Wasserglas. Symbolfoto: Pascal Höfig
Wasserglas. Symbolfoto: Pascal Höfig

Stadtratsfraktionen fordern: Schnelle Beseitigung der PFC-Verseuchung in Katterbach

„Das Gift sickert immer weiter durch Böden und Gewässer“, heißt es in einer Pressemitteilung der Offenen Linken Ansbach. In Ansbach seien erstmals in einem Hausbrunnen PFC-Verseuchungen jenseits der kritischen Grenzwerte festgestellt worden, und zwar bei mehreren polyfluorierten Tensiden (PFT). Dabei wäre der PFHXS-Grenzwert für Trinkwasser sogar um das 14-fache überschritten, so die Pressemitteilung weiter. Betroffen sei ein Brunnen im Stadtteil Obereichenbach. Das Gift trete aus der US-Militärbasis Ansbach-Katterbach aus.

Im Oktober 2018 erklärte die Bundesregierung gegenüber dem Ansbacher Abgeordneten Harald Weinberg, es läge für zumindest ein Grundstück aufgrund der PFC-Vergiftung aus der Militärbasis Katterbach die Empfehlung eines Fernwasseranschlusses vor. Bislang war Wasser in getesteten Hausbrunnen, etwa in Untereichenbach, noch unter dem Schwellenwert geblieben, so die OLA weiter. Die Stadt Ansbach hätte aber bereits im September 2018 bei Messungen eine Überschreitung der Grenzwerte um ein Vielfaches im Grundwasser festgestellt.

Stadt soll Schadensersatzansprüche der Kommune und betroffener Bürger prüfen

„Der PFC-Giftskandal an der US-Militärbasis Katterbach darf nicht ohne Konsequenzen bleiben“, erklärt die Stadtratsfraktion der Offenen Linken Ansbach (OLA) zur Ausweitung der Kontaminierung mit den krebserregenden Stoffen. Die Fraktion verweist auf ähnliche Verseuchungen an US-Militärbasen in Rheinland-Pfalz. Dort würden Kommunen, Landwirte, Fischzuchtbetriebe und Wasserversorger Schadensersatzansprüche geltend machen und das mit Erfolg. Dies könne, laut der OLA, auch in Ansbach den Druck auf US-Armee und Behörden erhöhen, mit der Beseitigung des Giftmülls endlich zu beginnen. Daher solle die Stadt eigene Schadensersatzansprüche und die betroffener Bürger prüfen. „Klar muss dabei sein: Das US-Militär als alleiniger Verursacher muss die Kosten der Sanierung vollständig übernehmen. Eine Abwälzung auf die deutschen Steuerzahler ist inakzeptabel“, betont die OLA.

Update 12.02. 10.15 Uhr: 

CSU Ansbach fordert schnellstmögliche Beendigung der Altlastenproblematik

Auch die CSU Ansbach äußerte sich nun zur Altlastenproblematik in Katterbach (ungekürzte Pressemitteilung hier nachlesen). „Dass nun bereits der erste Hausbrunnen von den seit langem bekannten Altlasten betroffen ist, ist nicht zu akzeptieren. Dass dies die CSU-Fraktion zudem aus der Presse erfahren muss und nicht von der Stadt unterrichtet wurde, ist ein weiterer Tiefpunkt in der Angelegenheit.“

Von der Fraktion wird nun eine Beseitigung der Altlasten nach dem Vorbild des Nürnberger Flughafens gefordert. Hier herrschte ein ähnliches Problem, woraufhin  das Erdreich ausgebaggert und auf dichtem Untergrund gelagert wurde. „Wenig hilfreich“, so die CSU,“ist der populistische Versuch der offenen Linken, die PFC – Altlastenproblematik als ausschließliches Problem der US-Armee darzustellen. Vielmehr habe der bereits erwähnte Flughafen Nürnberg sowie Bundeswehrstandorte die gleichen Probleme.“

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