Über den Dächern Ansbachs. Foto: Larissa Noack
Über den Dächern Ansbachs. Foto: Larissa Noack

Kritik der Offenen Linken: 3.853 Ansbacher arbeiten Vollzeit im Niedriglohnbereich

„Verkauf von Gewerbeflächen muss sich an guten Löhnen orientieren“ – Fraktion sieht akzeptables Verhältnis zu Flächenfraß in Elpersdorf nicht gewährleistet

3.853 Ansbacher arbeiteten 2017 Vollzeit im Niedriglohnbereich für weniger als 2.200 Euro brutto im Monat, so die Offene Linke Ansbach in einer Pressemitteilung. Das entspricht 22 Prozent aller Vollzeitbeschäftigten in der Rezatstadt, dies gehe aus einer Statistik-Auswertung der Arbeitsagentur auf Anfrage der Stadtratsfraktion der Offenen Linken Ansbach (OLA) hervor. Die Quote liege damit in Ansbach weitaus höher als im Landesdurchschnitt (17,4 Prozent).

Spaltung der Stadtgesellschaft

Dazu erklärt die OLA: „Viele Menschen können sich in unserer Stadt trotz Vollzeitstelle keine Wohnung mehr leisten. Sprunghaft ansteigende Mieten (2017: 5,2 Prozent Preissteigerung) und ein riesiger Niedriglohnsektor spalten unsere Stadtgesellschaft. Das zeigt, dass es längst nicht allen im Land gut geht. Viel zu viele in Ansbach haben zu wenig zum Leben.“

OLA kritisiert Verkauf von Gewerbeflächen in Elpersdorf

„Sicherlich trage die unsoziale Politik in Bund und Land für die Situation Verantwortung“, so die OLA weiter. „Ein zu geringer Mindestlohn oder das Fehlen eines Tariftreuegesetzes in Bayern seien Ursachen für die Situation. Doch stelle sich die Frage, ob eine Kommune nicht auch einige Leitplanken für gute Arbeit und gute Löhne einziehen könne. Der Verkauf von 15 Hektar Land in Elpersdorf an einen Paketzusteller, der nicht gerade berühmt für gute Löhne ist, deute darauf hin, dass das Problem „arm trotz Arbeit“ in Ansbach unzureichend angegangen wird.“

„Große Teile der 600 Arbeitsplätze werden aus der Leiharbeit rekrutiert werden. Damit festigt Ansbach den traurigen Titel einer Landeshauptstadt der Leiharbeit anstatt neue Wege zu gehen. Unser Ziel ist, dass sich der Verkauf von Gewerbeflächen an dem Entstehen von Arbeitsplätzen mit guten Löhnen und Arbeitnehmer-Mitbestimmung orientiert. Wir sehen ein angemessenes Verhältnis des immensen Flächenfraßes zu qualitativ und quantitativ guter Arbeit nicht gewährleistet. Daher hat die OLA dem Verkauf an Hermes nicht zugestimmt“, betont die Fraktion. „Ansbach braucht Premium-Arbeitgeber für Premium-Areale“.

Artikel beruht auf einer Pressemitteilung der Offenen Linken Ansbach. 

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