Blick auf Ansbach. Foto: Pascal Höfig.
Blick auf Ansbach. Foto: Pascal Höfig.

Stellungnahme von Bündnis 90/Die Grünen zum aktuellen ISEK-Entwurf

Nach über einem Jahr mit intensiver und reger Bürgerbeteiligung, Expertengesprächen und Lenkungsgruppensitzungen ist der Entwurf des Integrierten Stadtentwicklungskonzepts (ISEK) fertig, dies berichtete die Stadt Ansbach vor wenigen Wochen. Das vom Büro UmbauStadt in enger Abstimmung mit der Stadt Ansbach erstellte Konzept beinhaltet unter anderem städtebauliche, kulturelle, ökologische und soziale Vorschläge für das gesamte Stadtgebiet Ansbachs. Interessierte Bürgerinnen und Bürger können noch bis zum 14. Dezember 2018 Anregungen in den Entwurf des Endberichts einfließen lassen. Dieser wird anschließend im Frühjahr 2019 dem Stadtrat zum Beschluss vorgelegt.

In einer Pressemitteilung gab der Ortsverband Ansbach vom Bündnis 90/Die Grünen nun eine Stellungnahme zum aktuellen ISEK-Entwurf bekannt:

1) Impulsprojekt W1 „Hochschule erweitern am Standort Barton Barracks“

Die neue Nutzung der Barton Barracks bietet neben Ausbaufläche für die Hochschule die Möglichkeit, Mobilität in Ansbach weiter zu denken.

  • Der ÖPNV müsse zur Verbindung der beiden Standorte erweitert werden. Ein Shuttle, z.B. über Kasernendamm, Kronacherbuck, Maximilianstraße und Bandelstraße böte die Chance einer neuen Verbindung von Brückencenter, westlicher Altstadt und dem Gebiet am Fernsehturm. Da dieser Bus öfter und länger fahren müsste als bisher üblich, könnte an seiner südlichen Endstation ein Park-and- Ride-Parkplatz für weitere Verkehrsteilnehmer, die von Süden das Zentrum erreichen wollen, eingerichtet werden. Dieses Ende könnte an der Hochschule oder direkt an der Autobahnabfahrt 52 liegen.
  • Es sei wichtig, die Fahrradinfrastruktur auf der Verbindungsstrecke und auf dem Campus anzupassen. Die Radwegführung muss bergauf der Steigung und bergab dem Tempo gerecht werden. Da sich für die Strecke die Verwendung von E-Bikes anbietet, braucht es auf dem Campus ausreichend Ladeinfrastruktur.
  • Eine sehr innovative zusätzliche Verbindung wäre laut den Grünen eine Seilbahnverbindung mit Zwischenstation, z.B. am Altstadtparkhaus.
    Außerdem böte sich auf dem Gelände die Chance, sozialverträglichen Wohnraum und Mehrgenerationenhäuser zu schaffen.

2) Impulsprojekt W6 „Schulsprengel an Siedlungsentwicklung anpassen“

Das Projekt dürfe nicht dazu führen, schon geplante und dringend notwendige Baumaßnahmen wie die Renovierung der Karolinenschule weiter aufzuschieben. Aus der Perspektive der ISEK-Empfehlungen könnte aber die Sinnhaftigkeit des Erhalts der Schule in Brodswinden und das Potential eines Ausbaus des Standorts Meinhardswinden noch einmal geprüft werden.

3) Impulsprojekt W19 „Marketing zur Belebung der Innenstadt fortsetzen“

Die Altstadt brauche, so die Grünen in ihrer Pressemitteilung, neben der besseren Vernetzung der Interessensträger eine bessere Erreichbarkeit zu Fuß und mit dem Rad. Dazu gehöre eine für Rollator und Rollstuhl angenehmere Pflasterung sowie die dauerhafte Öffnung für den Radverkehr.
Außerdem müsse die Attraktivität für die vorhandenen und potentiellen Bewohner der Altstadt gestärkt werden. Dazu gehören für das Bündnis 90/Die Grünen mehr Bäume, Fassadenbegrünung und Spielmöglichkeiten für Kinder. CarSharing-Standorte, z.B am Montgelat-Platz oder an der Johanniskirche mit erweiterter Zufahrtsberechtigung könnten den privaten PKW ersetzen und damit das Parkplatzproblem reduzieren.

4) Impulsprojekt G1 „Rezat als Natur-/Freizeitraum“

Der Verlauf der Rezat durch die Stadt werde im Moment sehr vom Autoverkehr dominiert (Residenz- und Eyber Straße, Rezatparkplatz). Der Entwurf des Ortsverbandes Bündnis 90/Die Grünen für ein neues Nutzungskonzept stärke die ökologische Funktion des Raums und gebe den Fluss als Lebens- und Aufenthaltsraum der Stadt zurück.

  • Die Flussaue solle auch im Stadtbereich wieder für Fußgänger zugänglich gemacht werden. Dazu sei ein durchgehender Fußweg in Bachnähe mit Zugängen zum Wasser zu notwendig. Mit Spiel- und Aufenthaltsplätzen für Kinder, Jugendliche und Senioren werde die Aue wieder zum Anziehungspunkt am Rande der Altstadt. Um Platz dafür zu schaffen, müsse die Fläche des Rezatparkplatzes entsprechend reduziert werden.
  • Parallel zur Bundesstraße sei ein auch auf der Südseite der Eyber Straße durchgehender Radweg notwendig. Dieser Weg müsse dem Nahverkehr, Fernverkehr und Radtourismus gerecht werden.

5) Impulsprojekt G2 „Freiraumentwicklungskonzept Gesamtstadt erstellen“

Gerade in Zeiten des Klimawandeln braucht die Innenstadt, so die Pressemitteilung weiter, große Schatten und Sauerstoff spendende Bäume. Aus der Sicht der Grünen sollte deshalb der Baumbestand nicht nur erhalten, sondern ausgeweitet werden. Dies beinhalte mehr Bäume in der Altstadt, größere Kronen an Straßenbäumen, z.B. an der Promenade oder in den Wohngebieten. Ansbach, als wasserreiche Stadt, könne auch mehr Brunnen und bespielbare Wasserläufe bieten, zum Beispiel am Martin-Luther-Platz oder im Stadtgraben. Flächen an den bei Starkregen problematischen Hangkanten sollen von der Stadt erworben, bepflanzt und als Grünflächen in das Konzept eingebunden werden.

6) Impulsprojekt Q3 „Stadtimage weiter formen“

Die Stärke des heutigen Ansbach läge in der Kultur und in der Bildung. Diese Angebote müssen stärker in den Vordergrund gerückt und online wie offline den Bürgern und Gästen auf einer einheitlichen Plattform präsentiert werden.

7) Entwicklungsschwerpunkt Bahnhof Südstadt

Das Bündnis 90/Die Grünen begrüßt die Planung einer Brücke vom Entwicklungsgebiet Südstadt über die Gleise zum Bahnhofsplatz. Die Brücke könne einen direkten, barrierefreien und nutzerfreundlichen Zugang zu den Gleisen, zum Bahnhof und zur Innenstadt bieten. Die Brücke müsse aber so dimensioniert sein, dass sie von Radfahrern und Fußgängern konfliktfrei genutzt werden könne. Sie brauche auf beiden Seiten des Gleises sinnvolle Fuß- und Radweg-Anschlüsse an die benachbarten Wohngebiete und Fernverbindungen.

8) Militärflächen im Ansbacher Stadtgefüge

Auch für die Militärflächen, deren zivile Nutzung nicht kurzfristig absehbar sei, sollte schon jetzt ein Nutzungskonzept erstellt werden, so die Forderung in der Pressemitteilung. Aus der Sicht der Grünen können solche Pläne gut in Bewerbungspläne für eine Gartenschau integriert werden.
Ein solches Vorhaben würde auch anderen im ISEK-Bericht aufgeführten Projekten entscheidende Impulse verleihen.

Artikel beruht auf einer Pressemitteilung des Bündnis 90 / Die Grünen Ortsverband Ansbach. 

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