Sang Sarr aus Ansbach sollte abgeschoben werden. Foto: privat
Sang Sarr aus Ansbach sollte abgeschoben werden. Foto: privat

550 Unterstützer: Petition für Verbleib von Sang Sarr

Sang Sarr stammt aus Gambien und kam im Alter von 15 Jahren als Flüchtling nach Ansbach. Mittlerweile ist er 20 Jahre alt, spricht fließend deutsch und hat sich, so seine Freunde und Unterstützer, hervorragend integriert. Allerdings lag bis zum 12.12.2018 ein Ausreisebeschluss gegen ihn vor. Sein Umfeld hat es durch eine Petition, Briefe an das Ministerium und viel Engagement geschafft, diesen vorerst bis Juli 2019 auszusetzen. Die zuständigen Behörden erteilten eine Duldung bis zum Abschluss seiner schulischen Ausbildung. Derzeit wird der Fall vom bayerischen Innenministerium geprüft, denn eigentlich hätte, so Bertram Karl, der auch die Petition ins Leben gerufen hat, Sang bereits einen Ausbildungsplatz sicher.

Duldung erwirkt

Über die Petition auf openpetition.de „Einer von uns – für den Aufenthalt von Sang Sarr“ können alle, die Sang helfen möchten, eine Stimme zur Unterstützung abgeben. In der Erklärung der Petition heißt es wörtlich: „Wir kämpfen hiermit für den Verbleib eines Freundes, Kameraden, Mitbürger, Teil unserer Gesellschaft. Sang Sarr ist mit 15 Jahren aus seiner Heimat Gambia zu uns gekommen um vor der Krise zu fliehen und sich hier ein neues Leben aufzubauen! Heute ist er 20 Jahre alt, spricht fließend deutsch und hat sich hervorragend Integriert. Er spielt leidenschaftlich für sein Team Fußball und zählt zu einer festen Größe auf und neben dem Spielfeld. Mehrere Unternehmen sind bereit, ihm eine Ausbildung zu ermöglichen (vertraglich bereits zugesichert), die Behörden legen ihm aber leider Steine in den Weg.

Aktuell liegt ein Ausreisebeschluss vor, welcher am 12.12.2018 aufgrund der bisherigen Unterstützer bis Juli 2019 ausgesetzt wurde und derzeit vom bayrischen Innenministerium geprüft wird – DANKE an dieser Stelle! Wir werden eine Ausweisung von Sang Sarr auch im Juli 2019 nicht akzeptieren. Daher fordern wir, dass Sang Sarr, der vorbildlich integriert ist, in Deutschland bleiben darf, um seinen Traum, eine Ausbildung zum Elektroniker, zu absolvieren. Die Bitte an ALLE – Unterstützt mit eurem Namen einen Menschen der es wirklich verdient hat und tragt die Geschichte in die Welt.“

Petition erreicht in 24 Stunden über 400 Unterstützer

Binnen 24 Stunden wurden mit der Petition über 400 Stimmen gesammelt, zum Stand 13.12.2018 (21 Uhr) sind es 550 Unterstützende. Das Ziel von Sangs Unterstützern sei es, einen Aufenthaltstitel für den Zeitraum der beruflichen Ausbildung zum Elektroniker ab September 2019 zu erwirken. Dabei wird Sang von zahlreichen Seiten unterstützt: seine Mannschaft beim ESV Ansbach/Eyb, aber auch die Kameraden seines Vorgängerclubs, dem 1. FC Heilsbronn, stehen hinter ihm. Laut einem Bericht der FLZ habe neben Guido Vildosola, der wie eine Vaterfigur für den 20-Jährigen ist, auch der Chef eines Unternehmens mit 650 Beschäftigten, Otto Kupfer, einen Brief an Innenminister Joachim Herrmann gerichtet und sich für den Verbleib von Sang eingesetzt.

Viele positive Kommentare

Auch in den Kommentaren der Petition finden sich zahlreiche freundliche Worte für den 20-Jährigen. So schreibt ein Unterstützer: „Weil Sang mir sehr wichtig ist, obwohl ich ihn noch nicht lange kenne. Er ist so unglaublich lieb. Er hat sich super integriert. Er spricht einwandfrei deutsch. Er spricht auch super englisch und französisch. Er hat total gute Noten, macht etwas für die Schule. Ich versteh es nicht, wieso er gehen muss. Andere die Drogen nehmen und nichts für ihr Leben tun, wo es keine Fortschritte gibt, diejenigen werden nicht abgeschoben. Warum? Und Sang tut wenigstens etwas. Sang hätte es total verdient einfach hier zu bleiben!“ Ein anderer kommentiert: „Ich kenne Sang persönlich. Er ist ein ganz feiner Kerl und versucht sich bestmöglich zu integrieren.“

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