Polizeiabsperrung. Symbolfoto: Pascal Höfig
Polizeiabsperrung. Symbolfoto: Pascal Höfig

Familiendrama in Gunzenhausen: Anklage wegen vierfachen Mordes erhoben

Sechs Monate nach dem gewaltsamen Tod dreier Kinder und deren Mutter hat die Staatsanwaltschaft Ansbach Anklage wegen vierfachen Mordes gegen den 31-jährigen Familienvater erhoben.

Nach dem Ergebnis der umfangreichen Ermittlungen besteht der Verdacht, dass der Angeschuldigte im Juni 2018 den Beschluss fasste, seine Kinder und seine von ihm getrennt lebende Ehefrau zu töten.

Schlafende Kinder und Ehefrau getötet

Zur Umsetzung seines Planes soll sich der Angeschuldigte neue Messer gekauft und sich mit diesen in die frühere gemeinsame Wohnung in Gunzenhausen geschlichen haben. Dort soll der Angeschuldigte seine drei schlafenden Kinder im Alter von drei, sieben und neun Jahren sowie seine 29- jährige Ehefrau heimtückisch ermordet haben und sodann vom Balkon der Wohnung im dritten Obergeschoss gesprungen sein.

Justizia. Symbolfoto: Pascal Höfig

Justizia. Symbolfoto: Pascal Höfig

Keine psychiatrische Erkrankung

Der Angeschuldigte wurde im Dezember 2018 vor Erhebung der Anklage aufgrund des Ergebnisses des vorläufigen psychiatrischen Sachverständigengutachten aus einer forensischen Klinik in eine Justizvollzugsanstalt verlegt, da keine hinreichenden Anhaltpunkte für das Vorliegen einer psychiatrischen Erkrankung, die zur Tatzeit relevant gewesen wäre, festzustellen seien. Das Amtsgericht Ansbach hatte dazu einen entsprechenden Haftbefehl erlassen.

Kinder zuvor geschlagen

Ferner besteht der Verdacht, dass der Angeschuldigte zwei seiner Kinder in der Woche vor dem Tatgeschehen körperlich misshandelt hat.

Der Anklagevorwurf lautet deshalb auf Mord in vier Fällen sowie vorsätzliche Körperverletzung in zwei Fällen.

Die Schwurgerichtskammer des Landgerichts Ansbach hat nun darüber zu entscheiden, ob sie die Anklage zur Hauptverhandlung zulässt und das Hauptverfahren eröffnet.

Die Staatsanwaltschaft hat für den Tatnachweis unter anderem 29 Zeugen und 13 Sachverständige benannt.

Artikel beruht auf einer Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft Ansbach.

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