Symbolbild Müller: Dominik Ziegler
Symbolbild Müller: Dominik Ziegler

Klage um Kopftuch an Drogeriemarktkasse in Ansbach

Die Drogeriemarktkette Müller steht jetzt auf Grund eines Kopftuches vor Gericht. Die Filiale, in der einer Verkäuferin das Tragen von Kopftüchern verboten wurde, befindet sich hier im fränkischen Ansbach. Doch wer wird Recht bekommen?

Worum geht es überhaupt?

Nachdem die junge Muslima aus ihrer Elternzeit im Jahr 2014 zurück zur Arbeit in die Drogerie Müller kommt, trägt sie, anders als zuvor, ein Kopftuch, dies berichtet der ZDF. Die Filialleiterin war schon damals nicht einverstanden und ließ sie, als Kompromiss in einem Job ohne jeglichen Kundenkontakt arbeiten. Soweit so gut, bis sich die Angestellte dafür aussprach wieder zurück hinter die Kasse gehen zu wollen, so der Sender weiter. Müller verweigerte und befindet sich, so der ZDF, jetzt vor Gericht.

Religionsfreiheit vs. neutrale Arbeitsumgebung

Zwei Argumentationsweisen prallen hier nun aufeinander. Die Drogeriekette beruft sich auf die Rechte der Arbeitgeber und sagt, dass sie selbst bestimmen möchten, wie sie gegenüber ihren Kunden wirken. So sei es „ein legitimes Unternehmensziel, sich weltanschaulich, politisch und religiös neutral zu stellen, indem das sichtbare Tragen entsprechender Zeichen unternehmensintern untersagt wird.“, so berichtet das ZDF.

Die Verkäuferin beruft sich auf ihre Freiheit, ihre Religion offen auszuleben, wie es im Artikel 4 des Grundgesetzes zu finden ist. In erster und zweiter Instanz bekam der Anwalt der Muslima laut einem Bericht des ZDF damit Recht. Man orientiere sich an schon gesprochenen Urteilen des Bundesarbeitsgerichtes. Diese besagten, dass die Religionsfreiheit nur eingeschränkt werden dürfe, wenn das Unternehmen bzw. der Arbeitgeber dadurch deutliche Nachteile erleide. Das wäre hier aber nicht der Fall, so der ZDF.

Europäischer Gerichtshof gibt Müller Recht

Auf der anderen Seite das Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH), auf das sich jetzt die Drogerie laut ZDF berufen kann. Wenn der Arbeitgeber das Tragen Religiöser Symbole bei der Arbeit verbietet, sei ein Kopftuchverbot zulässig.

Vor dem bayrischen Landesarbeitsgericht sieht es nun für die Verkäuferin wieder besser aus. Dieses urteilt nämlich wie folgt: Ein Einzelhandelsunternehmen richtet sich mit seinem Angebot an die gesamte Bevölkerung, nicht nur an Großkunden, von denen das Unternehmen abhängig sei. Der Kontakt zwischen Käufer und Verkäuferin ist zudem im Fall Müller ja nicht all zu groß, wie es im Artikel des ZDF zu lesen ist. Das Ergebnis bleibt abzuwarten.

Hinterlasst uns eure Meinung in den Kommentaren

Was sagt ihr zu dem Thema? Hat die Ansbacher Verkäuferin Recht und jeder darf das tragen auf der Arbeit, was er möchte? Oder ist das Arbeitsumfeld ein neutraler Raum und sämtliche religiöse Symbole müssen solange abgenommen werden? Hinterlasst eure Meinungen in den Kommentaren.

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