parteien zu Wort. Die Oberbürgermeisterin hat sich schon am Anfang der Sitzung gegen das Urteil und für eine Beschwerde ausgesprochen. Boris-Andre Meyer von der Offenen Linke Ansbach ergriff als Erster das Wort. Er war davon überzeugt, dass man vor dem BayVGH, dem höheren Gericht, die Chance hat, ein Wildtierverbot zu erzielen.

Auf die Seite der OLA stellten sich außerdem die BAP, Bündnis 90/Die Grünen und die ÖDP. Dabei wurde mit zwei Unfällen aus dem letzten Jahr argumentiert, bei dem unter anderem ein Elefant aus dem Zirkus geflohen war. Außerdem müsse man Verantwortung für 100 weitere Städte übernehmen, die sich auch für ein Wildtierverbot ausgesprochen haben. Allgemein könne das VGH nicht über die Beweisführung hinwegsehen und müsse das Wildtierverbot wieder in Kraft setzen.

Circus Krone steht nichts mehr im Weg

Anderer Meinung waren jedoch die SPD, CSU und Freien Wähler. Obwohl viele intern in der SPD-Fraktion für das Wildtierverbot sind, ist die Fraktion am Ende trotzdem zu dem Ergebnis gekommen, gegen eine Beschwerde zu stimmen. Die Freien Wähler sind allgemein gegen ein Wildtierverbot in Zirkussen.

Ein ernüchterndes Ergebnis für die Fraktionen, die für ein Wildtierverbot im Circus Krone sind. Wie sich die Thematik weiter entwickelt, bleibt abzuwarten. Einem Gastspiel von Circus Krone auf dem Messegelände in Ansbach steht nun jedoch nicht mehr viel im Weg.

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