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Weniger Müll, mehr Umweltbewusstsein – im Unverpacktladen nachhaltig einkaufen. Foto: Sarah Robinson
Weniger Müll, mehr Umweltbewusstsein – im Unverpacktladen nachhaltig einkaufen. Foto: Sarah Robinson

Ansbachs erster „Unverpackt Laden“ soll 2020 eröffnen

Weniger Plastikberge in Ansbach! Das ist die Vision der Zukunft, zu der die 38-jährige Sarah Robinson einen Riesenteil beitragen will. Die Vorbereitungen für den ersten „Unverpackt Laden“ in Ansbach laufen bereits auf Hochtouren. Deswegen haben wir uns mit der umweltbewussten Studentin unterhalten und erfahren, was hinter ihrer nachhaltigen Idee steckt und wann der Laden voraussichtlich an den Start geht.

Wie bist Du auf die Idee gekommen, einen „Unverpackt Laden“ in Ansbach zu eröffnen? 

Mein Motto ist: „Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünscht für diese Welt.“ Schon lange beschäftige ich mich mit dem Thema Nachhaltigkeit und versuche meinen ökologischen Fußabdruck möglichst klein zu halten. Vor einigen Jahren hatte ich dann ein einschneidendes Erlebnis auf den Philippinen. Ich verbrachte dort einen wunderschönen Urlaub: die Inseln sind ein Traum, wir haben viele Fische, Schildkröten und sogar Seepferdchen gesehen. Allerdings endete einer unserer letzten Tauchgänge in einer Müllsuppe, das heißt an der Oberfläche des Meeres trieb ein Teppich aus Kunststoff und anderen Abfällen. Das hat mich – nachhaltig schockiert und beeinflusst.

2015 habe ich dann, mit 35 Jahren, mein Leben umgekrempelt, um mich dem Umweltschutz auf einer professionelleren Ebene zu widmen und studiere seitdem Umweltsicherung an der Hochschule in Triesdorf. Viele Dinge des täglichen Lebens kann ich selbst herstellen oder gebraucht kaufen. Allerdings ist es oft schwierig, Produkte ohne Verpackung zu bekommen und gerade Bio-Obst und -Gemüse sind im Supermarkt in Plastik gepackt. Dieses Problem möchte ich gerne angehen, da ich überzeugt bin, viele Menschen würden nachhaltiger Leben, wenn es leichter umsetzbar wäre. Deswegen schreibe ich für meinen Bachelor-Abschluss einen Businessplan für einen Unverpackt-Laden, mit dem ich direkt nach meinem Studium durchstarten werde.

Vorbereitungen laufen planmäßig

Gibt es bereits Räumlichkeiten und ein (vorläufiges) Eröffnungsdatum? 

Die Eröffnung ist für den Herbst 2020 geplant, da ich im Frühling 2020 mit meinem Studium bzw. den Abschlussprüfungen fertig bin. Es sind noch ein paar Tage hin, deswegen habe ich noch keine Räumlichkeiten, allerdings beschäftige ich mich schon viel mit der Lage und möglichen passenden Objekten. Natürlich bin ich auch bereit, mich mit interessierten Immobilienbesitzern zu treffen um Möglichkeiten auszuloten.

Laufen die Vorbereitungen nach Plan oder gab es größere Hürden in der Vorbereitung? 

Da ich gut in meiner Zeitplanung liege, laufen meine Vorbereitungen tatsächlich nach Plan. Derzeit baue ich meinen digitalen Auftritt auf und Ansbach_unverpackt ist bereits auf Facebook und Instagram vertreten (#ansbach_unverpackt). Im Laufe des kommenden Frühjahres wird die Webseite folgen. Derzeit läuft gerade eine Umfrage, um den Bedarf und das Interesse an den angebotenen Produkten abschätzen zu können.

Leute sind begeistert

Wie reagieren die Leute auf deine Idee in Ansbach? 

Mein erster öffentlicher Auftritt beim upcycling-Event in den Kammerspielen im Rahmen von „Respekt“ war überwältigend. Es waren so viele Menschen da und ich hatte einige wunderbare Gespräche. Viele haben sich gefreut, dass ein Laden kommen soll, andere haben sogar ihre Unterstützung angeboten, es war fantastisch. Auch in meinem Familien- und Freundeskreis ist die Unterstützung groß, allerdings gibt es auch einige realistische – um nicht zu sagen pessimistische – Stimmen, die mich warnen: Ansbach ist ein schwieriges Pflaster für Unternehmen und die Idee ist sehr unkonventionell. Gerade diese Kritik ist für mich wichtig und sehr hilfreich, denn der Laden soll langfristig erfolgreich wirtschaften.

Was wird es in dem Laden alles geben? Auch andere Dinge außer Lebensmittel? 

Das ist eine gute Frage. Für den Anfang wird es erst einmal hauptsächlich Trockenware geben. Nudeln, Reis, Getreide, Mehl, Gewürze, Backzutaten. Daneben ist ein grundlegendes Angebot an Körperpflegeprodukten wie Seifen, Zahnbürsten, Badesalz etc. geplant. Eines meiner Steckenpferde ist das Selbermachen, also wird es auch Basisprodukte wie Natron, Zitronensäure, Waschsoda oder Apfelessig geben.

Sarah Robinson will den ersten Unverpackt Laden in Ansbach eröffnen. Foto: Sarah Robinson

Sarah Robinson will den ersten Unverpackt Laden in Ansbach eröffnen. Foto: Sarah Robinson

Müll vermeiden und Ressourcen sparen

Woher kommen die Produkte? 

Meine Vision ist es, Müll zu vermeiden, Ressourcen zu sparen und regionale Kreisläufe zu fördern. Es gibt viele Manufakturen in der Region, die ich gerne fördern möchte, wenn auch nicht alle Produkte unverpackt sind. Aber eine umweltfreundliche Verpackung ist natürlich Voraussetzung. Mit einigen Produzenten und Manufakturen aus der Region bin ich schon in Kontakt und freue mich auch über jeden Hinweis und weitere Kooperationsideen. Produkte, die nicht direkt aus der Region kommen, suche ich zunächst in Franken, dann in Bayern, Süddeutschland, ganz Deutschland und der EU. Wichtig sind mir faire Bedingungen auf allen Ebenen und eine nachhaltige Wirtschaft.

Angenommen, man hat nicht genug Behälter zum Einkaufen zu Hause: Kann man bei Euch welche kaufen?

Ja, selbstverständlich. Es gibt verschiedene Arten von Säckchen und Einkaufstaschen, die nicht viel Platz brauchen und leicht sind. Für größere Ware, wie Flocken, Nudeln und Getreide oder Obst und Gemüse sind die perfekt. Aber auch Gläser für Mehle und Pulver wird es geben. Es soll auch eine Art Pfandsystem geben, um die Gefäße im Kreislauf zu halten. Das ist vor allem praktisch, wenn ich zu Hause schon genügend Gefäße habe und sie einfach liegen gelassen habe oder spontan einkaufen gehen will.

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