Der Haldenweg. Foto: Nico Jahnel
Der Haldenweg. Foto: Nico Jahnel

Ehemalige Deponie Haldenweg: Grüne erheben Vorwürfe gegen Stadt

In den 60er-Jahren wurde am Haldenweg eine Deponie zur Müllentsorgung genutzt, wofür genau ist nicht gänzlich bekannt. Die Grünen in Ansbach erheben nun Vorwürfe gegen die Stadt, nachdem laut eigener Aussage dem Stadtrat Infos über die Deponie vorenthalten worden wären. Sie fordern nun in einer Pressemitteilung (im folgenden ungekürzt zu lesen) ein Gutachten und ein Konzept zur Handhabung der Altlasten. Auch die Stadt äußerte sich zu den Messungen an der Deponie und den Lösungen, die derzeit erarbeitet würden.

Bündnis 90 / Grüne: „Skandalöses Verhalten der Oberbürgermeisterin“

„Skandalös, anders kann ich das Verhalten von Frau Oberbürgermeisterin Seidel nicht bezeichnen.“ Richard Illig, Fraktionsvorsitzender der Grünen im Ansbacher Stadtrat, sei einigermaßen befremdet darüber, „dass eine wichtige Information über eine erhebliche Umweltgefahr dem Stadtrat mit Absicht vorenthalten wurde“, dies geht aus einer Pressemitteilung des Bündnis 90 / Die Grünen vom 31. Januar hervor. Illig könne sich noch an die Sitzungen im Jahre 1988 erinnern, in denen er die Untersuchung der aufgelassenen Deponie gefordert hätte. „Die verantwortungslose Nachlässigkeit, mit der in der Vergangenheit Mülldeponien unkontrolliert und undokumentiert mit einem wilden Mischmasch befüllt wurden, wurde bei der Schließung fortgesetzt und trifft heute die Bürger*innen. Der Haushalt der Stadt ist und wird in erheblichem Maße belastet werden“, heißt es in der Pressemitteilung weiter.

Keinerlei Verständnis zeigt der Stadtrat Michael Sichelstiel für die Entscheidung der Oberbürgermeisterin, den anstehenden Umweltausschuss abzusagen, da es keine Punkte zur Beratung gäbe. „Vertuschen ist die schlechteste Art, mit Problemen umzugehen.“ Die Grüne Fraktion fordere deshalb, so heißt es in der Pressemitteilung, eine Sondersitzung des Umweltausschusses. Die Fraktion werde zudem ein umfassendes Gutachten sowie die Entwicklung eines Konzepts zur Handhabung der Altlasten der Müll- bzw. Bauschuttdeponie zum Schutz des Grundwassers beantragen. Außerdem werde die Verwaltung aufgefordert, den Stadtrat umgehend über belastende Werte (etwa LHKW-Konzentrationen) in Boden und Grundwasser zu informieren.

Stadt: Lösungen zur Sanierung werden erarbeitet

In Bezugnahme auf die Pressemitteilung der Grünen hat unsere Redaktion die Stadt Ansbach um ein Statement zur Deponie Haldenweg gebeten und folgende Auskünfte erhalten: „Das Deponiegelände wurde von 1930 bis 1963 als Hausmülldeponie genutzt und leider ist nicht bekannt, was dort damals abgelagert wurde. Seit den 1980er Jahren werden auf dem Gelände halbjährliche Proben von Grund- und Sickerwasser genommen. Die Sickerwassermessstellen sind unauffällig. Von den insgesamt 13 Grundwassermessstellen sind elf ebenfalls unauffällig. An den beiden anderen Grundwassermessstellen wurden erhöhte Konzentration an Halogenkohlenwasserstoffen (LHKW) festgestellt. Hier wurde der Grenzwert von 40 Mikrogramm pro Liter mit 70 bis 90 Mikrogramm überschritten. Eine Gesundheitsgefährdung für die Bevölkerung besteht hierdurch allerdings nicht. Ziel ist es, die Schadstoffe vor Ort zu halten. Lösungen zur Sanierung werden derzeit von einem Fachbüro erarbeitet.

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