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Krankenhaus. Symbolfoto: Pascal Höfig
Krankenhaus. Symbolfoto: Pascal Höfig

Narkosearzt soll Patienten mit Hepatitis C infiziert haben: 16 Fälle bereits nachgewiesen

In einem Krankenhaus in Donauwörth soll ein Narkosearzt mehrere Patienten bei Operationen mit Hepatitis C Virus infiziert haben. Inzwischen sind sechzehn infizierte Patienten bekannt, die der Anästhesist möglicherweise angesteckt hat.

Etwa 1.200 Verdachtsfälle

Das Gesundheitsamt Donauwörth forderte bereits letzte Woche fast 700 ehemalige Patienten auf, bei denen der Anästhesist die Narkose vorgenommen hatte, sich bei ihrem Hausarzt auf das Virus untersuchen lassen. Rund 500 weitere mögliche Betroffene wurden nun ebenfalls benachrichtigt, bei denen er vertretungsweise, in Pausen oder bei Dienstübernahme behandelte.

Wie der Bayerische Rundfunk am Mittwoch berichtete, ist die Zahl der Verdachtsfälle deshalb sogar von 700 auf 1.200 gestiegen. Bei den Bluttests sind laut BR zum jetzigen Zeitpunkt 16 Hepatitis-C-Erkrankungen bei ehemaligen Patienten nachgewiesen worden.

Verdacht auf Körperverletzung

Seit vergangenem Donnerstag ermitteln Staatsanwaltschaft und Kriminalpolizei gegen einen ehemaligen Anästhesisten der Donau-Ries Klinik Donauwörth wegen des Verdachts auf Körperverletzung durch Ansteckung. Das Gesundheitsamt Donauwörth schrieb deswegen hunderte Patienten an und forderte dazu auf, sich bei ihrem Hausarzt auf das Virus untersuchen lassen.

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Während Narkose infiziert

Betroffen sind Patienten, die sich im Zeitraum vom 22.11.2016 bis 24.04.2018 in der Donau-Ries Klinik Donauwörth einer Operation unterzogen haben, bei der ein bestimmter Anästhesist die Narkose vorgenommen hat. In diesem Zeitraum soll der Arzt 693 Patienten narkotisiert haben.

Betroffene Patienten werden vom Gesundheitsamt direkt angeschrieben. Andere Patienten sind nach Angaben der Behörde weder betroffen noch gefährdet.

Wie der Arzt die Patienten angesteckt haben könnte, ist bislang noch unklar und Teil der Ermittlungen.

Hepatitis C wird fast ausschließlich über Blut übertragen. Erhebliche Ansteckungsgefahr besteht z.B. bei Nadelstichverletzungen bei medizinischem Personal sowie Hygienemängel bei Operationen, Tätowierungen, Piercings, Akupunkuren etc.

Arzt war medikamentenabhängig

Erste Ermittlungen hatten ergeben, dass der Arzt die Patienten infiziert habe, während er sie narkotisiert hat. Nach Angaben des Landratsamts Donauwörth war der Mediziner, der bereits seit Mai 2018 nicht mehr in der Donau-Ries Klinik Donauwörth arbeitet, medikamentenabhängig und hatte selbst Hepatitis C.


Basisinformationen zur Hepatitis C findet man unter:

https://www.leberhilfe.org/lebererkrankungen/hepatitis-c-hcv/

https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber_HepatitisC.html

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