Ansbach Übersicht. Foto: Pascal Höfig
Ansbach Übersicht. Foto: Pascal Höfig

Mittelfränkische Wirtschaft weiterhin im Höhenflug

Die mittelfränkische Wirtschaft befindet sich weiterhin im Höhenflug, allerdings verliert das Wachstum im Herbst 2018 an Dynamik. Die Geschäftslage erreicht fast wieder den Höchststand vom Jahresbeginn. Zugleich ist aber der große Optimismus bei den Geschäftserwartungen einer realistischeren, gesunden Zuversicht gewichen.

58 % bezeichnen die Geschäftslage als gut

Steigende Vorleistungspreise und Arbeitskosten, vor allem aber die zunehmend belastenden Engpässe auf der Suche nach Fachpersonal werden als Risiken für eine weiter dynamisch wachsende Inlandsnachfrage gesehen. „Mit Blick auf die Standortqualität fordern wir deshalb von der Wirtschaftspolitik vermehrte Anstrengungen bei der Fachkräftesicherung, außerdem eine verbesserte digitale Infrastruktur und einen Abbau bürokratischer Lasten“, so IHK-Präsident Dirk von Vopelius. Derzeit bezeichnen 58 % der Betriebe die Geschäftslage als gut, über 35 % sind zufrieden.

Geschäftserwartungen: Risiken nehmen zu

Die mittelfränkischen Betriebe gehen von einer anhaltenden Dynamik aus, da die Nachfrage sowohl aus dem Inland als auch aus dem Ausland weiterhin rege ist. Die Mehrheit der Befragten rechnet mit einer unverändert guten Geschäftslage. 22 Prozent der mittelfränkischen Betriebe erwarten sogar weiter verbesserte Geschäfte in den kommenden Monaten, während elf Prozent mit einer Eintrübung rechnen.

Investitionen: Schwung nimmt ab

Weil die Auftragseingänge und die Auslastung der Betriebe hoch sind, stehen Investitionsentscheidungen an, um Kapazitäten zu erweitern. Das freundliche Investitionsklima in Mittelfranken wird deshalb anhalten, wenn auch mit nachlassender Dynamik: Mehr als 80 Prozent der Betriebe in Mittelfranken planen mit unveränderten oder sogar erhöhten Investitionsbudgets, neun Prozent wollen sie senken und sieben Prozent der Befragten auf Investitionen verzichten.

Fachkräfte knapp wie nie

Über alle Branchen hinweg planen 22 Prozent der mittelfränkischen Betriebe mit zusätzlichem Personal, gerade einmal neun Prozent wollen Stellen streichen. Der regionale Arbeitsmarkt ist weitgehend leergefegt: Die Unternehmen suchen vorwiegend Arbeitskräfte mit abgeschlossener dualer Berufsausbildung oder Fachwirte und Meister, finden aber keine oder zu wenige passend qualifizierte Bewerber. Der Fachkräftemangel bleibt das größte Risiko für die wirtschaftliche Entwicklung, so 69 Prozent der befragten Unternehmer.

Konjunkturklima nach Wirtschaftszweigen

Industrie: Die mittelfränkische Industrie berichtet im Herbst 2018 über einen deutlichen Anstieg der Inlandsaufträge, ein gewachsenes Auftragsvolumen aus dem Ausland und eine hohe Kapazitätsauslastung (volle Auslastung: 56 Prozent; befriedigend: 35 Prozent). Noch geringer sind die Sorgen um einen Druck auf die Verkaufspreise, vielmehr geht fast jeder zweite Industriebetrieb davon aus, Preiserhöhungen durchsetzen zu können.

Bauwirtschaft: Die mittelfränkische Bauwirtschaft boomt weiter. 85 Prozent der Baubetriebe berichten von einer guten Geschäftslage, 15 Prozent sind zufrieden. Die gute Konjunktur und die zunehmend ausgelasteten Kapazitäten der Industrie sowie die wachsenden Einkommen der Verbraucher und die niedrigen Zinsen lassen die Aufträge im Wirtschafts- und im Wohnungsbau weiter steigen.

Handel: Im Handel beobachten wir eine insgesamt positive wirtschaftliche Entwicklung, die von der guten gesamtwirtschaftlichen Lage, niedrigen Zinsen, zuversichtlichen Einkommenserwartungen und dem freundlichen Konsumklima begünstigt wird. 58 Prozent der Befragten urteilen mit „gut“, nur 10 Prozent mit „schlecht“.

Allerdings ist die Stimmung im Handel gespalten: Aus Großhandel und Handelsvertretungen sprechen zwei Drittel von einer guten, kein einziger Betrieb von einer schlechten Lage. Dagegen beurteilen die Einzelhändler ihre Lage zwar auch gut, äußern sich aber mehrheitlich skeptisch.

Unternehmensnahe Dienstleistungen: Die vorwiegend für Unternehmen tätigen Dienstleister erweisen sich erneut als stabile Säule des Wirtschaftsaufschwungs in Mittelfranken. Transportgewerbe, Immobilienwirtschaft und Gebäudeservices sowie Informations- und Kommunikationsdienstleister blicken mehrheitlich optimistisch auf die Geschäftsentwicklung der kommenden Monate.

Verbrauchernahe Dienstleistungen: Die mittelfränkischen Betriebe aus dem Sektor der überwiegend personenbezogenen Dienstleistungen zeigen sich erneut hoch zufrieden mit ihrer Geschäftslage. Die Nachfrage wächst stabil, und eine Weitergabe von gestiegenen Kosten über die Preise erscheint mehrheitlich durchsetzbar.

Ausblick

Die guten Werte bei der Beurteilung der aktuellen Geschäftslage sowie bei den Planungen für Investitionen und Beschäftigung belegen, dass sich die mittelfränkische Wirtschaft auch im Herbst 2018 nach wie vor im konjunkturellen Hoch befindet. So sehen bei der Frage nach Risiken für die weitere Wirtschaftsentwicklung 69 Prozent der Befragten die Engpässe bei den Fachkräften als ernstes Problem.

Auch die Sorgen um steigende Energie- und Rohstoffpreise sind im Jahresverlauf gewachsen (aktuell 33 Prozent der Befragten), Arbeitskosten und wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen (jeweils ca. 40 Prozent) bleiben ebenfalls im Fokus der mittelfränkischen Betriebe.   So lauten die drei Top-Forderungen der Betriebe: Digitale Infrastruktur verbessern! Bürokratieabbau vorantreiben! Fachkräftesicherung intensivieren!

Der Artikel beruht auf einer Pressemitteilung der IHK Nürnberg.

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